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Pedro Sánchez Der Chef der spanischen Sozialisten besticht durch seinen Ehrgeiz

Pedro Sánchez ist der klare Sieger der Parlamentswahlen in Spanien. Noch vor drei Jahren galt der Sozialistenchef als abgeschrieben.
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Der Chef der Sozialistischen Partei hat ein ausgeprägtes Gespür für Macht. Quelle: Bloomberg
Pedro Sánchez

Der Chef der Sozialistischen Partei hat ein ausgeprägtes Gespür für Macht.

(Foto: Bloomberg)

Madrid Strahlend reckt Pedro Sánchez die Faust in den Himmel. Vor ihm jubeln seine Anhänger und schwenken rote Parteifahnen. Der 47-Jährige hat die Parlamentswahl am Sonntag in Spanien eindeutig gewonnen und muss nun versuchen, eine Regierung zu bilden. Niemand zweifelt daran, dass er alles tun wird, damit das gelingt. 

Seinen Ehrgeiz hat Sánchez bereits in der Vergangenheit bewiesen, als ihn die meisten Experten bereits abgeschrieben hatten. 2015 und 2016 fuhr die Sozialistische Partei unter seiner Führung historisch schlechte Werte ein. Vor allem die linkspopulistische Partei Podemos, die 2015 erstmals in das spanische Parlament eingezogen war, raubte den Sozialisten zahlreiche Stimmen.

Als Sánchez sich nach der Neuwahl 2016 weigerte, seinen konservativen Kontrahenten Mariano Rajoy zum Ministerpräsidenten zu wählen, drängte ihn die Parteiführung im Oktober 2016 zum Rücktritt. Der Krach sorgte damals für eine schwere Parteikrise. Doch Sánchez gab nicht auf, kurvte mit seinem Peugeot 407 durch Spanien und sammelte Stimmen an der Parteibasis. Im Mai 2017 wählte die ihn erneut zum Vorsitzenden.

Gut ein Jahr später, im Sommer 2018 bewies er politischen Instinkt und reichte nach einem verheerenden Gerichtsurteil im Korruptionsprozess um die konservative Partido Popular einen Misstrauensantrag gegen deren Premier Mariano Rajoy ein. Seitdem ist er Sánchez Ministerpräsident. Und wird es wohl auch bleiben.

Sein Stehvermögen auch nach den größten Rückschlägen ist die wohl größte Qualität von Sánchez. Er hat sogar ein Buch darüber geschrieben, mit dem bezeichnenden Titel „Anleitung zum Widerstand“.

Das gute Abschneiden seiner Partei bei dieser Wahl ist aber nicht in erster Linie auf seine Person zurückzuführen. In beiden TV-Debatten vor der Wahl konnte er rhetorisch nicht überzeugen. Doch bei ihm paaren sich Ehrgeiz und ein ausgeprägtes Gespür für Macht – und wie sie zu erlangen ist.

„Er hat die Zeit als Regierungschef genutzt, um den beiden neuen Parteien Podemos und Ciudadanos die Besetzung von Themen wie Feminismus oder Erhöhung des Mindesteinkommens zu stehlen“, sagt Antonio Barroso vom Beratungshaus Teneo.

Seit Sánchez‘ erfolgreichem Misstrauensantrag sind die Umfragewerte seiner Partei kontinuierlich gestiegen. 29 Prozent der Sitze im spanischen Parlament hält sie nach dieser Wahl. Sánchez muss jetzt nur noch einen Weg finden, damit zu regieren.

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