Polizeigewalt in den USA Ferguson wegen verschleppter Polizeireform verklagt

Als 2014 ein weißer Polizist den Afroamerikaner Michael Brown erschoss, brachen in der US-Stadt Ferguson Unruhen aus. Das US-Justizministerium verordnete eine Polizeireform – und verliert nun die Geduld mit der Stadt.
Der Polizei wird unter anderem vorgeworfen, unverhältnismäßig oft Afroamerikaner ohne juristische Rechtfertigung festzunehmen, zu durchsuchen und übermäßig Gewalt anzuwenden. Quelle: dpa
Proteste in Ferguson

Der Polizei wird unter anderem vorgeworfen, unverhältnismäßig oft Afroamerikaner ohne juristische Rechtfertigung festzunehmen, zu durchsuchen und übermäßig Gewalt anzuwenden.

(Foto: dpa)

WashingtonDie US-Regierung hat im Streit um eine Reform der Polizeiarbeit die Stadt Ferguson im US-Bundesstaat Missouri verklagt. Das Justizministerium habe am Mittwoch eine entsprechende Klage eingereicht, sagte Justizministerin Loretta Lynch nach Ministeriumsangaben in Washington. Die Bevölkerung Fergusons habe fast ein Jahr lang auf die Umsetzung der mit der Regierung abgesprochenen Reformen gewartet, sagte Lynch: „Sie sollten nicht länger warten müssen“.

Der Polizei Fergusons wird unter anderem vorgeworfen, unverhältnismäßig oft Afroamerikaner ohne juristische Rechtfertigung festzunehmen, zu durchsuchen und übermäßig Gewalt anzuwenden.

Die Polizei der Stadt in der Nähe der Metropole St. Louis hatte nach schweren Krawallen im Sommer 2014 unter anderem zugesagt, ihr System der internen Rechenschaftspflicht von Beamten für deren Handlungen zu verbessern und Fortbildungen für den Abbau von Vorurteilen anzubieten.

Stadt im Ausnahmezustand
Outrage In Missouri Town After Police Shooting Of 18-Yr-Old Man
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„Hands up, Don´t Shoot“ (Hände hoch, nicht schießen!): Es sollte eine friedliche Demonstration werden. In der US-Stadt Ferguson, einem Vorort von St. Louis, gehen die Menschen auf die Straße...

Outrage In Missouri Town After Police Shooting Of 18-Yr-Old Man
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Sie demonstrieren gegen die Tötung eines schwarzen Tennagers am 9. August durch einen weißen Polizisten.

huGO-BildID: 38740803 Protestors demonstrate in Ferguson on August 17, 2014. Riot police hurled tear gas and marched on rioters in Ferguson, the St L
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Seit den tödlichen Schüssen sind in Ferguson fast jeden Abend wütende Menschen auf die Straße gegangen. Eine vorläufige private Obduktion hatte ergeben, dass mindestens sechs Mal auf den 18-Jährigen geschossen wurde, davon zwei Mal in den Kopf, wie die „New York Times“ berichtete.

Outrage In Missouri Town After Police Shooting Of 18-Yr-Old Man
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Der 18-Jährige Michael Brown war unbewaffnet.

Outrage In Missouri Town After Police Shooting Of 18-Yr-Old Man
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Erst wurde eine nächtliche Ausgangssperre angeornet. Doch vor Inkrafttreten kam es erneut zu Unruhen. Einzelne Demonstranten griffen Polizisten mit Molotowcocktails an...

Outrage In Missouri Town After Police Shooting Of 18-Yr-Old Man
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Viele der Demonstranten mussten wegen des Tränengases mti Milch oder Wasser behandelt werden...

A protester kicks a tear gas canister back towards police after protests in reaction to the shooting of Michael Brown turned violent near Ferguson, Missouri
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...nach Polizeiangaben fielen in der Menge auch Schüsse. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Demonstration aufzulösen.

Die US-Justizbehörde hatte 2014 ein Ermittlungsverfahren gegen Ferguson eingeleitet, nachdem der 18-jährige Afroamerikaner Michael Brown von einem weißen Polizisten erschossen worden war. Der Reformplan wurde mit dem Justizministerium über Monate verhandelt. Die Polizei stand wegen der teils paramilitärisch anmutenden Reaktion auf nächtliche Krawalle nach dem Tod Browns damals öffentlich in der Kritik.

  • dpa
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