Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Portugal Die Einschnitte werden von breiter Mehrheit getragen

Anders als Griechenland setzt Portugal die nötigen Reformen entschlossen um. Obwohl die Einschnitte für die Bevölkerung ähnlich hart sind, gibt es vergleichsweise wenig Widerstand - gewalttätige Proteste gibt es gar nicht.
29.02.2012 - 20:24 Uhr Kommentieren
„Gegen die Ausbeutung“: In Portugal regt sich nur vereinzelt Widerstand gegen die Sparmaßnahmen. Quelle: Reuters

„Gegen die Ausbeutung“: In Portugal regt sich nur vereinzelt Widerstand gegen die Sparmaßnahmen.

(Foto: Reuters)

Befragt man Vertreter von IWF oder EU nach dem wichtigsten Unterschied zwischen ihren beiden Schützlingen Portugal und Griechenland, nennen sie an erster Stelle meist den politischen und gesellschaftlichen Rückhalt für das Reformprogramm: Die Portugiesen hätten sich das Programm „sehr zu eigen gemacht“, heißt es lobend. Ständige Zweifel, ob die versprochenen Reformen auch beschlossen und umgesetzt werden, gibt es in Portugal nicht.

Die Troika aus IWF, EZB und EU-Kommission handelte den Rettungskredit und seine Auflagen noch mit der sozialistischen Regierung von José Sócrates aus, der im gleichen Atemzug vorgezogene Neuwahlen ausrief. Die Koalition aus konservativer PSD und Liberalen, die seit den Wahlen mit absoluter Mehrheit regiert, durfte damals mitreden und gab ihr Plazet zu dem Programm. So werden die schmerzhaften Maßnahmen jetzt von einer breiten Mehrheit getragen.

Basisdaten Portugal

Quelle: International Monetary Fund, World Economic Outlook Database, September 2011
* Schätzung,
** 0 % BIP-Wachstum 2008

Gewalttätige Proteste der Bevölkerung wie in Griechenland kommen nicht vor - obwohl die Portugiesen kaum weniger leiden. Ein Fabrikarbeiter verdient in der Regel den Mindestlohn, weniger als 500 Euro im Monat, und sieht die Kaufkraft des kargen Entgelts stetig sinken. Wegen höherer Mehrwertsteuern und Energiepreisen steigen die Lebenshaltungskosten, zudem kassierte die Regierung 2011 Teile des Weihnachtsgeldes über Steuern ein.

Abgesehen von dem einen oder anderen Streik vor allem im öffentlichen Sektor, wo die Gewerkschaften gut organisiert sind, gibt es erstaunlich wenig Protest gegen den harten Reform- und Sparkurs. Große Teile der Bevölkerung erachten ihn offenbar als unumgänglich.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Im Gegensatz zu Griechenland hat Portugal auch die administrative Umsetzung des Programms sehr effizient gelöst. Der zuständige Staatssekretär Carlos Moedas, ein Harvard-Ökonom, ist direkt dem Premierminister zugeordnet und hat eine Truppe aus Fachleuten um sich geschart, die die Fäden aus allen Ministerien zusammenführt und in permanentem Dialog mit der Troika steht.

    • ang
    Startseite
    Mehr zu: Portugal - Die Einschnitte werden von breiter Mehrheit getragen
    0 Kommentare zu "Portugal: Die Einschnitte werden von breiter Mehrheit getragen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Serviceangebote
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%