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Patienten-Nepp Ein Bluttest für 10.000 Dollar

Die einen zahlen zehn Dollar, die anderen 10.000 – und das für einen einfachen Bluttest. Gibt's nicht? Doch! Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Warum das US-Gesundheitssystem kein gutes Vorbild für Deutschland ist.
17.08.2014 - 12:18 Uhr Kommentieren
Tausende Euro für einen einfachen Bluttest - in Deutschland undenkbar. Quelle: dpa

Tausende Euro für einen einfachen Bluttest - in Deutschland undenkbar.

(Foto: dpa)

San Francisco Wer sich das amerikanische Gesundheitswesen in Deutschland wünscht, der sollte besser noch einmal nachdenken. Denn in den USA können schon 50 Kilometer mehr oder weniger zum nächsten Krankenhaus über die Existenz einer Familie entscheiden.

Die Kosten für ein neues Knie schlagen im Highland Campus des Alameda County Medical Center in der Nähe von San Francisco mit 59.800 Dollar zu Buche. Wer dagegen das Pech hat im Washington Hospital im 50 Kilometer entfernten Fremont zu enden, der zahlt für die gleiche Operation 164.400. Dollar. Selbstbehalte und Zuzahlungen in erheblicher Höhe sind die Regel bei praktisch allen amerikanischen privaten Krankenversicherungen. Bei 20 Prozent Eigenanteil wären also im einen Krankenhaus 12.000 und im anderen 33.0000 Dollar zu zahlen. Für eine amerikanische Mittelklassefamilie kann das schnell den Unterschied zwischen Privatinsolvenz und der Chance zum Neuanfang bedeuten.

Theoretische Zahlenspiele sind das nicht. Nach einer Studie von nerdwallet.com auf Basis von Zahlen des US-Statistikamtes mussten 2013 rund 1,7 Millionen US-Haushalte Privatinsolvenz aufgrund unbezahlbarer Krankenhausrechnungen anmelden. Ein Rekord. Weder Arbeitslosigkeit, Scheidung oder Immobilienkredite können da mithalten. Der Staat mit den meisten medizinbedingten Privatinsolvenzen ist Kalifornien, mit 248.002. „Wir sind immer schnell dabei, Schulden auf mangelnde Sparneigung und unkontrollierten Konsum abzuschieben“, so Christina LaMontage von Nerdwallet. „Aber unsere Studie zeigt, wie groß die Probleme sind, die Krankenhausrechnungen verursachen.“

Besonders auffallend, so die California Public Interest Research Group, Herausgeber der Studie „Your Cost May Vary“ („Ihre Kosten können abweichen“), sei dabei die Tatsache, dass sich der Unterschied in den Kosten für Operationen oder Dienstleistungen praktisch nicht durch bessere Leistungen erklären lässt. Es ist, als ob gewürfelt wird.

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    Noch krasser treten die Unterschiede bei einer aktuellen Studie der Universität von Kalifornien in San Francisco zutage. Um eine möglichst große Vergleichbarkeit herzustellen, konzentrierten sich die Forscher auf standardisierte Bluttests. Die Ergebnisse, veröffentlicht auf der medizinischen Fachseite BMJ Open, lassen den Atem stocken. Ein einfaches Blutbild, wie es praktisch tagtäglich in Arztpraxen oder Krankenhäusern angeordnet wird, kostet im günstigsten Fall zehn Dollar in einem kalifornischen Krankenhaus, im schlimmsten Falle 10.169 Dollar. Leider haben sich die Autoren der Studie dafür entschieden, die Namen der jeweiligen Krankenhäuser nicht zu veröffentlichen.

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