Petersberger Dialog Merkel tritt erneut als Klimakanzlerin auf

Der Klimaschutz steckt in einer Krise. Beim Petersberger Dialog wollen Vertreter von 35 Staaten beraten, wie sich die Erderwärmung auf zwei Grad begrenzen lässt. Greenpeace gibt Merkel eine Mitschuld an den Rückschlägen.
16 Kommentare
Als Bundeskanzlerin Angela Merkel 2007 den Eqi Gletscher bei Ilulissat in Grönland besuchte, sollte der Klimaschutz zu einem ihrer Kernthemen werden. Quelle: dpa

Als Bundeskanzlerin Angela Merkel 2007 den Eqi Gletscher bei Ilulissat in Grönland besuchte, sollte der Klimaschutz zu einem ihrer Kernthemen werden.

(Foto: dpa)

BerlinKanzlerin Angela Merkel und Umweltminister Peter Altmaier (beide CDU) wollen an diesem Montag mit Vertretern von rund 35 Staaten über den stockenden Klimaschutz beraten. Im Fokus des vierten sogenannten Petersberger Dialogs steht unter anderem eine Anhebung des EU-Klimazieles bis zum Jahr 2020, um so neuen Schwung zu erzeugen. Aber besonders Polen wehrt sich wegen seiner vielen Kohlekraftwerke dagegen, das Ziel von 20 Prozent weniger Treibhausgasen im Vergleich zu 1990 auf 30 Prozent anzuheben.

Warschau ist Gastgeber der nächsten UN-Klimakonferenz Ende des Jahres, die mit dem Treffen vorbereitet werden soll. Da die Premiere auf dem Bonner Petersberg stattfand, heißt die Konferenz Petersberger Dialog. Merkel will zu Beginn eine Rede zum Stand des internationalen Klimaschutzes halten – Umweltschützer werfen ihr vor, dass sie sich in diesem Bereich nicht mehr ausreichend engagiere.

Bisher ist unklar, ob es tatsächlich gelingen wird, bis 2015 ein globales Klimaabkommen zu erarbeiten, das über 190 Staaten ab 2020 erstmals zu Minderungszielen verpflichten soll. Klimaexperten halten das 2010 gefasste Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen, jetzt schon kaum noch für realisierbar. Auch in Europa gab es zuletzt eher Rückschläge statt Fortschritte. So führt der Preisverfall im Handel mit CO2-Verschmutzungsrechten dazu, dass Kohlestrom lukrativ bleibt – selbst in Deutschland stiegen 2012 trotz mehr Wind- und Solarstrom die CO2-Emissionen um zwei Prozent.

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) betonte vor der zweitägigen Konferenz, es müsse deutlich werden, dass alle bereit sind, an dem geplanten Weltklimavertrag mitzuarbeiten. Beim Petersberger Klimadialog seien Länder vertreten, die insgesamt 80 Prozent der Treibhausgasemissionen verursachen.

Altmaier forderte die Regierung in Warschau auf, sich nicht weiter gegen ein ehrgeizigeres Klimaziel in der EU zu sperren. „Ich hoffe, dass wir am Ende einen Geist von Berlin sehen, der zeigt, dass es vorangeht“, sagte der Umweltminister. Ob das 2-Grad-Ziel noch zu schaffen sei, könne er nicht sagen: „Ich bin kein Wissenschaftler und ich hab auch kein Thermometer, auf dem man das ablesen kann“.

Stromerzeugung durch Kohle ist derzeit attraktiv
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

16 Kommentare zu "Petersberger Dialog: Merkel tritt erneut als Klimakanzlerin auf"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Greenpeace und die BündnisGrünen sind das verlogenste was frei rum läuft. Komme ich nach Indonesien, was passiert da? Die fackeln die restlichen Regenwälder ab und pflanzen dann Ölpalmen an. Damit wird auch der Lebensraum vieler Tiere die zum Teil endemisch sind zerstört. So, und das Palmöl wird dann nach Europa verkauft und u.a. dem Sprit beigemischt damit der "umweltfreundlich" wird. Und das alles mit Billigung dieser beiden.

  • Kyoto ist bekanntlich eine Stadt in Japan nach der das Protokoll bezeichnet ist. Aber der Clou ist, dass man es selbst in dieser schönen alten Stadt damit überhaupt nicht ernst nimmt.

  • Man kann dieses Gerde über Klimawandel nicht mehr höhren.
    Ja, wir müssen sorgsam mit unserer Erde umgehen, das ist klar.
    Aber Klimaveränderungen gibt es schon so lange, wie die Erde besteht.
    Und Greenpeace ist nur noch ein Lügenverein, bestehend aus linken Ideologen
    Warum unternimmt Greenpeace denn nichts gegen das Abholzen des Regenwaldes?

  • Merkel will sich in den Vordergrund spielen ( auf unsere Steuerknochen mit Agaben, Umlagen usw.)

  • Hi Netshadow...die Erläuterung für kalte Winter und ausbleibende Klimaerwärmung bleibt ein wenig erfrischend.

    Der Mensch ist nunmal ein Gefühlswesen. Sehr viele Dinge die Mensch tut sind sachlich nicht notwendig. Dazu gehört neben der Autospritztour ins Grüne, dem grossen Einfamilienhaus, Wasserskifahren... auch die Errichtung von Gipfelkrezen, heute Windmühlen und anderen religiösen Monumenten. Gerade der Oekoglaube ist ziemlich destruktiv.

    Wollen Sie die Menschen erziehen/ändern? Meinen Sie nicht, dass das dann ein wenig freudloses Dasein wäre?

    Vandale

  • Lieber netshadow,
    Sie schreiben: "Aber der Mensch treibt seine Umweltsünden trotzdem immer weiter fort, und das wäre garnicht nötig wenn man mit den Ressourcen so umgeht wie es jeder Betriebswirt lernt, mit den geringsten Mitteln den größten Nutzen erwirtschaften."
    Na, da messen Sie Ihre Worte mal am Beispiel der beispiellosen deutschen Energiewende - was habe Si denn für eine Betriebswirtschaft gelernt - kein Wunder dieser Plunder!

  • Stimmt, die abgebrochenen Gletscher sind es, nicht die schon geschmolzenen, die dem warmen Golfstrom erstmal den Weg versperren.
    Ich schrieb auch u. a.
    Man sollte den Blick auf die ganze Erde werfen, der eigene Wald ist nur ein Teil der Geschichte.
    Das wollte ich eigentlich damit ausdrücken, das ganze ist ein System welches miteinander und aufeinander wirkt, und das es dort schon von Natur aus Wechsel gibt, ist klar.
    Aber der Mensch treibt seine Umweltsünden trotzdem immer weiter fort, und das wäre garnicht nötig wenn man mit den Ressourcen so umgeht wie es jeder Betriebswirt lernt, mit den geringsten Mitteln den größten Nutzen erwirtschaften. Warum nicht auch bei unserer Natur und unserer Erde?

  • Mir hat sich bisher nicht erschlossen, weshalb ich eigentlich immer nur den Klimaaposteln von Greenpeace & Co. glauben soll und nicht auch den Kritikern in unserem Klimazirkus. Jeder Klimawandel ist physikalisch bestimmt und wird sich niemals mit diversen Geldmengen aus dem Volk aufhalten lassen. Greenpeace & Co. verbreiten diffuse Ängste - ein probates Mittel, um ihre Existenz zu sichern. Einem Jubelverein für existenzielle und wirtschaftliche Erfolge würde niemand Spendengelder hinter her werfen.
    Alina Alanka

  • Hi Netshadow...finden Sie Ihre Erklärung, dass die Gletscher im Winter! tauen und damit dem Golfstrom den Weg versperren als Ursache für den kalten Winter nicht ein wenig erfrischend?

    Der Klimawandel ist ähnlich wie das Waldsterben und die "Endlichen Rohstoffe" vom Anblick der Wirklichkeit bedroht. Beim Waldsterben konnte man durch Oeffnen der Augen feststellen, dass der Wald so grün war wie immer. Nach ein paar Jahren verschwand die Oekosaga in den Archieven. Bei den "Endlichen Rohstoffen" der 70er Jahre war das ähnlich. Das Oel wollte einfach nicht ausgehen. Auch beim Klimawandel werden die Gläubigen anscheinend langsam ungeduldig. Insgesamt sind dies keine idealen Endzeitkatastrophen weil die Vorhersagen an der Wirklichkeit gemessen werden können und der Marketingaufwand mit dem Verschwinden der Katastrophe verloren ist.

    Die beste Weltuntergangskatastrophe sind neben gräuslichen Genkreaturen die Atomstrahlen. Diese sind unsichtbar. Krebs gibt es nah und fern von nuklearen Einrichtungen. In Deutschland hat man mittlerweile selbst Behördenleiterstellen im Strahlenschutz mit Oekoaktivisten mit Berufen wie Landschaftsgärtner besetzt die der Oekosaga Legitimation geben. Die Oekosaga ist seit Jahrzehnten ein Dauerbrenner in D und kann dies unproblematisch noch einige Jahrzehnte sein.

    Vandale

    Schmelzwasser

  • Ich bewundere die sehr durchdachten, ideologiefreien Argumente und die wohlfeilen Formulierungen der vorangegangenen Kommentatoren.
    Mit Ihnen hat Deutschland eine blühende Zukunft vor sich.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%