Partnersuche auf Russisch Putins Schachspiel gegen Europa

Russland braucht Europa nicht: Das ist die Botschaft, die Kremlchef Putin gern verbreiten würde. Er sucht rund um den Globus nach neuen Partnern. Doch geht die russische Taktik auf? Unsere Korrespondenten berichten.
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Kremlchef Wladimir Putin will die Figuren auf dem geostrategischen Spielfeld neu positionieren. Quelle: Getty Images
Russisches Schachspiel

Kremlchef Wladimir Putin will die Figuren auf dem geostrategischen Spielfeld neu positionieren.

(Foto: Getty Images)

Athen/Düsseldorf/Kopenhagen/São PauloKremlchef Waldimir Putin taktiert, er straft mit Ignoranz, buhlt, verhandelt, feilscht: Ein Jahr nach der Zuspitzung im Ukraine-Konflikt sind die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und dem Westen auf dem Tiefpunkt. Das große Reich steckt mitten in der Rezession, der Rubel ist kräftig abgewertet. Die russischen Abnehmer büßen deshalb massiv an Kaufkraft ein.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis Moskau sich neue Verbündete und Handelspartner suchen würde, auch, wenn von westlichen Medien befragte Russen stets fast trotzig betonen, die Sanktionen würden ihnen nicht ausmachen.

Das ist auch die Botschaft, die Kremlchef Putin selbst gern in die Welt verbreiten würde – mit Händeschütteln mit neuen großen Verbündeten aus China oder der Türkei, aus Brasilien oder Venezuela. Im Rest der Welt sieht der russische Präsident potentielle Verbündete. Im Kampf gegen die selbst mitverursachte Rezension versucht Putin eine Welt ohne Europa zu bauen. Inwiefern gelingt ihm das? Unsere Korrespondenten berichten.

Lateinamerika: Nur Rindersteaks reichen nicht

Für die brasilianischen Fleischproduzenten gab im August vergangenen Jahres ein unerwartetes Geschenk aus Moskau: Die russischen Behörden erteilten über Nacht 90 brasilianischen Schlachthöfen die Erlaubnis, Rindersteaks, Hühnerschlegel und Schweinhälften nach Russland zu exportieren. Es sei die schönste Nachricht des Jahres, erklärte Francisco Turra, Präsident der brasilianischen Hühner- und Schweinezüchterverbandes ABPA, als er von den russischen Sanktionen gegen Lebensmittelexporteure aus den USA und Europa hörte.

Die Freude der brasilianischen Fleischexporteure war verständlich, denn gute Nachrichten aus Moskau sind rar bei den Handelsbeziehungen zwischen südamerikanischen Exporteuren und russischen Importeuren: Russland zögert nicht, seine Kriterien für Importe nach Gutdünken zu seinem Gunsten zu ändern.

Davon sind alle Staaten in Lateinamerika immer wieder betroffen. Kein Wunder, dass der Handel zwischen dem Kontinent und Russland immer gering geblieben ist. Zu ähnlich sind zudem die rohstoffdominierten Exportpaletten der beiden Handelspartner.

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