Polizeigewalt in Charleston Täter droht wohl keine Todesstrafe

Wieder rüttelt ein Fall tödlicher Polizeigewalt gegen einen schwarzen Amerikaner die USA auf. Diesmal ist der Fall klarer – wegen eines Handyvideos. Die Todesstrafe muss der Täter aber wohl eher nicht befürchten.
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Minikameras schützen Opfer und Polizisten

CharlestonDem wegen Mordes an einem offenbar unbewaffneten Schwarzen angeklagten weißen Polizisten aus dem US-Bundesstaat South Carolina droht wohl keine Todesstrafe. Basierend auf den Fakten, die bislang vorlägen, sei die Todesstrafe nicht gerechtfertigt, da es keine gesetzlich festgelegten „erschwerenden Umstände“ gäbe, sagte Scarlett Wilson, oberste Staatsanwältin von Charleston County, am Montag. Der 33-jährige Polizist Michael Slager ist wegen Mordes an dem Schwarzen Walter Scott angeklagt. Bei einer Verurteilung drohen ihm 30 Jahre bis Lebenslang Gefängnis.

Der Vorfall ereignete sich am 4. April in North Charleston. Ein Augenzeuge hielt das Geschehen auf einem Video fest. Darauf ist zu sehen, dass Slager den 50-jährigen Walter Scott wegen einer defekten Bremsleuchte an seinem Auto stoppt. Ein kurzes Handgemenge ist zu erkennen. Scott rennt daraufhin los.

Der Polizist zielt mit seiner Pistole auf den flüchtenden Mann und schießt ihm aus geringer Entfernung acht Mal in den Rücken. Scott sackt zusammen und landet mit dem Gesicht nach unten auf dem Boden. Laut Polizeibericht hatte Slager die Schüsse mit Notwehr begründet, denn Scott habe ihm seinen Elektroschocker entrissen. Auf dem Video ist davon nichts zu sehen. Es gibt auch keine Anzeichen, dass der schwarze Mann bewaffnet war.

Die Tötung setzt eine Serie von ähnlichen Fällen in jüngster Vergangenheit fort, die in den USA zu einer neuen Diskussion über Polizeigewalt und Rassismus geführt haben.

  • rtr
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