Politische Weichenstellung Hillary holt den „Bankenjäger“ ins Team

Gary Gensler ist an der Wall Street gefürchtet wie kaum jemand anderes. Er ist verantwortlich für einige harte Regulierungsvorschriften. Nun unterstützt der „Bankenjäger“ Hillary Clinton im Wahlkampf.
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Der 57-jährige in Baltimore, Maryland, geborene Gensler arbeitete bereits unter Präsident Bill Clinton im US-Finanzministerium. Den Vorsitz der CFTC gab er im Januar 2014 auf. Quelle: dapd
Gary Gensler

Der 57-jährige in Baltimore, Maryland, geborene Gensler arbeitete bereits unter Präsident Bill Clinton im US-Finanzministerium. Den Vorsitz der CFTC gab er im Januar 2014 auf.

(Foto: dapd)

San FranciscoDas sollte der Wall Street schwer zu denken geben: Hillary Clinton hat nach Informationen von Bloomberg Gary Gensler als Aufseher über die Finanzen ihrer Wahlkampfkampagne engagiert. Gensler ist als der „Bankenjäger“ bekannt. Unter seiner Führung hat die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) harte Regulierungsvorschriften erlassen. Das Dodd-Frank-Gesetz zur Bankenregulierung, 2010 von Präsident Barack Obama, in Kraft gesetzt trägt seine Handschrift. Läuft sich hier der nächste Finanzminister warm?
Das Wahlkampfbüro von Hillary Clinton wollte die Meldung auf Anfrage nicht kommentieren. Man spreche nicht über Personalien bevor sie final seien. Für die 67-jährige Anwältin hätte die Berufung, so sie bestätigt wird, mehrere große Vorteile.
Zum einen war ihre Kampagne in 2008 ein finanzielles Desaster. Trotz Spenden in Rekordhöhe ging ihr das Geld aus, als sie es am dringendsten gebraucht hätte um Barack Obama abzuwehren. Für die aktuelle Kampagne will Clinton zwischen einer und zwei Milliarden Dollar einsammeln. Gensler steht da nicht nur finanzielle Sorgfalt im Umgang mit dem Geld, sondern auch für Unbestechlichkeit und Kämpfer gegen Korruption.

Ihr Weg nach (fast) ganz oben
US-Demokratin Hillary Rodham Clinton
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Sie könnte die erste Präsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika werden: Hillary Clinton gilt längst als Favoritin für die US-Präsidentschaftswahl 2016 – dabei hat sie bisher noch nicht einmal ihre Kandidatur bekannt gegeben.

Als eindeutiges Indiz für eine Kandidatur gilt ihr Bestseller „Hard Choices“
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Wie ein „Vorspiel für eine Kandidatur“ lese sich die Biografie von 2014, so das Urteil der New York Times. Die dazugehörige PR-Kampagne gleiche „einer beschleunigenden militärischen Operation“.

Bewunderung für Merkel
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In „Hard Choices“ schreibt die ehemalige US-Außenministerin auch über ihre Erfahrungen mit Staatschefs aus der ganzen Welt. Für die Bundeskanzlerin empfindet sie tiefe Bewunderung – und wird gern mit ihr verglichen.

Hillary Clinton genießt große Beliebtheit nicht nur bei US-Bürgern
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Bei Twitter hat sie 2,93 Millionen Follower, das Facebook-Profil „Ready for Hillary“ verzeichnet knapp 2,2 Millionen Fans. Nicht wenige davon stammen aus dem Ausland.

Präsidentschaftsvorwahlen 2008
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Die ehemalige First Lady hatte sich bereits 2008 als Kandidatin der Demokraten aufstellen lassen und sich einen langen Vorwahlkampf mit ihrem Parteikollegen Barack Obama geliefert.

Unterstützung für Obama
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Schließlich jedoch unterlag Clinton in der eigenen Partei und unterstützte Barack Obama später im Präsidentschaftswahlkampf.

Popularitätsschub als Außenministerin
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Forbes rankte sie 2011 als Nummer 16 der einflussreichsten Menschen der Welt; bis heute ist sie für Forbes die Nummer 6 der mächtigsten Frauen. Besonders als Außenministerin unter Obama von 2009 bis 2013 konnte Clinton ihre Popularität steigern.

Gensler mit seiner bekannt kritischen Haltung zur Wall Street gewinnt für die Kandidatin aus der Elite der amerikanischen Superreichen zudem Glaubwürdigkeit im linken Flügel der Partei, dass sie wirklich Privilegien der Elite angehen will. Ein Thema, das bislang die schärfste potenzielle interne Kandidatin um die Kandidatur, Senatorin Elisabeth Warren, besetzt hat. In ihrem Video zur Kandidatur erwähnte Clinton ausdrücklich, dass die „Karten in den USA immer noch zu Gunsten der Superreichen“ gemischt seien und sie das ändern werde.
Der 57-jährige in Baltimore, Maryland, geborene Gensler arbeitete bereits unter Präsident Bill Clinton im US-Finanzministerium. Den Vorsitz der CFTC gab er im Januar 2014 auf. Er war an Wall Street nicht ohne Grund gefürchtet wie kaum jemand anderes. Als früherer Partner bei Goldman Sachs weiß er genau, wo der Hase langläuft. Und während andere Kollegen Karrieren in Notenbanken oder der Finanzindustrie anstrebten, machte er es zu seiner Berufung, der Öffentlichkeit nach der Kernschmelze der Weltwirtschaft in 2008 die Gefahren eines unkontrollierten Finanzsystems aufzuzeigen. Es gibt wenig Indizien, dass er das jetzt ändern will.

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  • Der "Bankenjäger" und ehemalige Goldman Banker Gary Gensler in der Tradition von Hank Paulson, Tim Geithner und Mario Draghi. Grosse Klasse.

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