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Petrobras Korruptionsskandal um Ölkonzern weitet sich aus

Der Korruptionsskandal um den brasilianischen Ölkonzern Petrobras zieht weitere Kreise. Die Politik ist stark verwoben. Jetzt wurde der Schatzmeister der Regierungspartei vorübergehend festgenommen.
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Petrobras-Chefin Graça Foster und der komplette Konzernvorstand gaben am Mittwoch ihren Rücktritt bekannt. Quelle: Reuters
Rücktritt

Petrobras-Chefin Graça Foster und der komplette Konzernvorstand gaben am Mittwoch ihren Rücktritt bekannt.

(Foto: Reuters)

São Paulo Mit der Festnahme des Schatzmeisters von Brasiliens regierender Arbeiterpartei hat sich der Korruptionsskandal um den Ölkonzern Petrobras weiter ausgeweitet. João Vaccari Neto sei am Donnerstag vorübergehend für eine Befragung festgehalten worden, sagte ein Sprecher der Bundespolizei der Nachrichtenagentur AFP. Am Mittwoch waren Petrobras-Chefin Graça Foster und der komplette Konzernvorstand zurückgetreten.

Das Staatsunternehmen wird seit Herbst 2014 von einem Korruptionsskandal erschüttert, in den auch die Politik stark verwoben ist. Ein Netzwerk soll binnen eines Jahrzehnts vier Milliarden Dollar (3,5 Milliarden Euro) zweckentfremdet haben, und zwar vor allem zugunsten von Politikern und Abgeordneten der linksgerichteten Regierung unter Präsidentin Dilma Rousseff.

Petrobras soll Auftragssummen mittels illegaler Aufschläge aufgebläht haben. Die dadurch erzielten Mehreinnahmen sollen an andere Unternehmen weitergeleitet worden sein. Nachdem das Geld auf diese Weise gewaschen wurde, wurde es nach Angaben der Ermittler als Bestechungsgeld ausgezahlt. Die Ermittlungen richten sich auch gegen die größten Baufirmen des Landes, die Petrobras-Vertreter bestochen haben sollen, um sich große Aufträge zu sichern.

Die 61-jährige Foster war 2012 zur Unternehmenschefin ernannt worden. Sie ist eine langjährige Freundin der Staatschefin, die sich in den vergangenen Wochen wiederholt hinter Foster gestellt hatte. Rousseff hatte von 2003 bis 2010 im Verwaltungsrat von Petrobras gesessen, bevor sie ihr Amt niederlegte, um als Präsidentin zu kandidieren. Am 1. Januar wurde sie für eine zweite Amtszeit vereidigt.

  • afp
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