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Pawel Adamowicz

Der Bürgermeister der polnischen Großstadt Danzig wurde am Sonntag Opfer einer Messerattacke.

(Foto: AP)

Polen Bürgermeister von Danzig stirbt nach Messerattacke

Fünf Stunden wurde Pawel Adamowicz am Sonntag operiert, doch am Ende erlag er seinen Verletzungen. Der Täter hatte offenbar psychische Probleme.
Update: 14.01.2019 - 21:05 Uhr Kommentieren

DanzigDer Danziger Bürgermeister Pawel Adamowicz ist nach einem Messerangriff gestorben. Er sei am Montag seinen schweren Verletzungen erlegen, sagte Polens Gesundheitsminister Lukasz Szumowski. Zuvor hatten die Ärzte stundenlang um sein Leben gekämpft. Einer von ihnen, Dr. Tomasz Stefaniak, sagte, der 53-Jährige habe eine schwere Wunde am Herzen und eine weitere am Zwerchfell und den inneren Organen erlitten und habe viel Blut verloren.

Ein Mann hatte Adamowicz am Sonntag bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung in Danzig auf der Bühne mit einem Messer angegriffen. Der Bürgermeister musste von Ärzten reanimiert werden und wurde dann in die Danziger Universitätsklinik gebracht. Als mutmaßlicher Attentäter wurde ein 27-jähriger Exhäftling festgenommen, der auf die Bühne gestürmt war und geschrien hatte, er übe Rache gegen die frühere Regierungspartei Bürgerplattform, deren Mitglied Adamowicz früher war.

Das Attentat löste Entsetzen bei allen Parteien aus; viele Polen gingen als Zeichen der Solidarität mit Adamowicz Blut spenden. Die nationalkonservative Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) verurteilte das Attentat als „barbarisch“ und forderte alle Seiten zur verbalen Abrüstung in der politischen Auseinandersetzung auf. Politiker müssten mehr Verantwortung für Worte und Taten übernehmen, weil „es keinen Mangel an Wahnsinnigen auf beiden Seiten“ des politischen Spektrums gebe, sagte PiS-Sprecherin Beata Mazurek.

Polens Präsident Andrzej Duda sprach bei Twitter Adamowiczs Familie sein Beileid aus. „Ich stehe in Trauer und im Gebet bei seinen Angehörigen, Freunden und allen Menschen guten Willens“, schrieb das Staatsoberhaupt. „Feindseligkeit und Gewalt haben tragischste Folgen und Schmerz gebracht. Das können wir nicht hinnehmen“, schrieb Duda.

Ein Polizeisprecher, Mariusz Ciarka, sagte, der Verdächtige scheine psychische Probleme zu haben. Er habe aus „irrationalen Motiven“ gehandelt. Zugang zu der Bühne habe er sich mit einem Presseausweis verschafft.

Der aus Danzig stammende Präsident des Europäischen Rats, Donald Tusk, rief zu Gebeten für Adamowicz auf, als dieser noch mit dem Tod kämpfte. „Pawel, wir sind mit dir“, twitterte der frühere polnische Ministerpräsident und Mitgründer der Bürgerplattform. EU-Kommissar Frans Timmermans schrieb bei Twitter, er sei über „den brutalen Angriff“ auf den Danziger Bürgermeister schockiert.

Auch aus Deutschland gab es Beileidsbekundungen: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier drückte der Frau des Bürgermeisters auch im Namen seiner Landsleute sein Beileid aus. „Mit großer Trauer habe ich von dem Tod Ihres Ehemannes Pawel Adamowicz erfahren, der Opfer einer so sinnlosen Gewalttat wurde“, erklärte Steinmeier.

Adamowicz sei aktiv an der friedlichen Protestbewegung beteiligt gewesen, die zum Ende des kommunistischen Regimes in Polen führte und den Weg zum Fall der Berliner Mauer bereitete, betonte der Bundespräsident. SPD-Chefin Andrea Nahles äußerte sich erschüttert. „Er war ein überzeugter Europäer, der für Weltoffenheit und Toleranz stand. Ein Vorbild für uns alle“, erklärte sie.

Das letzte politische Attentat in Polen liegt neun Jahre zurück. 2010 hatte ein Angreifer in Lodz versucht, den PiS-Vorsitzenden Jaroslaw Kaczynski zu töten. Er erschoss dabei einen Mitarbeiter eines Europaabgeordneten der Partei.

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  • ap
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