Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Pandemie Schulen erhalten 200 Millionen Euro für mobile Luftfilter

Im Kampf gegen Corona setzt die Bundesregierung nun doch auf mobile Luftfilter für Schulen. Doch dort geht in den Sommerferien kaum etwas voran.
14.07.2021 - 15:25 Uhr Kommentieren
Mobile Raumlüfter sind umstritten. Dennoch wird der Bund die Geräte nun fördern. Quelle: dpa
Luftfilter im Klassenraum

Mobile Raumlüfter sind umstritten. Dennoch wird der Bund die Geräte nun fördern.

(Foto: dpa)

Berlin Angesichts des schleppenden Ausbaus der Schulen mit Luftfilteranlagen stellt der Bund weitere Fördergelder für die Geräte bereit. Aus einem am Mittwoch im Kabinett gefassten Beschluss geht hervor, dass die Bundesregierung den Einbau von mobilen Luftfiltern mit 200 Millionen Euro unterstützen will.

„Gemeinsam mit den Ländern wollen wir damit einen Beitrag dafür leisten, den Präsenzunterricht und die Kinderbetreuung im Herbst und Winter auch bei Verschlechterung der Infektionslage aufrechtzuerhalten“, sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).

Bislang fördert der Bund einzig den Einbau von festen Luftfiltern, die Mittel wurden allerdings nur zögerlich abgerufen. Zudem ist die Förderung auf Räume und Einrichtungen für Kinder bis zwölf Jahren begrenzt, da für diese Altersgruppe bisher kein Impfstoff gegen Corona zugelassen ist. Es gibt maximal 500.000 Euro je Standort.

Der Vorsitzende des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, begrüßte den Entschluss mit Einschränkungen: „Es bleiben natürlich gewichtige Kritikpunkte und Einwände“, sagte er dem Handelsblatt. Unter anderem reiche das Geld nicht, um alle 650.000 Unterrichtsräume mit mobilen Geräten auszustatten. Dafür seien Investitionen von 1,5 Milliarden Euro nötig.

Meidinger kritisiert auch, dass die Förderung erneut weiterführende Schulen und Kinder über zwölf Jahre von der Förderung ausschließt, obwohl die Ständige Impfkommission für diese Altersgruppe keine allgemeine Impfempfehlung abgegeben hat. „Das betrifft zwei Drittel aller Schülerinnen und Schüler in Deutschland.“ Außerdem komme das Programm „sehr spät“.

Eingeschränkt handlungsfähig

„Ob es zu Schuljahresbeginn, und der ist in einigen Ländern bereits in drei Wochen, dann schon vor Ort angekommen ist, bezweifeln wir, zumal wir gerade erleben, dass in vielen Kommunen und auch in den Ministerien derzeit auch Ferien- und Urlaubszeit angesagt ist und diese nur eingeschränkt handlungs- und aktionsfähig sind“, sagte Meidinger.

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) lobt die Zusatzmittel als „sinnvolle Ergänzung“. Es sei jedoch „zu erwarten gewesen“, da der Bund die Förderung für stationäre Lüftungsanlagen „schlicht zu spät auf den Weg gebracht“ habe.

Sein Land habe daher bereits weitere 20 Millionen Euro für einfache Zu- und Abluftanlagen, automatisiert kontrollierte Fensterlüftungen oder mobile Luftfilter für die Klassen eins bis sechs zur Verfügung gestellt.

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte bereits zuvor über Gespräche zur Ausweitung des Bundesprogramms berichtet. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte mitgeteilt, Bund und Länder arbeiteten an einem Programm für mehr Luftfilter in Klassenzimmern.

Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter auf 7,1

Nachdem das Umweltbundesamt seine kritische Meinung gegenüber den mobilen Filtern geändert habe, würden die Länder nun beraten, wie man die Bundesförderung ergänzen könne, so der Kanzlerkandidat der Union am Sonntag in der ARD. Die frühere Einschätzung der Behörde gaben viele Bundesländer als Grund an, die Geräte nicht anzuschaffen.

Derweil wächst die Sorge, dass sich die gefährlichere Delta-Variante in Deutschland stark ausbreitet. Seit über einer Woche steigt zudem die Sieben-Tage-Inzidenz. Am Mittwochmorgen meldete das Robert Koch-Institut einen Anstieg von 6,5 auf 7,1. Gleichzeitig sind derzeit rund 43 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Die Impfquote wird als wichtigster Faktor im Kampf gegen die Pandemie angesehen.

Der Bundespräsident wirbt eindringlich für die Corona-Impfung

So warb Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) eindringlich für Corona-Impfungen. „Jeden Tag, mit jeder Impfung befreien wir uns ein Stück mehr aus den Fängen der Pandemie und holen uns unser Leben zurück“, erklärte das Staatsoberhaupt in einer am Mittwoch veröffentlichten Videobotschaft. „Zeigen Sie Verantwortung für sich und für andere. Lassen Sie sich impfen!“

Auch Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht (SPD) appellierte an alle Erwachsenen, sich  „so schnell es geht impfen zu lassen“. So übernehme man Verantwortung für sich selbst und andere und „verhindert, dass das Virus an die Kinder herankommt“.

Mehr: Chaos um Luftfilter in Schulen – Experten warnen vor weiterem Jahr Wechselunterricht

Startseite
Mehr zu: Pandemie - Schulen erhalten 200 Millionen Euro für mobile Luftfilter
0 Kommentare zu "Pandemie: Schulen erhalten 200 Millionen Euro für mobile Luftfilter"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%