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Poroschenko in der ARD „Gestorben für das Recht, Europäer zu sein“

Die Ukraine will über einen Beitritt zur Nato abstimmen. Nur das Bündnis könne noch Sicherheit gewährleisten, sagt Präsident Poroschenko im Interview. Die Nato will das Referendum „respektieren“.
Update: 01.12.2014 - 07:36 Uhr 19 Kommentare
Poroschenko im Interview: Abstimmung über Nato-Beitritt innerhalb von sechs Jahren.

Poroschenko im Interview: Abstimmung über Nato-Beitritt innerhalb von sechs Jahren.

Moskau/Berlin Die Nato will ein Referendum in der Ukraine über eine Aufgabe des blockfreien Status und einen Beitritt zum Bündnis „respektieren“. Das machte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg deutlich, ohne konkreter zu werden. „Wenn die Ukraine eine solche Entscheidung trifft und der Nato beitreten will, werde ich ihre Entscheidung respektieren“, sagte er am Freitagabend dem russischen Radiosender Echo Moskwy.

Die prowestliche Führung in Kiew strebt einen Nato-Beitritt an. Präsident Petro Poroschenko will darüber innerhalb von etwa sechs Jahren abstimmen lassen, sobald wichtige Kriterien erfüllt sind. In einem ARD-Interview bezeichnete Poroschenko das westliche Bündnis als einzige Organisation, die die Sicherheit der Staaten noch gewährleisten könne.

„Die Ukrainer sind gestorben für das Recht, Europäer zu sein“, betonte er im Hinblick auf Bürgerkrieg in der Ost-Ukraine. Die Sicherheitssysteme der Nachkriegszeit sowohl in Europa wie auch in der Welt seien nicht mehr effizient, sagte der prowestliche Präsident.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier widersprach Poroschenko jedoch. „Eine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine kann für mich nicht auf der Tagesordnung stehen. Ich sehe die Ukraine jedenfalls nicht auf dem Weg in die Nato“, sagte der SPD-Politiker dem ZDF.

Zwar könne er verstehen, dass es in der Ex-Sowjetrepublik im Konflikt mit Russland den Wunsch nach sicherheitspolitischer Unterstützung gebe, sagte der SPD-Politiker. „Trotzdem müssen wir realistisch bleiben. Wir sind mitten in einem gefährlichen Konflikt.“ Noch Schlimmeres sei vorstellbar. Deshalb „gehört es zu unserer außenpolitischen Verantwortung“, der Öffentlichkeit zu sagen, dass man nicht zusätzlich Öl ins Feuer gießen dürfe.

Russland lehnt einen Nato-Beitritt seines Nachbarn Ukraine ab, weil es in einer Nato-Ausdehnung direkt nebenan eine Bedrohung seiner Sicherheit sieht. Die Nato hatte jüngst erklärt, dass die Türen grundsätzlich offen stünden, allerdings gilt eine Aufnahme wegen des Konflikts zwischen ukrainischem Militär und prorussischen Separatisten in der Ostukraine als unwahrscheinlich.

Moskaus Nato-Botschafter Alexander Gruschko forderte die Allianz auf, den blockfreien Status der Ukraine anzuerkennen, der in der Verfassung festgeschrieben ist. Der politische Dialog zwischen Russland und der Nato sei de facto eingefroren, warnte er.

Stoltenberg sagte, die Gesprächskanäle dürften nicht geschlossen werden: „Wir wollen keine Konfrontation mit Russland und wir brauchen keinen neuen Kalten Krieg.“ Moskau müsse dies allerdings auch wollen.

Der Grünen-Politiker Jürgen Trittin erklärte: „Die Nato kann zur Lösung der Ukraine-Krise keinen wirklichen Beitrag leisten. Sie kann aber eine Lösung der Krise erschweren. Die Debatte über eine Nato-Erweiterung ist ein solches Erschwernis.“

Der Handelsblatt Expertencall
  • dpa
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19 Kommentare zu "Poroschenko in der ARD: „Gestorben für das Recht, Europäer zu sein“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Mutti Merkel unterstützt den Nationalsozialismus in der Ukraine.
    Deutschland bereitet sich auf die neuen Krieg?
    https://vk.com/skrewdriver28?w=wall247791999_169%2Fall

    Genau diese neuen Werte die so hartnäckig verteidigt die Europäische Union und die USA?

  • Nehmen wir mal an, die EU wäre ein Hühnerhof mit 28 Hühnern.

    Würde der verantwortungsvolle Hahn, der weiß, dass viele Hühner ihre Eier selbst fressen, die fleißigen Hühner von Blutsaugern gequält werden, ja würde dieser Hahn noch den Marder einladen?

    Wahrscheinlich nur der dumme und fette Gockel würde das tun.

  • Es gibt kein "Recht" Europäer zu sein. Etwas dümmeres habe ich noch nicht gehört. Genauso wenig wie Asiate zu sein.

  • WAS LERNEN WIR AUS DER GESCHICHTE?
    Wir lernen das wir nichts lernen.

  • Leider hat Herr Trittin bei den Grünen nichts mehr zu sagen. Er ist anscheinend einer der wenigen, dem ich diplomatische oder außenpolitische Kompetenz zusprechen würde, im Gegensatz zur aktuellen Parteiführung.

  • Das HB ist eine der ganz wenigen die noch eine freie Meinungsauesserung zulassen und auch von der offiziellen Linie abweichende Meinungen zu Wort kommen lassen. Vielen Dank HB. Hoffentlich wird der Druck von oben fuer eine "konforme Berichterstattung" nicht bald zu gross.
    Was bei einigen anderen Medien heute so laueft kann man nur noch mit dem Neuen Deutschland oder dem Voelkischen Beobachter vergleichen.

  • Jetzt schnell mal einige Milliarden fuer die Oligarchen Maestung in der Ukraine locker machen. Kein Problem, Deutschland hat doch satt da.
    Nicht mal ein paar Hubschrauber in die Luft bekommen aber einen Krieg mit Russland anzetteln, ob Deutschlands "Eliten" das wirklich bis zum Schluss durch geplant haben? Die gleichen Leute die nicht mal einen Flughafen (BER) oder einen Bahnhof (S21) bauen koennen. Aber was solls, das sind die Versager die sich der Michel zusammen gewaehlt hat. Muell rein, Muell raus.

  • na hoffentlich kann sich Steinmeier da durchsetzen. Es kann doch nicht sein dass eine (rechtsextreme) Putschregierung einfach so von der NATO aufgenommen wird und damit wieder einen kalten Krieg oder schlimmeres mit Russland auslöst. Wie dumm sind denn die westlichen Politiker ?

  • @ Herr Otto Pankrath

    Da müssen Sie gar nicht so weit in die Geschichte eintauchen. Vor gerade einmal einem Vierteljahrhundert geschah es hier in Deutschland. Und was ist daraus geworden? Wo sind die Revolutionäre der ersten Stunden? Wer sind die Nutznießer, die nur mal eben auf den fahrenden Zug aufgesprungen sind und die Farbe, sprich die Parteizugehörigkeit, gewechselt haben? Die Menschen sind überall gleich. Nur die Sprachen sind unterschiedlich.

  • Ich glaube ja, werte Mitkommentatoren, Ihr habt Poroschenko nicht richtig zugehört.
    Sagte er nicht, Kiew habe sich strikt an das Minsker Abkommen gehalten? Da Poroschenko natürlich die 100%ige Wahrheit spricht, greift er die Separatisten nicht wie propagiert an und bombardiert Zivilisten. Außerdem klärte er und endlich auf, dass zB Human Rights Watch russisches Staatsmedium ist.
    Danke also Herr Poroschenko, dass Sie die Unklarheiten die hier kursierten endlich beseitigt haben.
    Schöne Grüße auch an alle, die noch immer auf dem Maidan in Kiew demonstrieren und die Rechte einfordern für die einige ihr Leben ließen...

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