Parlamentswahl in Italien: Sie hat eine „gewisse Abneigung“ gegen Deutschland und regiert bald Italien: Das ist Giorgia Meloni
Die Parteichefin der Fratelli d’Italia (FDI) will Italiens Position in Europa ändern, das bislang der „französisch-deutschen Achse“ unterstellt ist.
Foto: dpaGenua. Giorgia Meloni ist sichtlich bewegt, als sie am frühen Montagmorgen vor ihre Anhänger tritt: „Das ist eine Nacht des Stolzes, der Erlösung, der Tränen, der Umarmungen, der Träume, der Erinnerungen“, sagt die Parteichefin der Fratelli d’Italia (FDI). Bei der Parlamentswahl am Sonntag hat ihr rechtes Bündnis die klare Mehrheit in beiden Parlamentskammern geholt. „Wenn wir dazu aufgerufen werden, diese Nation zu regieren, dann werden wir es für alle tun“, für alle Italiener. Sie will das Land wieder einen, das sich in den vergangenen Wahlkampfwochen stark in zwei Lager gespalten hat.
Die 45-Jährige, die erste Ministerpräsidentin des Landes werden dürfte, kann leise und zurückhaltend sprechen, auch Schwächen zeigen. Aber sie kann auch richtig laut werden, wenn es um ihre Herzensthemen geht: „Stoppt die Boote!“, schrie sie noch vor zwei Wochen ihrem Wahlkampf-Publikum in Genua entgegen, ihre Stimme überschlägt sich dabei. Es sollten nur noch Migranten nach Europa kommen, die auf legalem Wege einwandern. „Und dann schickt die anderen wieder zurück!“