Persischer Golf Araber rüsten ihre Streitkräfte gegen Iran

Neue Waffensysteme sollen Teheran abschrecken. Aus Furcht vor dem iranischen Nuklearprogramm bauen die arabischen Staaten ihre Streitkräfte massiv aus und kaufen für 123 Milliarden Dollar in den USA ein.
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F-16-Kampfjet: Drohkulisse gegen Iran Quelle: Reuters

F-16-Kampfjet: Drohkulisse gegen Iran

(Foto: Reuters)

DÜSSELDORF. Kampfflugzeuge, Raketenabwehrsysteme und Hubschrauber stehen auf der Wunschliste ganz oben: Die arabischen Golfstaaten rüsten derzeit massiv auf – und das in Friedenszeiten. Die Furcht vor Irans Nuklearprogramm treibt die arabischen Staaten an. Vor wenigen Tagen bestätigte das US-Verteidigungsministerium Verhandlungen über einen großen Waffendeal mit Saudi-Arabien im Wert von 63 Milliarden US-Dollar. Doch nicht nur das saudische Königshaus will seine Streitkräfte verstärken, um Teheran die Stirn zu bieten. Laut "Financial Times" bereiten auch die Vereinigten Arabischen Emirate, Oman und Kuwait die massive Aufrüstung ihrer Armeen in den kommenden Jahren vor. Insgesamt 123 Milliarden US-Dollar (94 Milliarden Euro) wollen die Golfstaaten in die Nachrüstung ihrer Streitkräfte investieren.

Davon profitieren vor allem die amerikanischen Rüstungskonzerne Boeing und Lockheed Martin. Im 63-Milliarden-Deal mit Saudi-Arabien enthalten sind 85 neue F-15-Jäger aus der Produktion von Boeing. 70 weitere F-15 sollen nachgerüstet, Radar, Raketenabwehrsysteme und die saudische Marine modernisiert werden. Die Lieferung von Apache-Kampfhubschraubern ist ebenfalls vorgesehen. "Ziel ist es, eine klare Botschaft an die Adresse des Iran zu schicken, dass wir die Lufthoheit haben", sagte ein saudischer Verteidigungsexperte.

Auch die anderen US-Alliierten am Golf ordern Waffensysteme in großer Zahl. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben nach Einschätzung von Experten Kaufverträge über 35 bis 40 Milliarden Dollar unterzeichnet, um sich mit den Raketenabwehrsystemen Thaad von Lockheed Martin und Patriot-Raketen des Herstellers Raythenon gegen den möglichen persischen Aggressor zu wappnen und den Luftraum zu sichern. Oman und Kuwait investieren bis Ende 2014 12 und 7 Milliarden Dollar. Oman hat 18 neue F-16-Bomber bei Lockheed Martin bestellt, 12 weitere Kampfflugzeuge sollen nachgerüstet werden.

Die USA unterstützen diese Eindämmungspolitik gegenüber Teheran nach Kräften. Anthony Cordesman vom Center for Strategic and International Studies in Washington sprach gegenüber der "Financial Times" von einer "Post-Irakkrieg-Struktur, die den Energiefluss aus der Region für die globale Wirtschaft sicherstellen soll". Zwei Drittel der weltweiten Erdölreserven werden in der Region am Golf vermutet. Die Waffenverkäufe sollen das Abschreckungspotenzial erhöhen und der US-Regierung die Gelegenheit geben, die vor Ort stationierten US-Streitkräfte zu reduzieren und damit den Haushalt zu entlasten.

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13 Kommentare zu "Persischer Golf: Araber rüsten ihre Streitkräfte gegen Iran"

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  • > Eindämmungspolitik

    ich glaub ich spinne.

    Dort passiert alles andere als Eindämmungspolitik.

    Dort wird hochgerüstet für den nächsten Jrieg, und der wir kommen weil hochgerüstet wird.

    Es war das vernünftigste der Welt, daß der iran sich atomare beewaffnung verschafft, denn ohne diese hätte er schon das Schicksal des irak erlitten.

    Es ist bezeichnend, daß das Land, welches die absolut meisten Kriege seit dem 2. WK geführt hat und selbst Atomwaffen besitzt und das einzige lad ist welches diese jemans gegen fremde Menschen eingesetzt hat, die USA, anderen keine Atomwaffen zugestehen wollen.

    Die USA sind der gefährliche Kriegstreiber, nicht der iran!

  • Es geht um die Vorverurteilung nur weil jemand Öl hat. Das buch bzw. den Film : Nicht ohne meine Tochter habe ich zusammen mit Exil-iranern gesehen. Die haben sich richtig darüber aufgeregt und von ihrem Leben berichtet.

    Die Saudis sind sehr interssiert an alternativen Energieformen und wollten investieren.
    Das man ihnen hier wie sovielerorts etwas vorgesetzt hat, dass ist auch genug deutschen und anderen passiert, s. Friedman, ist natürlich keine Entschuldigung, insbesondere nicht für Leute wie hartz.

    Und wenn der Meeresspiegel steigt, wie sieht es dort mit dem inseln aus bei den Saudis?

  • @ Mariana Mayer

    Unterstellung? Frau Mayer, es gibt bei uns Gott sei Dank eine freie Presse, die in regelmäßigen Abständen darübder berichtet.

    Es gibt neben Google viele andere Suchmaschinen, über die man sich sachkundiger machen kann.

    Es kostet allerdings etwas Zeit und Mühe.

  • Zu:
    Nur, wie lange noch? Zur Zeit erhält jeder der rund 1.500 Prinzen des Landes aus den Öleinnahmen eine jährlich Zahlung in Höhe von einigen Millionen Dollar, um damit nach belieben zu leben - vorzugsweise in London, New-York usw., wo man sich exzessiv mit Frauen und Alkohol so vergnügen kann, wie es zu Hause strengstens verboten ist. Hier wurden bis heute hunderte Milliarden Dollar an Einnahmen, die normalerweise dem Staat zustehen, blind für das Wohlergehen von Nichtstuern verschleudert.
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    Eine Unterstellung sondergleichen, so wie sie üblich ist. ich habe etwas anderes gesehen.

  • Machen Sie, @ Martin Schmitt, bitte nicht den Fehler, politische und wirtschaftliche interessen durcheinander zu mengen.

    Sicher, es entspricht auch politischen interessen, wenn an amerikanische Unternehmen derartig gro0e Rüstungsaufträge vergeben werden. Und sicher wird der Staat dadurch Steuern ziehen konnen. Aber das ist doch der wirtschaftliche Normalfall, das ist Usus.

    Glauben Sie ernsthaft, daß die USA bei einer Gesamtverschuldung im Ausland in Höhe von ca. 11 billionen Dollar sich mit einigen Milliarden Dollar an Steuer- und Sozialeinnahmen aus diesem Geschäft entschuldet? Was der Staat alleine in der Zeit des Geschäftablaufes an Zinszahlungen für die Gesamtverschuldung zahlen muß ist ein vielfaches dessen, was sie einnehmen - nicht einmal der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein.

    Abgesehen davon hat sich Lockheed in den 1990gern mit dem Rüstungsunternehmen Martin Marietta verbandelt und firmiert seitdem unter dem Namen Lockheed Martin. Diese Gruppe ist in ca. 18 einzelne Unternehmen aufgegliedert - da sollten Sie schon sagen, wer von diesen Companies denn da unter staatlichen Fittichen steht.

    So gesehen gebe ich ihnen recht: Der Deal insgesamt ist ein Witz. Aber solange die heimische Wirtschaft davon profitiert....

    Aber ich sehe ein ganz anderes Problem. Zur Zeit gelingt es der saudischen Königsfamilie noch, durch enorme Zahlungen an die Klerus, die bekanntermaßen einen Großteil der Gelder an terroristische Gruppierungen weiterleitet und damit direkt den weltweiten Terror finanziert, sich durch diese Zahlungen Ruhe im Lande zu erkaufen.

    Nur, wie lange noch? Zur Zeit erhält jeder der rund 1.500 Prinzen des Landes aus den Öleinnahmen eine jährlich Zahlung in Höhe von einigen Millionen Dollar, um damit nach belieben zu leben - vorzugsweise in London, New-York usw., wo man sich exzessiv mit Frauen und Alkohol so vergnügen kann, wie es zu Hause strengstens verboten ist. Hier wurden bis heute hunderte Milliarden Dollar an Einnahmen, die normalerweise dem Staat zustehen, blind für das Wohlergehen von Nichtstuern verschleudert.

    Es wird nicht mehr allzulange dauern, bis man dem Königshaus eine entsprechende Rechnung aufmachen wird und nach Verantwortlichkeiten fragt. Diesen Tag sollten wir fürchten, denn die Auswirkungen dieses Prozesses werden den Nahen und Mittleren Osten stärker verändern, als es z.b. der iran z.Zt. könnte.

  • Ausserdem ist bekannt wie in Saudi Arabien die Arbeitskräfte der Projektarbeit für bauarbeiten gehalten werden. Doch dieses Thema griff Merkel nicht auf. Nein sie versucht sich einzuschmeicheln.

    Klipp und klar zu sagen, so geht das nicht und gebt den Leuten ihre Ausreisepapiere zurück, nein dafür hat sich kein Staatsoberhaupt eingesetzt. Wollen alle nur ihr business durchziehen.

  • @ Herr Kintzel. Falls es an ihnen vorbei gegangen ist: in keinem Land der Welt hängt Militär (auch wenn es ihre Privatunternehmen sind) und Regierung so eng zusammen wie in den USA. Natürlich trägt dieses Vorhaben zur Entschuldung bei oder drücken die teilstaatlichen Unternehmen wie Lockheed ihre Milliardensteuern bei ihnen ab? ich finde es ist einfach eine Hammerfrechheit wie die mit dem Land umgehen, dass nach dem 11.9. umgehend mit den Anschlägen in Verbindung gebracht wurde (O. b. Laden ist Saudi). Erst stellen sie alle aus der bösen Achse unter Pauschalverdacht und dann liefern sie den vermeintlichen Terroristen auch noch Hightech Waffen! Wenn das mal nicht gegen den GESUNDEN Verstand spricht. Denen geht es halt nur ums Geld, inhalte und Überzeugungen zählen nicht mehr, alles nur noch Geld.

  • Die machen die Geschäfte nicht mit der Regierung, sondern mit Privatunternehmen, @ Herr Schmitt, da ist nix mit Entschuldung.

    Nur: Was nützen den Saudis die besten Kampfjets der USA, wenn man nicht die entsprechend ausgebildeten Piloten dazu hat. Oder werden die sinnvollerweise gleich mitgeliefert?

    Andereseits macht natürlich schon der reine besitz dieser Waffensysteme etwas her....

  • Wie oft hatten wir es schon in der geschichte, dass dieser Schuß aus den USA nach hinten losging?

  • ... ach übrigens. Die lieben Chinesen machen genau das selbige, nur mit Rohstoffen: http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/MONEY-boerse/money-boerse-uncle-sam-vergraetzt-china_aid_380118.html Also kommt mir nicht mit anti-terrorisischen-islam-Faxen!

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