Pal Schmitt Ungarns Staatschef steht unter Plagiatsverdacht

Der ungarische Präsident steht unter Plagiatsverdacht. In rund drei Vierteln seiner Doktorarbeit über die Olympischen Spiele soll Pal Schmitt ohne Quellenangabe „Wort für Wort übersetzt und übernommen“ haben.
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Der ungarische Präsident Pal Schmitt während einer Podiumsdiskussion. Quelle: dpa

Der ungarische Präsident Pal Schmitt während einer Podiumsdiskussion.

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BudapestDer ungarische Staatspräsident Pal Schmitt ist unter Plagiatsverdacht geraten. Der Politiker soll seine 1992 eingereichte Doktorarbeit zum Thema Olympische Spiele in der Neuzeit zum Großteil aus einem Werk des bulgarischen Sportwissenschaftlers Nikolaj Georgijew abgeschrieben haben, berichtete die Wochenzeitung „HVG“ am Mittwoch auf ihrer Internet-Seite. Schmitt habe 180 von 250 Seiten seiner Arbeit aus der auf Französisch verfassten Studie des Bulgaren „Wort für Wort übersetzt und übernommen“, heißt es in dem Bericht. Die Quelle sei kein einziges Mal ausgewiesen und zitiert worden.

Schmitt, seit 2010 im Amt, reagierte zunächst nicht auf die Vorwürfe. Er gilt als treuer Partner des rechts-konservativen Ministerpräsidenten Viktor Orban. Bereits im Kommunismus war er hoher Sportfunktionär und Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) gewesen. Zeitweise hatte er in dieser Zeit im Rang eines Vize-Ministers gestanden. Von 2003 bis 2007 und 2009 bis 2010 war er einer der Vize-Vorsitzenden der heutigen Regierungspartei FIDESZ (Bund Junger Demokraten). In den 1990er-Jahren war er auch als Botschafter Ungarns in Madrid und Bern tätig.

Seine Dissertation mit dem Titel „Analyse der Programme der neuzeitlichen olympischen Spiele“ reichte Schmitt 1992 an der Budapester Sport-Universität ein. Der prominente Sportfunktionär promovierte infolgedessen mit der Höchstnote „summa cum laude“. Wie die „HVG“-Reporter herausfanden, benutzte er die auf einer Schreibmaschine geschriebene Originalversion des Werkes Georgijews aus dem Jahr 1987, die auch heute noch in der Bibliothek des Olympischen Museums in Lausanne vorliegt. In aktualisierter Buchfassung erschien dieses erst 1995 unter dem Titel „Analyse du programme olympique de 1896 à 1996“ (Analyse des olympischen Programms von 1896 bis 1966).

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8 Kommentare zu "Pal Schmitt: Ungarns Staatschef steht unter Plagiatsverdacht"

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  • Bitte Ungarn nicht anhand Politiker wie Schmitt pauschal beurteilen. Das ist eine Schande. Er sollte sofort abtreten, er wird aber nicht, solange Orban das nicht befehlt...

  • Schmitt's Dissertation aus dem Jahre 1992 besteht nur aus 215 Seiten und davon sind 180 von Georgijew's Buch, (erschienen in 1985) gestohlen

  • Schuldigung wegen unsere politikern! Die sind schon peinlich!

  • Wenn die Geschichte wahr ist (und "HVG" bieten eine sehr starke Hinweise darauf, den Wahrheitsgehalt ihrer Behauptungen), 'Mr.' Schmitt hat nur eine Wahl: Rücktritt von seinem Amt mit sofortiger Wirkung.
    Manchmal fühle ich mich schämen, seinen Landsmann zu sein...:(

  • If the story is true (and every evidence provided by the "HVG" proves the truthfulness of the story), 'Mr.' Pal Schmitt should resign from his office with immediate effect.
    I sometimes feel ashamed of being his compatriot....:(

  • If the story is true (and every evidence provided by the "HVG" proves the truthfulness of the story), 'Mr.' Pal Schmitt should resign from his office with immediate effect.
    I sometimes feel ashamed of being his compatriot....:(

  • Nein, dass ist unfair, sowohl uns als auch der ungarischen Bevölkerung gegenüber, aber definitiv zeigen sich stinkende Köpfe auf, wo hier der Fisch hängt... frei nach einem ungarischen Sprichwort :-)

  • Jedes Volk bekommt den Präsidenten, den es verdient!!!

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