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Pawel Adamowicz Bürgermeister von Danzig auf offener Bühne niedergestochen

Die Tat erschüttert ganz Polen. Ein Mann stürmt auf die Bühne einer Benefizveranstaltung und sticht den Bürgermeister von Danzig nieder.
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Bürgermeister bei Messerattacke schwer verletzt

Warschau Ein Messerangreifer hat den Bürgermeister von Danzig auf offener Bühne niedergestochen. Pawel Adamowicz sei in ernstem Zustand, teilte der polnische Präsident Andrzej Duda mit. Doch gebe es Hoffnung. Der mutmaßliche Täter wurde umgehend festgenommen. Er soll aus Rache gehandelt haben. Die Tat löste weit über Danzig hinaus Entsetzen unter Politikern aus.

Adamowicz nahm am Sonntag an einer Spendenveranstaltung teil, als ein Mann plötzlich auf die Bühne stürmte und mit einem Messer auf ihn einstach. Der Bürgermeister hielt sich den Bauch und sackte vor dem Publikum zusammen. Präsident Duda sagte, er sei informiert worden, dass Ärzte den Herzschlag des schwer verletzten Adamowicz wieder in Gang gebracht hätten. Sein Zustand sei „sehr heikel“. Duda rief die Bürger zum Gebet für den Bürgermeister auf.

Radio Danzig meldete, Adamowicz sei bei der Messerattacke in der Herzgegend getroffen worden. Das Blatt Rzeczpospolita beschrieb seinen Zustand unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen als „kritisch“. Später wurde er in einem Krankenhaus operiert. Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden riefen zu Blutspenden für Adamowicz auf. Über seinen Zustand lagen bis zum frühen Montagmorgen keine Angaben vor.

Der polnische Sender TVN berichtete, der mutmaßliche Angreifer habe kurz nach der Tat gebrüllt, er sei von der vorangegangenen Regierung unter Führung der Bürgerplattform zu Unrecht ins Gefängnis gesteckt worden. Der Partei gehörte Adamowicz früher an. Auf TVN-Bildern war zu sehen, wie der mutmaßliche Täter rief, dass sein Name Stefan laute. „Ich war inhaftiert, aber unschuldig. Die Bürgerplattform folterte mich. Deswegen ist Adamowicz gerade gestorben.“

Den Verdächtigen identifizierte die Polizei später als vorbestraften 27-Jährigen. Er habe Banküberfälle verübt. Zugang zum Bühnenbereich habe er sich mit einem Presseausweis verschafft. Bilder des Senders TVN zeigen, wie Adamowicz kurz vor der Attacke noch mit einer Wunderkerze in der Hand auf der Bühne steht und dem Publikum sagt, dass es ein „wunderbarer Tag“ gewesen sei.

Am Sonntag war der Bürgermeister auf den Straßen seiner Stadt unterwegs, um mit Freiwilligen im ganzen Land Geld für die Wohltätigkeitsorganisation Großes Orchester der Weihnachtshilfe zu sammeln. Die Stiftung kauft mit Spenden moderne medizinische Ausrüstung für klamme Krankenhäuser in Polen, was vor allem Kindern zugutekommen soll. Sie hatte auch die Benefizveranstaltung organisiert, auf der es zur Attacke auf Adamowicz kam. Der Chef des Großen Orchesters der Weihnachtshilfe, Jerzy Owsiak, machte eine hasserfüllte Atmosphäre unter der nationalkonservativen Regierungspartei PiS für die Tat mitverantwortlich.

Der 53-jährige Adamowicz ist seit 1998 Bürgermeister von Danzig. In den 80er Jahren gehörte er der demokratischen Opposition unter Lech Wales an, die dort ihren Ursprungsort hatte. Nachdem Adamowicz der Bürgerplattform den Rücken kehrte, wurde er als Parteiloser für eine sechste Amtszeit wiedergewählt.

EU-Ratspräsident Donald Tusk, früher polnischer Ministerpräsident und Mitbegründer der Bürgerplattform, schrieb auf Twitter: „Lasst uns alle für Bürgermeister Adamowicz beten. Pawel, wir sind bei Dir.“ Tusk stammt aus Danzig.

  • ap
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