Petition in Großbritannien Sag Nein zu Trump!

Trump ist zum Staatsbesuch nach Großbritannien eingeladen. Dagegen formiert sich Widerstand: Eine Petition erhält über eine Million Unterschriften. Nun wird sich möglicherweise das Parlament mit der Frage beschäftigen.
16 Kommentare
Dem Initiator der Petition, Graham Guest, geht es vor allem um die  „arme alte Queen“, wie er der britischen Zeitung „The Independent“ sagte. Quelle: dpa
Theresa May in den USA

Dem Initiator der Petition, Graham Guest, geht es vor allem um die  „arme alte Queen“, wie er der britischen Zeitung „The Independent“ sagte.

(Foto: dpa)

LondonBei dem Treffen von US-Präsident Donald Trump und der britischen Premierministerin Theresa May vor wenigen Tagen war die Welt für beide noch in Ordnung. Händchenhaltend gingen die Regierungschefs aus einer kurzen Pressekonferenz, in der sie mehrfach ihre „special relationship“ betont hatten. Doch nun stellt eine Online-Petition die Beziehung zwischen den beiden Politikern auf eine harte Probe. Wegen seiner „gut dokumentierten Frauenfeindlichkeit“ und „Vulgarität“ sei Trump nicht geeignet, um von ihrer Majestät oder dem Prince von Wales empfangen zu werden, heißt es in einer Petition gegen den geplanten Besuch von Trump in Großbritannien. „Deswegen sollte Donald Trump während seiner Amtszeit nicht für einen offiziellen Staatsbesuch in das Vereinigte Königreich eingeladen werden“.

Dem Initiator der Petition, Graham Guest, geht es vor allem um die  „arme alte Queen“, wie er der britischen Zeitung „The Independent“ sagte. Diese sei „schließlich hoch angesehen und ich wollte nicht, dass er Fotos von diesem Treffen in seiner nächsten Wahlkampagne nutzt“, zitiert die Zeitung den 42-jährigen. Wenn Trump neben der Queen stehe, „sieht er aus wie ein Staatsmann, und das ist er natürlich nicht“. Dass Trump ein Einreiseverbot für Menschen aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern verhängt habe, gebe „dem Ganzen noch eine andere Dimension“. Auch bei anderen Briten hatte die Vorstellung, Trump könne sich ungebührlich verhalten - möglicherweise sogar nach der Hand der Queen greifen, wie er es offenbar bei der Regierungschefin getan hatte – für Entsetzen gesorgt.

Das Silicon Valley stellt sich gegen Trump
Donald Trump
1 von 11

US-Präsident Donald Trump macht Ernst: Bereits im Wahlkampf hatte der Republikaner angekündigt, ein Einreiseverbot für Muslime zu verhängen. Viele hielten das vermutlich für ein leeres Wahlkampfversprechen. Doch Trump hat vergangene Woche massive Einreisebeschränkungen verfügt, um „radikale islamische Terroristen“ aus dem Land fernzuhalten.

Proteste gegen Trump
2 von 11

Vorerst sind von dem Einreiseverbot alle Flüchtlinge und viele Menschen aus muslimischen Ländern betroffen. Doch es regt sich vieler Orten Protest: Wie in Seattle gehen in den Vereinigten Staaten nun viele Menschen auf die Straße, um dagegen zu protestieren.

Google
3 von 11

Und auch große Tech-Konzerne melden sich zu Wort, denn bei ihnen sind auch Mitarbeiter von dem US-Einreiseverbot betroffen. Als Reaktion hat Google seine Mitarbeiter aus dem Ausland zurückgerufen. Mehr als 100 Google-Mitarbeiter sollen davon betroffen sein. Sie sollen sich derzeit beruflich oder privat im Ausland befinden und aus muslimischen Ländern stammen.

Konzerne wie Google könnten wegen des Einreiseverbots auch Probleme bei der Rekrutierung von neuen Talenten bekommen. Eine Google-Sprecherin teilte am Freitag mit: „Wir sind besorgt über die Auswirkungen dieser Anordnung und über alle Vorschläge, die Einschränkungen für Google-Mitarbeiter und ihre Familien mit sich bringen könnten, oder die Schranken aufbauen, die große Talente an der Einreise in die USA hindern könnten.“

Sundar Pichai
4 von 11

Auch der Google-Chef Sundar Pichai meldete sich in einer Mitteilung an seine Mitarbeiter zu Wort: „Es ist schmerzlich zu sehen, wie sich diese Anordnung persönlich auf unsere Kollegen auswirkt.“ Man habe die Position des Konzerns zu Einwanderungsfragen immer öffentlich bekannt gemacht und werde das auch weiterhin tun.

Sergey Brin
5 von 11

Auch Google-Mitgründer Sergey Brin vertritt diese Position: Wie das Tech-Nachrichtenportal „The Verge“ berichtet, hat sich Brin den Protesten am Flughafen von San Francisco angeschlossen. Demnach kommentierte er seine Anwesenheit nicht, da er privat daran teilnahm. Wie Google-Chef Pichai stammt auch Mitgründer Brin aus einer Einwandererfamilie.

Mark Zuckerberg
6 von 11

Facebook-Chef hat sich auf seiner Facebook-Seite zu Wort gemeldet: „Die Vereinigten Staaten sind eine Nation von Einwanderern, und wir sollten stolz darauf sein“, schrieb Mark Zuckerberg. Er verwies auch auf die Herkunft seiner Ur-Großeltern, die aus Deutschland, Österreich und Polen gekommen seien. Die Eltern seiner Frau Priscilla seien als Flüchtlinge aus China und Vietnam in die USA gekommen. Die Erlasse zur Einwanderung beunruhigten ihn, schrieb Zuckerberg. Der Facebook-Chef setzte sich schon 2013 für eine Reform des Einwanderungsgesetzes ein.

Tim Cook
7 von 11

Im Dezember hatte sich Tim Cook noch zusammen mit anderen Tech-Chefs mit Donald Trump in New York getroffen. Das US-Einreiseverbot verurteilt der Apple-Chef ebenfalls: Diese Politik sei keine, die der Konzern unterstütze, heißt es in einer E-Mail an seine Mitarbeiter, die dem „Business Insider“ vorliegt. Man sei bereits in Kontakt mit betroffenen Mitarbeiter, um diese zu unterstützen. Apple hätte es ohne Einwanderung nicht gegeben, schreibt Cook (Apple-Gründer Steve Jobs hatte einen syrischen Vater). Cook beendete sein Schreiben mit den Worten Martin Luther Kings: „Wir mögen zwar in unterschiedlichen Schiffen gekommen sein, aber wir sitzen alle im selben Boot.“

Dabei hatte sich Trump besonders auf einen Besuch bei der Queen gefreut: Seine Mutter sei gebürtige Schottin, hatte er mehrfach erzählt, und ein großer Fan von der Königin gewesen. Auf der Pressekonferenz im Weißen Haus am Freitag hatte May Trump so auch im Namen der Königin eingeladen. Doch nun machen immer mehr Gegner von Trump mobil. Am Montag hatten mehr als eine Million Menschen die Petition unterzeichnet. Möglicherweise wird sich das britische Parlament nun mit dem Thema beschäftigen.

Aus den Reihen der Opposition war bereits Kritik laut geworden. Es sei „vollkommen falsch“, den Besuch wie geplant stattfinden zu lassen, sagte der Parteichef der Labour-Partei, Jeremy Corbyn mit Blick auf den Einreisestopp. Schon als Trump sich im Wahlkampf kritisch zu Muslimen geäußert hatte, war das auf der Insel schlecht angekommen, entsprechend groß war nun die Empörung über den Einreisestopp - zumal dieser nicht nur einen britischen Abgeordneten getroffen hätte, sondern auch Nationalheld Mo Farah. Der in Großbritannien sehr beliebte und von der Queen geadelte Leichtathlet wurde in Somalia geboren.

Auch an Premierministerin May wurde Kritik lauf. Denn erst nach Druck aus der Öffentlichkeit hatte die britische Regierungschefin ihren Außenminister Boris Johnson und Innenministerin Amber Rudd angewiesen, in Washington Einspruch gegen den Reisebann einzulegen. Die Einladung nach Großbritannien, betonte man in London, wolle man aber nicht rückgängig machen. Das würde die guten Beziehungen nach dem Besuch von May in Washington wieder zunichte machen, zitiert die Zeitung „The Guardian“ eine nicht näher genannte Person aus der Regierung. Man müsse langfristig denken: „Amerika ist ein großer und wichtiger Verbündeter“.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Petition in Großbritannien - Sag Nein zu Trump!

16 Kommentare zu "Petition in Großbritannien: Sag Nein zu Trump!"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @ Frau Bollmohr

    DAS werden Sie doch wohl wenigstens wissen! Ich gehe auch davon aus, das Sie das tun, aber Sie wollen es vermutlich von einem Trump-Fan hören.
    Also: In den Wochen nach der Wahl und in den zehn Tagen als Präsident hat Trump schon genau gezeigt, wo es hingeht: Nach rechts!

    - US-Firmen, die im Ausland produzieren wollen, werden steuerlich benachteiligt und einige von ihnen haben ihre Pläne auch sofort daraufhin geändert. Chancen des Protektionismus nenne ich sowas!
    - TPP und demnächst TTIP sind Geschichte.
    - Die CIA wird an Einfluss verlieren.
    - Die Grenze zu Mexiko wird vor illegaler Einwanderung gesichert. Refugees piss off!
    - Das Verhältnis zu Russland wird von der Feindseligkeit des Kriegstreibers Obama (er hat sieben Kriege in acht Jahren geführt!) auf freundschaftlich umgestellt.
    - Der IS wird als Feind betrachtet, und nicht einzelne Regierungen.
    - Einwanderer aus Syrien, Irak, Iran, Sudan, Libyen, Jemen und Somalia werden nicht mehr ins Land gelassen. (Ich hätte noch Marokko und die BRD dazugenommen. Wir Deutsche sind de facto zur Zeit der größte Förderer des muslimischen Terrors weltweit.)
    - Die undurchdachte und längerfristig nicht finanzierbare Krankenversicherung wird in ihrer jetzigen Form abgeschafft.
    - Die heimische Energieerzeugung durch Öl und Kohle wird wieder gefördert.
    - Babyabtreibern und -absaugern werden die Geldmittel gestrichen.

    Innenpolitisch ist das tatsächlich eine Revolution von rechts, und das von einer Großmacht! Linke stehen auf einmal als Reaktionäre da, die den Zug der Zeit verpasst haben.

    Fast alle der hirnlosen Hollywood- und Popmusik-Sternchen befinden sich im Heulkrampf. Und zufälligerweise sind dabei die am lautesten, die ich ohnehin nie ausstehen konnte. Es ist fast so, als würden sie sich alle um den dringend benötigten Nachschub an Koks und Chrystal Meth sorgen. Aber ganz so schlimm wird es für sie dann doch nicht kommen.

  • @ Enrico Caruso, 30.01.2017, 18:46 Uhr

    Aha. Nochmal: wohin?

  • Die Gefolgschaft der Globalisten in der Welt ist sehr groß und nicht bereit, sich mit den politischen Gegebenheiten - zunächst - in den USA abzufinden.
    Was wird erst geschehen, wenn die politischen Beziehungen zu Russland normalisiert werden sollten und der Krieg gegen den radikalen Islam beginnt, zwei zentralen Themenfeldern der Globalisten ???

  • Ach Frau Bollmohr, Sie liegen wieder mal daneben. Ist ja schon mitleiderregend.

    Befassen Sie sich doch erst einmal mit dem US-amerikanischen Wahlrecht, bevor Sie hier ein Ergebnis in Frage stellen!

    In aller Kürze: Würde landesweit ausgezählt und nicht für jeden Bundesstaat einzeln, wäre auch der Wahlkampf ganz anders abgelaufen (nämlich nicht auf die Swingstaates begrenzt) und auch das Abstimmungsverhalten wäre ein anders gewesen. Darüber sind sich Republikaner und Demokraten einig. Nur Sie verstehen es nicht.

  • @Frau Nelly Sachse, 30.01.2017, 17:42 Uhr

    "Bei Erdogan gilt offensichtlich ein anderer Maßstab."

    Sagt ja keiner, dass es in der Türkei (oder z.B. auch in Russland) besser aussieht als in den USA. Die Medien jedenfalls nicht. Die USA haben – nach den Entwicklungen der letzten Jahre jetzt im Gegensatz zur Türkei – zum Glück offenbar wenigstens noch immer eine funktionierende Rechtsprechung.

    Und es ist die Aufgabe der Bürger (inklusive Medien, Unternehmer, Wissenschaftler, Institutionen, kurz: jedes einzelnen dort lebenden Menschen, der Wert auf Freiheit, Selbstbestimmung, Fortschritt, ein gutes Leben und ein friedliches Miteinander legt), dafür zu sorgen, dass das auch so bleibt!!

  • @Enrico Caruso, 30.01.2017, 18:12 Uhr

    "Es wird Geschichte gemacht, es geht voran!"

    Wohin?

    Und zu "Ich sag jedenfalls Ja zu Trump und die US-Wähler haben das Gleiche getan.": "Die US-Wähler" stimmt so nicht. Wenn's nach Köpfen gegangen wäre, war es nicht mal die Mehrheit derjenigen, die abgestimmt haben.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • Das hysterische Geschrei der Medien und solcher Unsympathen wie etwa "Madonna" oder dem ein oder anderen Kommentator hier, wie schrecklich doch Trump wäre, ist immer wieder belustigend.

    Ich sag jedenfalls Ja zu Trump und die US-Wähler haben das Gleiche getan. Es wird Geschichte gemacht, es geht voran!

  • Die LinksGrünen Gutmenschen stellen für D die größte Bedrohung dar. Hier gilt es Fakten zu schaffen.

  • TRUMP macht im Gegensatz zu MERKEL einen super Job. Volksverrat kommt für ihn nicht infrage.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%