Philippinen-Präsident beleidigt US-Botschafter „Ich bin von ihm angepisst“

Rodrigo Duterte ist alles andere als ein Diplomat. Der philippinische Präsident nimmt kein Blatt vor den Mund und schießt oft übers Ziel hinaus. Jetzt beleidigt er den US-Botschafter aufs übelste – die USA reagieren.
Der Pöbel-Präsident der Philippinen
Philippinischer Wahlsieger
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Mit markigen Statements und dem Ruf eines gnadenlosen Law-and-Order-Politiker hat Rodrigo Duterte im Mai die Wahl zum philippinischen Präsidenten gewonnen. Obwohl er schon im Wahlkampf immer wieder mit Entgleisungen aufgefallen war, war sein Vorsprung auf den zweitplatzierten Mar Roxas groß: Insgesamt gaben 14,4 Millionen Philippiner Duterte ihre Stimme, Roxas kam nur auf 8,6 Millionen Wähler. In der Welt genießt der neue Präsident bereits wenige Monate nach seiner Wahl den Ruf eines philippinischen Donald Trump. Eine Auswahl seiner seltsamsten Sprüche.

„Fickt euch“
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„Fickt euch“ kommentierte der 71-Jährige Rodrigo Duterte eine Resolution des EU-Parlaments vom 15. September. Darin äußern sich die Parlamentarier besorgt über die hohe Zahl von Drogenverdächtigen, die seit Dutertes Amtsantritt in Polizeigewahrsam umgekommen sind. Sie ermahnen die Regierung Dutertes, die Menschenrechte einzuhalten und fordern eine Untersuchung der Todesfälle. Duterte ist mit einem kompromisslosen Anti-Drogen-Programm angetreten und hat Dealern offen mit dem Tod gedroht.

„Entweder tötet ihr mich oder ich werde euch töten“
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„Alle unter euch, die auf Drogen stehen, ihr Hurensöhne, ich werde euch wirklich töten“, rief Duterte jubelnden Anhängern in Manila zu. „Ich habe keine Geduld, ich habe keinen Mittelweg, entweder Ihr tötet mich oder ich werde Euch töten, ihr Idioten.“ In der Bevölkerung kommen solche Sprüche gut an, der ehemalige Bürgermeister von Davao erwarb sich dadurch den Spitznamen „Duterte Harry“, ein Verweis auf die Filmfigur „Dirty Harry“. Das Foto zeigt Clint Eastwood, der den „Dirty Harry“ spielte.

„Wenn ich Präsident werde, wird es blutig“
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inIm Wahlkampf kündigte Duterte eine harte Hand gegen Kriminalität an. In der Millionenstadt Davao, wo der 71-Jährige Bürgermeister war, wurden in den vergangenen 18 Jahren mehr als 1400 Kleinkriminelle umgebracht, ohne dass je ein Täter vor Gericht kam. Nach Angaben von Menschenrechtlern waren Todesschwadronen am Werk, die ohne Rückendeckung des Bürgermeisters nicht hätten agieren können.

„Zisch ab, Du Hurensohn“
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Mit diesem Spruch bedachte Duterte Papst Franziskus, weil er bei dessen Besuch in Manila im vergangenen Jahr einmal fünf Stunden im Verkehrsstau steckte.

„Ich war total sauer, dass sie vergewaltigt wurde, aber sie war wunderschön. Ich dachte, als Bürgermeister hätte ich als erster dran sein sollen.“
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Das sagte Duterte über den Fall einer australischen Missionarin, die in seiner Heimatstadt Davao vor Jahren mehrfach vergewaltigt und ermordet worden war. Das Statement sorgte für heftige Kritik – tat der großen Popularität Dutertes aber keinen Abbruch.

„Haltet die Klappe, meinetwegen könnt ihr die diplomatischen Beziehungen abbrechen“
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So fuhr Duterte die australische Botschafterin und den Top-US-Diplomaten in Manila an, die ihn für seine Aussage zu der vergewaltigten Missionarin kritisiert hatten.

ManilaDer umstrittene philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat den US-Botschafter in Manila als „Hurensohn“ beschimpft. Das US-Außenministerium in Washington bestellte den philippinischen Botschafter Patrick Chuasoto ein, um eine Erklärung für die Äußerungen zu erhalten, wie eine Sprecherin am Dienstag sagte. Duterte, der für seine verbalen Entgleisungen berüchtigt ist, hatte bei einer im Fernsehen übertragenen Rede am Freitag den US-Botschafter Philip Goldberg wüst angegriffen.

„Wie ihr wisst, liege ich mit dem Botschafter (von US-Außenminister John Kerry) im Streit, seinem schwulen Botschafter, diesem Hurensohn. Ich bin von ihm angepisst“, sagte Duterte. Duterte war im Wahlkampf in Konflikt mit Goldberg geraten, als dieser Dutertes Äußerungen kritisiert hatte, wonach er auch gerne eine „schöne“ australische Missionarin vergewaltigt hätte, die 1989 bei einem Aufstand in einem Gefängnis von Davao sexuelle missbraucht und ermordet worden war.

Der langjährige Bürgermeister der Hafenstadt Davao war im Mai mit dem Versprechen zum Präsidenten gewählt worden, einen gnadenlosen Kampf gegen die Kriminalität zu führen. Der 71-Jährige erregte im Wahlkampf auch immer wieder Aufsehen mit seinen verbalen Entgleisungen. Neben örtlichen Rivalen beschimpfte er sogar den Papst. In die Kritik geriet er aber vor allem durch seinen Aufruf an Polizisten und einfache Bürger, Drogenhändler und Rauschgiftsüchtige umzubringen.

Zuletzt hatte Duterte mehr als 160 Richtern, Politikern, Polizisten und Militärs Verbindungen zur Drogenmafia vorgeworfen. Der umstrittene Staatschef bedrohte die Genannten am Sonntag mit dem Tod. Die Verdächtigen sollten sich ergeben, sollten sie den geringsten Widerstand leisten, werde er die Polizei anweisen, sie zu erschießen.

In einer Rede in seiner Heimatstadt Davao im Süden der Philippinen nannte Duterte neun Richtern sowie mehr als 50 amtierende oder ehemalige Abgeordnete, Bürgermeister und andere Politiker, die angeblich in den Rauschgifthandel verwickelt sind. Dazu kamen noch gut hundert aktive oder im Ruhestand befindliche Polizisten und Militärs.

Duterte kündigte an, dass die verdächtigen Politiker keinen Personenschutz mehr erhalten und ihre Waffenlizenzen annulliert würden. Die Richter müssten sich beim Obersten Gericht melden, die Soldaten und Polizisten bei ihren Vorgesetzten. Der umstrittene Politiker gab zu, dass er mit seinen Vorwürfen „falsch“ liegen könnte. Zugleich versicherte er, die Benennung der Verdächtigen sei nicht politisch motiviert. Einige von ihnen seien sogar Freunde.

Dutertes Sprecher Martin Andanar sagte später, gegen die Verdächtigen würden Strafverfahren eingeleitet. Mehrere der Benannten bestritten in den Medien, in Drogengeschäfte verwickelt zu sein.

  • afp
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