Papstwahl Führungswechsel bei der Vatikan-AG

Weißer Rauch über Rom: Die Kardinäle haben einen neuen Papst gefunden, der die katholische Kirche in die Zukunft führen soll. Doch der wird sich um etwas Weltliches kümmern müssen: die Machenschaften der Vatikanbank.
Update: 13.03.2013 - 19:26 Uhr 17 Kommentare
Die Kardinäle bereiten sich mit einer Messe auf ihr große Aufgabe vor: Die Wahl eines neuen Heiligen Vaters.

Die Kardinäle bereiten sich mit einer Messe auf ihr große Aufgabe vor: Die Wahl eines neuen Heiligen Vaters.

Rom„And the winner is…“. Gespannter als bei der Oskar-Verleihung hat die katholische Welt auf das „Habemus Papam“ gewartet. Im fünften Wahlgang haben sich die Kardinäle geeinigt - weißer Rauch stieg über Rom auf. Die Katholiken weltweit haben wieder ein Oberhaupt. Auf den neuen Papst warten gewaltige Aufgaben.

Vor allem die Kurie in Rom ist so zerstritten wie lange nicht mehr. Verschiedene Flügel feinden sich gegenseitig an. Geheime Dokumente gelangen – siehe Vatileaks – an die Öffentlichkeit. Insider berichten von einer Atmosphäre der Intrigen und des Misstrauens. Dieses Klima gilt auch als einer der Gründe für den Abgang von Joseph Ratzinger.

Aber auch außerhalb des Vatikans besteht Handlungsbedarf: Vor allem im traditionell katholischen Südamerika verliert die katholische Kirche zudem immer mehr an Boden. Statt dessen finden die Evangelisten immer mehr Zuspruch. Grund dafür sind auch die weit verbreiteten Missbrauchsfälle. Auch wie man damit umgehen soll, darüber haben die verschiedenen Kardinäle unterschiedliche Ansichten.

Vor allem muss sich der neue Papst einem äußerst weltlichen Thema widmen: dem Geld. Davon hat die Katholische Kirche zwar Massen, aber dessen Verwaltung ist mehr als zweifelhaft. Vor allem die Vatikanbank Ior steht in der Kritik. Noch nie war der Machtwechsel an der Spitze des Vatikans so eng mit dem Schicksal des Finanzarms des heiligen Stuhls verknüpft. Die verschiedenen Kardinalsfraktionen stehen für einen unterschiedlichen Umgang mit dem Institut. Forderungen nach mehr Transparenz bis hin zur Schließung werden immer lauter.

Das Istituto per le Opere di Religione (IOR ) - das Institut für religiöse Werke - hat auch beim Rücktritt von Benedikt XVI. eine entscheidende Rolle gespielt. Benedikt XVI hatte versucht, bei dem undurchsichtigen Konstrukt aufzuräumen und holte dafür eigens den externen Santander-Banker Ettore Gotti Tedeschi an Bord. Er sollte dafür sorgen, dass das Institut auf die weiße Liste der OECD kommt. Dazu müssen jedoch Geldwäsche- und Transparenzregeln geachtet werden. Das Ior hingegen hat bisher weder Bankstatus noch veröffentlicht es Bilanzen.

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17 Kommentare zu "Papstwahl: Führungswechsel bei der Vatikan-AG"

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  • Dem "Zensor" scheint die redaktionelle Tiefstform von heute offensichtlich selbst peinlich zu sein. Es geht mir darum, für die geschätzte Leserschaft zu dokumentieren, daß die erste Version der Headline dieses pulitzerpreisverdächtigen Redaktionsartikels lautete:
    "Führungswechsel bei der Gott-AG"

    Dies war schlichtweg Boulevardniveau und unseriöser journalistischer Schwachsinn (!!) und wurde offensichtlich auch selbst als solcher erkannt und wieder revidiert.

    Zensur als Vertuschung redaktioneller Fehlleistungen !!

  • Nasa-Roboter findet Lebensbausteine auf dem Mars und alle Welt blickt auf einen ollen Kamin durch den wirre alte Männer mit Allmachtsphantasien Rauch schicken.

    Wir sind schon so eine Krone der Schöpfung.

  • Alles Gute wünsche ich Ihnen im links-grünen EU-Machtapparat, der Sie garantiert von Ihrem Vermögen, Ihrer Identität, Ihren demokratischen Rechten usw. usf. befreit - dann haben Sie's gut.
    Sie jedenfalls werde ich bewusst in's Gebet einschließen.

  • @Falk
    "Pingeligsein" beim Zensieren zeigt nur die Unerfahrenheit des Zensors.
    Der heutige Zensor zeigt seine Unsicherheit dadurch, indem er übertrieben zensiert.
    Je "großzügiger" ein Zensor sein Handwerk betreibt, desto intelligenter ist er.
    Ein souveräner imtelligenter Zensor, der seiner selbst sicher ist, zensiert so gut wie nie, höchstens bei ausgesprochenen Beleidigungen aus der tiefsten Gossensprache aber nicht bei berechtigter Kritik, auch wenn ihm diese Kritik nicht gefällt.

  • Mein Gott, lieber HB-Zensor, seien sie doch nicht so mimosenhaft empfindlich.
    Freuen Sie sich lieber über Kritik, die sie ja selber als berechtigt angesehen haben, indem sie Ihren Titel abgeändert haben.
    Sie müssen souveräner werden, werter Zensor und sich nicht über jeden ..... aufregen.

  • Ich danke jedenfalls dem Handelsblatt für diesen informativen Artikel.

    Hier noch eine weitere interessante Lektüre, wenn auch vom Mai 2012 ...

    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/vatikanbank-gottis-werk-und-teufels-beitrag-1.1367301-2

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Der Vatikanstaat ist nicht Mitglied der EU. Findet also keine Anwendung.

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