Präsident plant nach Skandal Umbau in seinem Stab Ex-Macron-Mitarbeiter muss in „Demo-Affäre“ vor Gericht

Die Justiz hat vorläufige Anklage gegen einen Ex-Sicherheitsbeamten von Präsident Macron erhoben. Er soll Gewalt gegen Demonstranten angewendet haben.
Update: 23.07.2018 - 12:31 Uhr Kommentieren
Bei einem Polizeieinsatz soll der Ex-Personenschützer des Präsidenten gewalttätig vorgegangen sein. Quelle: AFP
Alexandre Benalla

Bei einem Polizeieinsatz soll der Ex-Personenschützer des Präsidenten gewalttätig vorgegangen sein.

(Foto: AFP)

ParisEin ehemaliger Sicherheitsmitarbeiter des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron muss sich in der „Demo-Affäre“ vor Gericht verantworten. Der 26-jährige Alexandre Benalla wird unter anderem der Gewalttätigkeit und der Amtsanmaßung angeklagt, wie Justizkreise am Sonntag bestätigten.

Die Zeitung „Le Monde“ hatte am Mittwoch ein Video von einer Demonstration am 1. Mai veröffentlicht, auf dem zu sehen ist, wie Benalla zunächst eine Frau brutal aus einem Demonstrationszug zerrt und dann auf einen jungen Mann einschlägt, den eine andere Person in Zivilkleidung zu Boden gerissen hat. Benalla ist selbst kein Polizist, trug aber einen Polizeihelm. Er wurde am Freitag festgenommen, seine Wohnung am Samstag durchsucht. Der Elysée-Palast hat Benalla mittlerweile entlassen.

Im Zusammenhang mit der Affäre sind zudem vier weitere Personen angeklagt, darunter drei Polizisten. Sie sollen Videobilder des Zwischenfalls an Benalla weitergeleitet haben. Benalla und ein weiterer Verdächtiger dürfen nach Angaben der Staatsanwaltschaft keine Waffen mehr besitzen und nicht mehr in öffentlicher Funktion arbeiten.

Frankreichs Innenminister Gérard Collomb wusste nach eigenen Angaben früh von den Gewaltvorwürfen gegen Benalla, hat Vertuschungsvorwürfe aber von sich gewiesen. Als er am 2. Mai erfahren habe, dass Macrons Büro den Sicherheitsmitarbeiter Alexandre Benalla bestrafen wolle, habe er sich „nicht weiter um das Thema gekümmert“, sagte Collomb am Montag vor einem Ermittlungsausschuss der französischen Nationalversammlung.

Er sei zu dem Schluss gekommen, dass man sich der Sache auf dem angemessenen Niveau angenommen habe.

Die Affäre um Benalla gehört zu den größten Krisen der Amtszeit von Macron. Die Opposition wirft der Regierung Vertuschung vor, weil diese den Vorfall zunächst nur disziplinarisch verfolgt und erst nach dem „Le Monde“-Bericht den Justizbehörden gemeldet hatte.

Macron hat sich einem Bericht zufolge mittlerweile von seinem früheren Sicherheitsmitarbeiter distanziert. Macron habe den Vorgang bei einem Treffen mit Kabinettsmitgliedern als „inakzeptabel“ bezeichnet und betont, dass derartiges Verhalten auch künftig nicht straflos bleiben werde, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP. Sie beruft sich auf Angaben aus dem Umfeld Macrons, der am Sonntagabend unter anderen mit Premierminister Édouard Philippe und Innenminister Collomb über die Angelegenheit gesprochen habe.

Der Staatschef habe zudem angeordnet, dass alle Vorkehrungen getroffen werden, „damit sich ein solcher Fehler nicht noch einmal wiederholt“. Öffentlich werde Macron selbst erst dann das Wort ergreifen, „wenn er es für angebracht hält“, hieß es weiter.

  • dpa
  • ap
  • rtr
Startseite

Mehr zu: Präsident plant nach Skandal Umbau in seinem Stab - Ex-Macron-Mitarbeiter muss in „Demo-Affäre“ vor Gericht

0 Kommentare zu "Präsident plant nach Skandal Umbau in seinem Stab: Ex-Macron-Mitarbeiter muss in „Demo-Affäre“ vor Gericht"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%