Politische Krise Bildung einer Übergangsregierung in Italien zieht sich in die Länge

Der designierte Ministerpräsident Cottarelli hat Staatspräsident Mattarella noch keine Ministerliste vorgelegt. Er könnte sogar ganz auf die Bildung einer Übergangsregierung verzichten.
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Mattarella hatte nach dem Scheitern der Regierungsbildung Cottarelli den Regierungsauftrag gegeben. Quelle: AFP
Carlo Cottarelli (r.) und der italienische Präsident Sergio Mattarella

Mattarella hatte nach dem Scheitern der Regierungsbildung Cottarelli den Regierungsauftrag gegeben.

(Foto: AFP)

RomDie Zusammenstellung einer Übergangsregierung in Italien zieht sich in die Länge. Der designierte Ministerpräsident Carlo Cottarelli traf am Dienstag mit Staatspräsident Sergio Mattarella zusammen. Erwartet worden war, dass er dabei eine Ministerliste vorstellen wird.

Die beiden würden sich am Mittwoch erneut treffen, sagte der Sprecher des Präsidenten ohne weitere Angaben zu machen. Cottarelli hat einem Insider zufolge Mattarella um mehr Zeit für die Bildung eines Kabinetts gebeten. Eine mögliche Rückgabe seines Mandates für eine Regierungsbildung habe er dagegen nicht erwähnt, verlautete am Dienstag aus dem Präsidialamt: „Niemand hat von einem Amtsverzicht gesprochen.“

Mattarella hatte dem Finanzexperten den Regierungsauftrag gegeben, um das Land nach dem Scheitern der Regierungsbildung zwischen Fünf-Sterne-Partei und der fremdenfeindlichen Lega zu einer Neuwahl zu führen.

Cottarelli könnte Parteikreisen zufolge aber auch auf die Bildung einer Übergangsregierung zu verzichten. Damit würde er den Weg zu Neuwahlen am 29. Juli ebnen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag aus Parteikreisen.

Für einen solchen Schritt müsste Präsident Mattarella in den kommenden Tagen das Parlament auflösen. Bei einem Urnengang Ende Juli würde der jetzige amtierende Regierungschef Paolo Gentiloni bis dahin im Amt bleiben, sagten die beiden Insider. Über Cottarellis Überlegungen hatte zuerst die Nachrichtenagentur Ansa berichtet.

  • dpa
  • rtr
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