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Persischer Golf Iranische Revolutionsgarden melden Stopp eines ausländischen Öltankers

Neue Eskalation im Iran-Konflikt: Einem Fernsehbericht zufolge sollen die iranischen Revolutionsgarden einen Öltanker gestoppt und die Crew gefangen genommen haben.
Update: 18.07.2019 - 15:11 Uhr Kommentieren
Iran: Revolutionsgarden melden Stopp eines Öltankers Quelle: dpa
Straße von Hormus

Seit Monaten steigen die Spannungen am Persischen Golf.

(Foto: dpa)

Teheran Die iranischen Revolutionsgarden haben einem Fernsehbericht zufolge einen ausländischen Öltanker im Persischen Golf festgesetzt. Das Schiff habe eine Million Liter Treibstoff schmuggeln wollen, meldete das staatliche iranische Fernsehen an diesem Donnerstag unter Berufung auf die Eliteeinheit. Der Tanker habe das geschmuggelte Öl südlich der iranischen Insel Lark von hiesigen Booten erhalten und es an ein anderes Schiff außerhalb der iranischen Gewässer liefern wollen, so die IRGC. Details zum Tanker und zur Nationalität der Crew-Mitglieder wurden zunächst nicht bekanntgegeben.

Der Tanker sei bereits am Sonntag festgesetzt worden. Der Einsatz sei im Einklang mit dem Kampf Irans gegen Ölschmuggel im Persischen Golf erfolgt und im Vorfeld mit den zuständigen Behörden und der Justiz koordiniert worden.

Name und Herkunft des Tankers wurden im Bericht des Staatsfernsehens nicht genannt. Seit dem Wochenende wird aber ein unter panamaischer Flagge fahrender Tanker, „Riah“, vermisst. Seine letzten Standortsignale sendete er aus der Nähe der iranischen Insel Keschm, wie die Signale von Handelsschiffen beobachtende Webseite Maritime Traffic berichtet. Larak ist eine kleine Insel vor Keschm. Auf Keschm befindet sich ein Stützpunkt der Revolutionsgarde.

Großbritannien hat vom Iran Aufklärung über die Beschlagnahmung eines Öltankers im Arabischen Golf verlangt.

Bereits die Meldung vom Verschwinden der „Riah“ hatte die internationalen Märkte beunruhigt. Der Ölpreis, der vergangene Woche noch rückläufig war, stieg gleich nach den ersten Meldungen.

Der Ölschmuggel ist ein lukratives Geschäft in der südiranischen Provinz Hormusgan. Über die Straße von Hormus werden immer wieder Öl und Benzin, die im Iran relativ billig sind, von iranischen Booten entweder direkt in die Nachbarstaaten geschmuggelt oder an andere Boote oder auch Öltanker außerhalb der iranischen Gewässer geliefert.

Die Führung in Teheran hatte wiederholt mit Konsequenzen für die Festsetzung des iranischen Öltankers „Grace 1“ Anfang Juli durch die britische Marine vor Gibraltar gedroht. Als Reaktion auf Berichte über die Festsetzung des Tankers durch die Revolutionsgarden stieg der Ölpreis.

Die iranische „Grace 1“ soll nach Syrien unterwegs gewesen sein, was ein Verstoß gegen die europäischen Sanktionen gegen das Land wäre. Die EU stellt seit 2011 Öllieferungen an Syrien unter Strafe. Das Öl in dem Schiff soll aus dem Iran stammen, was wiederum die US-Sanktionen gegen die Islamische Republik verletzen würde.

Eine Woche nach dem Aufbringen der „Grace 1“ versuchte der Iran nach Darstellung der Regierung in London, den britischen Tanker „British Heritage“ in der Straße von Hormus zu blockieren. Der Iran hat das bestritten.

Die Straße von Hormus im Persischen Golf ist einer der wichtigsten Schifffahrtswege weltweit. Ein Fünftel der Erdöltransporte gehen durch diese Meerenge. Die USA wollen ein Bündnis schmieden, um die Schifffahrtsstraße zu sichern.

Seit Wochen nehmen die Spannungen zwischen den USA und dem Iran zu. Hintergrund ist das Atomabkommen von 2015, aus dem sich Washington im vergangenen Jahr zurückgezogen hat. Seither haben die USA harte Wirtschaftssanktionen gegen Teheran verhängt. Der Iran wiederum hat begonnen, im Abkommen geregelte Uran-Grenzwerte zu überschreiten.

Mehr: Die USA setzen sich für mehr Militärpräsenz im Persischen Golf eingesetzt. Dafür wirbt US-Präsident Donald Trump bei seinen Nato-Partnern.

  • dpa
  • ap
  • rtr
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