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Pete Buttigieg Ein 37-Jähriger will US-Präsident Trump herausfordern

Die prominentesten demokratischen Präsidentschaftsbewerber sind jenseits der 70. Doch in Iowa liegt der 37-jährige Pete Buttigieg vorn.
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Der 37-Jährige steht für eine neue politische Generation der US-Demokraten. Quelle: AP
Pete Buttigieg

Der 37-Jährige steht für eine neue politische Generation der US-Demokraten.

(Foto: AP)

Washington Viele demokratische Präsidentschaftsbewerber drängen im US-Wahlkampf auf einen Neustart, ganz so, als könne man die Ära Donald Trump einfach wegwischen. Nicht so Pete Buttigieg, Bürgermeister der kleineren Stadt South Bend im Mittleren Westen der USA.

„Ich bitte euch, darüber nachzudenken, wie es am Tag nach der Wahl sein wird“, sagte er kürzlich vor Anhängern. „Unser Land wird noch gespaltener sein als heute, die Nation wird erschöpft sein vom Kämpfen.“

Es ist genau diese Portion Realismus, die das Publikum aufhorchen lässt, wenn Buttigieg spricht. Der 37-Jährige steht für den politischen Nachwuchs der Partei und beeindruckt mit starker Bühnenpräsenz.

Im kommenden Jahr wollen die Demokraten einen Trump-Herausforderer nominieren. Buttigieg fährt mittlerweile Umfragewerte ein, die ihm anfangs kaum jemand zugetraut hätte.

Er ist nicht nur der erste schwule Präsidentschaftsbewerber der Demokraten, sondern auch der jüngste der 17 verbliebenen Kandidaten. Zum Start seiner Kampagne konnte mit seinem Namen kaum jemand etwas anfangen – geschweige denn, ihn aussprechen.

Auf Twitter gibt Buttigieg Nachhilfe: „Boot-edge-edge“ lautet die englische Lautsprache. Sein Nachname stammt aus Malta, wie sein Vater, der erst vor wenigen Monaten verstarb. Der Einfachheit halber nennen ihn seine Anhänger „Mayor Pete“, Bürgermeister Pete, was ihm das Image des netten Typen von nebenan verleiht.

Auch sonst gelingt es Buttigieg, aus vermeintlichen Schwächen Stärken zu zaubern. So inszeniert er sich als Vorreiter eines Generationswechsels, und das trifft einen Nerv: Sowohl der US-Präsident als auch die drei demokratischen Favoriten Joe Biden, Elizabeth Warren und Bernie Sanders sind über 70 Jahre alt.

Im US-Bundesstaat Iowa, der im Februar frühe Vorwahlen abhält, kämpfte sich Buttigieg auf die Spitzenplätze der Beliebtheit vor. In nationalen Umfragen rangiert er zwar weiter hinten, auch in der Wählergruppe der Afroamerikaner ist er bedeutungslos. Aber seine Karriere zeigt: Es gibt einen Hunger nach unverbrauchten Politikern.

Wenn du ein Problem damit hast, wer ich bin, dann musst du dich an Gott, unseren Schöpfer, wenden. Pete Buttigieg (demokratischer Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur)

Woran das liegt? Buttigieg erarbeitet sich im Feld der Moderaten zielstrebig Achtungserfolge. Er will Einkommensunterschiede bekämpfen, Umweltschutz und Gewerkschaften stärken, Waffenkontrollen ausweiten.

Buttigieg wirkt deutlich frischer als Joe Biden, und er trägt kaum politische Altlasten mit sich herum. Zugleich sind seine Ideen weniger radikal als die der Parteilinken Warren, die für eine komplett staatliche Krankenversicherung eintritt und für die Zerschlagung von Tech-Konzernen wirbt.

Buttigieg tritt als Pragmatiker auf und verspricht „echte Lösungen, nicht mehr Polarisierung“. Langweilig kommt er trotzdem nicht rüber, allein schon durch seine Biografie.

Nach seinem Studium der Geschichte und Literatur an der Eliteuni Harvard arbeitete er unter anderem als McKinsey-Berater und ehrenamtlich für die Präsidentschaftskampagnen von John Kerry und Obama. Seit 2011 ist er Bürgermeister von South Bend, mitten im republikanisch geprägten Bundesstaat Indiana.

2014 ließ er sich für mehrere Monate von seinem Amt beurlauben, um als Geheimdienstoffizier nach Afghanistan zu gehen. Buttigieg spricht Norwegisch und Arabisch, spielt Gitarre und Klavier, und er ist verheiratet mit Chasten Buttigieg, einem Lehrer, den er über eine Dating-App kennen lernte.

Es habe Zeiten in seinem Leben gegeben, „in denen ich das, was mich schwul gemacht hat, mit dem Messer hätte rausschneiden wollen“, sagt der Demokrat über sein jahrelanges Hadern mit seiner Sexualität. Heute spricht er selbstbewusst und glücklich über seine Ehe – und nutzt seine Erfahrungen im Wahlkampf, um seine persönliche Beziehung zu Gott zu veranschaulichen.

„Ich wünsche mir, dass die Mike Pences der Welt eines verstehen“, sagte Buttigieg in Anspielung auf Trumps Vizepräsidenten, der die gleichgeschlechtliche Ehe ablehnt: „Wenn du ein Problem damit hast, wer ich bin, dann musst du dich an Gott, unseren Schöpfer, wenden.“

Mehr: Pete Buttigieg ist Bürgermeister der Stadt South Bend. Nun will er für die US-Demokraten gegen Donald Trump antreten. Dabei hat er vor allem die junge Generation im Blick.

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