Patrick Raaflaub Chef der Schweizer Bankenaufsicht tritt zurück

Patrick Raaflaub war für eine strenge Regulierung der Banken eingetreten – nun tritt der Chef der Schweizer Bankenaufsicht nach fünf Jahren überraschend zurück. Er suche „eine neue Herausforderung“.
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Patrick Raaflaub kam aus der Versicherungsbranche und hatte nach seinem Amtsantritt 2009 die Banken stärker an die Kandare genommen als seine Vorgänger. Quelle: Reuters

Patrick Raaflaub kam aus der Versicherungsbranche und hatte nach seinem Amtsantritt 2009 die Banken stärker an die Kandare genommen als seine Vorgänger.

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ZürichDer Chef der Schweizer Bankenaufsicht (Finma) tritt überraschend zurück. Patrick Raaflaub werde seinen Posten Ende Januar aus persönlichen Gründen räumen, sagte ein Finma-Sprecher am Mittwoch. Der 48-jährige Behördenchef erklärte, die Zeit sei gekommen, „eine neue Herausforderung zu suchen“.

Raaflaub, der aus der Versicherungsbranche kam, hatte nach seinem Amtsantritt 2009 die Banken stärker an die Kandare genommen als seine Vorgänger. Er trat ebenso wie die Schweizerische Nationalbank (SNB) für schärfere Eigenkapitalvorschriften für Schweizer Banken ein. Zuletzt forderte er die Institute auf, sich im Steuerstreit mit den USA selbst anzuzeigen, wenn sie für amerikanische Steuersünder Geld verwaltet haben.

„Der Rücktritt kommt zur Unzeit“, sagte Peter Kunz, Professor für Wirtschaftsrecht an der Universität Bern. Zwar sei verständlich, dass Raaflaub nach fünf Jahren etwas Neues machen wolle, aber noch sei der Steuerstreit mit den USA nicht gelöst und auch in der Diskussion über die Eigenkapitalausstattung der Banken stünden wichtige Entscheidungen an. Der Abgang des Chefs sei ein Kompetenzverlust für die Behörde.

Raaflaubs Stelle als Finma-Chef übernimmt zunächst sein Stellvertreter Mark Branson. Der aus Großbritannien stammende frühere UBS-Manager ist seit Januar 2010 bei der Bankenaufsicht. Vor einigen Tagen hatte es Spekulationen gegeben, die Präsidentin des Finma-Verwaltungsrates, Anne Heritier Lachat, erwäge, ihr Amt vorzeitig aufzugeben. „Ich bedaure seinen Entscheid außerordentlich“, erklärte Lachat. Dass die Finma zielstrebig und konsequent Lehren aus den Erfahrungen der Finanzkrise gezogen habe, sei nicht zuletzt Raaflaubs Verdienst gewesen. Die Prozesse für die Wahl eines neues Finma-Chefs seien angelaufen.

  • rtr
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