Pentagon IS schaltet von Angriff auf Verteidigung

Das Pentagon sieht die Terrormiliz Islamischer Staat in der Defensive. Doch noch immer stärkt ein Zufluss von Geld und Kämpfern die Extremisten - und die Uno meldet erschreckende Zahlen aus dem Irak.
Update: 07.01.2015 - 02:48 Uhr Kommentieren
Rauch nach einem Angriff auf eine von der Terrormiliz IS eingenommenen Region nördlich von Bagdad. Quelle: AFP

Rauch nach einem Angriff auf eine von der Terrormiliz IS eingenommenen Region nördlich von Bagdad.

(Foto: AFP)

Washington/BagdadFünf Monate nach dem Beginn der US-Luftangriffe im Irak sieht das Pentagon die Terrormiliz Islamischer Staat nun in der Defensive. Die militärische Stoßkraft der Extremisten im Irak sei in den vergangenen drei bis vier Wochen gestoppt worden, sagte Pentagonsprecher John Kirby am Dienstag. Die USA hätten in letzter Zeit keine nennenswerten IS-Angriffe mehr beobachtet.

Diesen Prozess dürfe man aber nicht als Selbstverständlichkeit betrachten, denn dem IS gelinge es weiterhin, Geld einzunehmen und neue Kämpfer zu rekrutieren, sagte er. Deshalb müsse das Anti-IS-Bündnis wachsam und auf neue Attacken vorbereitet bleiben.

Konkrete Zahlen zu verletzten oder getöteten IS-Kämpfern könne das Pentagon nicht geben. „Wir haben nicht die Fähigkeit, jede Nase zu zählen, der wir eine runterhauen“, sagte Kirby dazu. Es seien aber „mehrere Hundert IS-Kämpfer getötet“ worden.

Mit Blick auf möglicherweise bei Luftschlägen in Syrien und im Irak getötete Zivilisten sagte er, das für die Region zuständige Militärkommando Centcom ermittle derzeit in einigen Fällen möglicher Zivilopfer, die es für "glaubhaft" halte. Die Armee nehme dies "ernst" und versuche stets, das Risiko ziviler Opfer so gering wie möglich zu halten.

Aus US-Verteidigungskreisen verlautete, dass Ermittlungen in insgesamt 18 Fällen eingeleitet wurden. In 13 von ihnen konnten zivile Opfer nicht bestätigt werden, fünf Ermittlungen liefen demnach noch, darunter ein Luftangriff vom 26. Dezember.

Die US-Armee hatte sich bislang bei möglichen zivilen Opfern durch die Luftangriffe auf den IS zurückhaltend gezeigt und erklärt, es gebe keine Hinweise auf getötete Zivilisten. Menschenrechtsgruppen hatten allerdings von dutzenden Zivilisten berichtet, die durch die Luftangriffe getötet worden sein sollen, die meisten davon in Syrien.

Die USA führen eine internationale Koalition im Kampf gegen den IS an. Die Miliz hatte im Sommer bei einer breiten Offensive weite Teile beider Länder erobert und für ihren Kontrollbereich ein Kalifat ausgerufen. Nach Auskunft einer Ministeriumssprecherin haben die USA seit August bislang 1350 Luftschläge gegen IS geflogen, 687 im Irak und 663 in Syrien.

Mehr als 12.000 tote Zivilisten im Irak
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