Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Papst Franziskus Ein Mann mit Vergangenheit

Seite 2 von 2:
„Sünder sollen sich im Meer ertränken“

Der neue Papst – eine verzagte Entscheidung

Dass es überhaupt Verbandlungen zwischen katholischer Kirche und Diktatur gegeben habe, läge auch daran, dass dieses Arrangement für beide Seiten vorteilhaft gewesen sei. „Durch die Diktatur bekam die Kirche mehr Macht im Land, gleichzeitig wurden Konflikte unterbunden. Im Gegenzug dazu legitimierte die Kirche in gewisser Weise die Diktatur“, sagt Ruderer.

Heute gilt das Verhältnis zwischen Politik und Kirche in Argentinien als distanzierter. Das zeige sich beispielsweise an der vakanten Position des Militärbischofs, sagt Ruderer. Der Ex-Militärbischof Baseotto hatte Schwangerschafts-Abbrechern, also „Sündern“ empfohlen, sich im Meer zu ertränken. Das ging der Regierung um Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner doch zu weit.

Zu sehr erinnerten solche Sätze an die Militärdiktatur, an die Vergangenheit, an die Machenschaften der katholischen Kirche. Die Folge: Es gibt bisher keinen neuen Militärbischof. Trotz scheinbarer Distanz: „Kirchner erwähnt ihren katholischen Glauben immer wieder in ihren politischen Reden“, sagt Ruderer. „Auch heute sind Kirche und Politik nicht so weit von einander entfernt.“

Trotz Vergangenheit der Kirche in Argentinien, trotz Vergangenheit des Papstes: Heute gilt der Heilige Vater als bescheiden, scheut den Luxus, fährt lieber mit dem Bus oder mit dem Fahrrad als sich chauffieren zu lassen, ist einer, der die Armut kennt, der vor der Realität in Argentinien nicht die Augen verschließt, der die Menschen wahrnimmt.

Und das ist es, warum die Argentinier ihn lieben. Er ist eben einer von ihnen. Einst war Bergoglio der Kardinal von Buenos Aires, der Kardinal für die Armen. Jetzt macht er einem ganzen Kontinent Hoffnung.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Papst Franziskus - Ein Mann mit Vergangenheit

25 Kommentare zu "Papst Franziskus: Ein Mann mit Vergangenheit"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • im übrigen muss ich den gläubigen leider mitteilen, dass der venezuelanische interim-präsident maduro, der am 14.04.2013 zum rechtmäßigen präsidenten gewählt wird, gestern augenzwinkernd die wahrheit über den ausgang der papstwahl verkündete:

    hugo chavez, inzwischen auf einer ebene mit jesus christus, hat die wahl angesichts der möglichkeit eines afrikanischen oder südamerikanischen papstes auf den argentinier gelenkt. offensichtlich gibt es eine neue hand im himmel. es wird auch erwartet, dass zeitnah eine verfassungsgebende versammlung im himmel abgehalten wird, um die kriche auf erden zu reformieren, damit die kirche wieder eine kirche des volkes wird. amen.

    in eines solche kirche könnte ich auch als agnostiker gehen.

    gott schütze die bolivarische revolution und ihren präsidenten maduro!

  • Grundlage Ihrer Unterstellungen sind vermutlich Behauptungen sogenannter Enthüllungsjournalisten, die zwar nichts zu enthüllen haben aber auch mal einen Tag auf die Titelseite wollen.

    Wir leben offensichtlich in einer Zeit maximaler geistiger Dumpfheit, in der sich vor allem der Hass auf alles Intakte artikuliert.

    Leute wie Sie tun mir leid!

  • Wenn es um die unbefleckte seele des papstes geht ist das Handelsblatt gnadenlos. So viele Löschungen von Kommentaren gab es noch nie. Wieviel Umsatz steht denn auf dem Spiel? Was ist wichtiger: Die Vergangenheit eines Papstes erhellen( Kollaberation mit Massenmördern; Akzeptanz der Folterung und Ermordung der eigenen Mitbrüder; vielleicht sogar Unzucht mit Minderjährigen und Schutzbefohlenen....)oder aus Umsatzgründen mit Hitlers Nachfolgern und deren schweigenden Mitwissern schuldig zu werden?
    Ein klares Wort der Redaktion ist überfällig.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Papst hatte keine Verbindung zur Militärjunta

    Friedensnobelpreisträger Adolfo Perez Esquivel hat Berichte kategorisch zurückgewiesen, wonach Papst Franziskus während der Militärdiktatur in Argentinien (1976-1983) mit den damaligen Machthabern paktiert habe. Wörtlich sagte der 81-Jährige: "Es gab Bischöfe, die Komplizen der Diktatur waren, aber Bergoglio nicht." (BBC-Interview). Es gebe keinerlei Verbindung zwischen Bergoglio und der Diktatur, so der bekannte Menschenrechtler. Perez Esquivel bestätigte der BBC, dass ähnlich wie Bergoglio auch andere Ordensobere und Bischöfe versucht hätten, bei den Generälen zugunsten von Verschleppten und Inhaftierten zu intervenieren. Bitte bei der Wahrheit bleiben und keine, nicht beweisbare, Denunziation in die Welt setzen, liebe Maike und HB-Redaktion. Danke.

  • 1. Die katholische Kirche ist traditionell (z.B. keine Konfrontation gegen den Staat)!
    2. Der Orden der Jesuiten - Teil der katholischen Kirche - ist in vielen Dingen liberaler (Verhältnis Christus zu den Religionen, einige Aspekte der Theologie der Befreiung, Unauflöslichkeit der Ehe sowie das Pastoral für homosexuelle Personen). Wobei die Liberalität von den Ordensbrüdern unterschiedlich interpretiert wird (evtl. das Problem der beiden verhafteten Prister?). Diese Liberalität hat bis 2008 zu Spannungen innerhalb der katholischen Kirche geführt.
    3. Ziel des damaligen Pabstes Benedikt XVI war es, den Jesuiten - im Rahmen der Besinnung auf den traditionellen Weg - wieder eine klare Ausrichtung innerhalb der katholischen Kirche zu geben. Scheinbar ist es ihm gelungen!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • ach was, Frauen stören nur, haben die Päpste doch zu Kaisers Zeiten einfach keine Kohle mehr in der Kasse gehabt um die vielen "Bastarde" und deren Mütter zu unterhalten. Gabs kurzerhand mal das Zölibat, in der Bibel steht davon überhaupt nichts.

  • Nur die sind wahrhaft arm, die einen Führer brauchen.

  • Vereinfachungen können uns dazu dienen, die Welt klarer zu sehen. Wir müssen dann aber wieder daran denken, die Filter aus unserer Sicht zu nehmen, die den Kontrast verstärkt haben. Schwarz-weiss-Denken ist in durchgängiger Form unangebracht.
    Petrus, der erste "Pabst" hat seinen Herrn und Gott Christus vielfach nicht (gleich) verstanden, er hat ihn sogar mehrfach verraten.
    SO MUSS ein Pabst sein, der den Menschen nahe ist: er muss selber Fehler haben UND er muss eine Verbesserungswilligkeit gezeigt haben.

    Kirche - egal welcher Denomination - ist doch eine Art Besserungsanstalt für uns alle hier. Sie und ich wir haben Fehler, wir haben unsere Vorstellung von der Welt, die sicher in vielem an "der Wahrheit" vorbei geht.

    Kirche ist kein Hort der Perfekten, das geht doch gar nicht. Nicht mit Menschen.

Alle Kommentare lesen