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Präsidentenwahl in Russland Präsidenten-Partei macht Putin mit 100 Prozent zum Kandidaten

Schier unaufhaltsam strebt Putin zurück in den Kreml. Seine Regierungspartei bestimmte Russlands mächtigsten Mann nun mit 100 Prozent zum Kandidaten der Präsidentenwahl 2012. Die Opposition schaut ohnmächtig zu.
Update: 27.11.2011 - 17:57 Uhr 8 Kommentare
Premierminister Wladimir Putin tritt am Sonntag im Moskauer Luschniki-Sportpalast als Präsidentschaftskandidat an. Quelle: dapd

Premierminister Wladimir Putin tritt am Sonntag im Moskauer Luschniki-Sportpalast als Präsidentschaftskandidat an.

(Foto: dapd)

MoskauAls sich Russlands Regierungschef Wladimir Putin live im Staatsfernsehen mit 100 Prozent zum Präsidentenkandidaten küren lässt, schaut die Opposition in die Röhre - wieder einmal. Sogar kremlnahe Kräfte wie die kommunistische frühere Staatspartei oder die ultranationalistischen Liberaldemokraten erhalten vor der Duma-Wahl am 4. Dezember und der Präsidentenwahl am 4. März 2012 wenig Sendezeit - geschweige denn, dass ihre Parteitage ebenfalls übertragen würden. Außerparlamentarische Gruppierungen um den früheren Schachweltmeister Garry Kasparow oder den ehemaligen Vizeregierungschef Boris Nemzow können davon ebenfalls nur träumen.

Rund 11.000 Anhänger der Kremlpartei Geeintes Russland jubelten am Sonntag im Moskauer Luschniki-Sportpalast wie im Rausch, als Putin die Wahl annahm. Von einer solchen Unterstützung sind Kasparow, Nemzow und andere Kremlgegner weit entfernt. Der von Staatsmedien als „radikal“ geächteten Opposition mangelt es an einem breiten Fundament in der Bevölkerung.

Zwar stellte das Meinungsforschungsinstitut Lewada vor wenigen Tagen eine wachsende Unzufriedenheit der Russen mit ihrer Führung fest. Das Protestpotenzial sei aber gering und kein Vergleich etwa zur Situation im Arabischen Frühling, hieß es. In Russland habe weiter nur die gemäßigte Opposition eine Chance auf Duma-Mandate.

„Wenn Sie als Opposition nicht mit dem Kreml zusammenarbeiten, haben Sie keine Chance, keine Finanzierung, keinen Zugang zum Fernsehen, es gibt keine freien Wahlen - deshalb gehen wir auf die Straße“, sagte der Oppositionelle Ilja Jaschin der Nachrichtenagentur dpa. Doch Kundgebungen von Anderes Russland oder den linksradikalen Nationalbolschewisten werden meist verboten oder niedergeknüppelt.

Viele Russen räumen ein, dass sie zu verängstigt sind, um ihre Wut auf die staatliche Bevormundung zu äußern. Kremlkritische Zeitungen wie „Nowaja Gaseta“ sind voller Beispiele, wie Bürger vor der Teilnahme an behördlich verbotenen Kundgebungen gewarnt werden.

Vor der Parlamentswahl in einer Woche rufen Kremlgegner nun zum Boykott auf. Doch über die Details herrscht wieder einmal Streit: Laut Kasparow sollten Kritiker die Wahllokale völlig meiden, laut Nemzow sollten sie Protestlosungen auf die Stimmzettel schreiben. Die Uneinigkeit ist symptomatisch und erleichtert dem Machttandem aus Putin und Kremlchef Dmitri Medwedew das Regieren. Wie bei früheren Abstimmungen konnte sich die Opposition auch bei der anstehenden Präsidentenwahl auf keinen gemeinsamen Kandidaten verständigen. Bisher scheiterten alle Versuche, das zersplitterte Lager zu einen.

„Die Opposition redet doch nur“, höhnte Medwedew am Sonntag. Putin wiederum wirft seinen Kritikern vor, sich vom Ausland bezahlen zu lassen. Tausende Anhänger feierten den Regierungschef beim Parteitag. Der Radiosender Echo Moskwy sprach nicht ohne Ironie von einer „Putin-Party“. In weiten Teilen der Bevölkerung ist der Regierungschef weiter populär, das weiß auch die Opposition. „Aber die Stimmung im Land wandelt sich“, meint Kritiker Jaschin.

Der Weg zu einem möglichen Machtwechsel scheint dennoch schier endlos. Russlands Wahlgesetz schreibt vor, dass nur in der Staatsduma vertretene Parteien einen Bewerber für die Präsidentenwahl stellen dürfen. Ausnahme sind Kandidaten, die zwei Millionen Unterschriften in der Bevölkerung sammeln - eine Hürde, die für einen unabhängigen Bewerber nach Ansicht von Experten nahezu unüberwindbar ist. Dies musste der Kremlgegner Michail Kasjanow schmerzhaft erleben. Wegen angeblich gefälschter Unterschriften wurde der frühere Regierungschef 2008 kurzerhand von der Präsidentenwahl ausgeschlossen.

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  • dpa
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8 Kommentare zu "Präsidentenwahl in Russland: Präsidenten-Partei macht Putin mit 100 Prozent zum Kandidaten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Moppelmann

    Sie haben auch Recht: Endlich wieder ein Führer!

  • Wie wär´s mit ein Paar Belege und Beweise für Ihr leeres Gelaber? Paranoia von Ihnen ist keine Begründung. Es ist schon lüstig anzuschauen, wie manche bei Begriffen Putin und Russland reflexartig irgend ein Schwachsinn von sich geben.

  • @Alex : Sie sind vermutlich von dieser Seite. Zu deutlich und einfältig Ihre Begründung. Aber! Leute Ihres Schlages machten mir in der Vergangenheit klar, dass meine Zukunft hier nicht sein kann. Ich zog die Konsequenzen, erschaudere aber immer noch aus der Ferne bei Kommentaren wie von Ihnen. Alex steht wahrscheinlich für Alexej.

  • wieder ein Artikel, der besagt, dass Putin ein böser Mann Russlands ist, dabei vergessen, die Medien, dass das Geld dieses Mannes in Deutschland und für Deutschland arbeiten. Ein Beispiel dafür ist nur FC 04. Die Medien haben vergessen, dass wir unser Gas aus Russland bekommen.
    Was Demokratie angeht, kann mir jemand hier sagen, wo wir reine Demokratie haben. USA? Europa? Deutschland? Wärend wir den griechen helfen, muss ich mein Studium selbst finanzieren, wärend in Russland man gute Bildung kostenfrei bekommt. Wärend bei uns hier ein Student mit einem Einstigsgehalt von höchstens 1700 € rechnen kann, da wir lieber einen inder oder einen chinesen für uns billiger arbeiten lassen, kann man in Russland als ein guter junger Physiker mit einem Gehalt von 2500 bis 3000 € rechnen. Lieber Putins Demokratie, als so was undifenierbares von Merkel und Co

  • @walterla

    Sie haben wohl Recht. Demokratie braucht der Russ' nicht..

  • Ein jeglicher Gedankentiefe fern gebliebener Hurra-Artikel, der allerdings ganz gut auf suggestive Wirkungen spekuliert!

  • Putin ist für Russland der richtige Mann,auch wenns den Amis und der Merkel nicht gefällt.

  • Putins Meinungsumfragen, von ihm selbst in Auftrag gegeben und bezahlt, erobern Russland im Sturm zurück. Ein Possenspiel mit für machem tödlichem Ausgang.