Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Präsidentschaftswahl Rechtspopulist Bolsonaro gewinnt erste Runde der Wahl in Brasilien

Der rechtsgerichtete Jair Bolsonaro liegt in Brasilien nach der ersten Wahlrunde zum Präsidenten klar vor seinem linken Kontrahent Fernando Haddad.
Kommentieren

Rechtspopulist Jair Bolsonaro gewinnt erste Wahlrunde in Brasilien

Brasilia Der Rechtspopulist Jair Bolsonaro hat die erste Runde der Präsidentenwahl in Brasilien klar gewonnen. Der Ex-Militär erhielt knapp 49 Prozent der Stimmen, wie das Wahlamt am Sonntag nach der Auszählung von 80 Prozent der Wahlurnen mitteilte. An zweiter Stelle lag Fernando Haddad von der linken Arbeiterpartei mit etwa 26 Prozent der Stimmen.

Sollte Bolsonaro noch leicht auf über 50 Prozent zulegen, könnte er die Präsidentenwahl bereits im ersten Wahlgang entscheiden. Bleibt er unter der absoluten Mehrheit, trifft er in drei Woche in der Stichwahl erneut auf Haddad. Der tritt anstelle des früheren Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva an, der nach einer Verurteilung wegen der Annahme von Schmiergeldern in Haft ist und nicht antreten darf. Die Stichwahl ist für den 28. Oktober angesetzt. Insgesamt waren 13 Kandidaten für das höchste Amt in Brasilien angetreten.

Bolsonaro machte während des Wahlkampfs mit frauenverachtenden und gewaltverherrlichenden Aussagen auf sich aufmerksam. Der Ex-Fallschirmjäger und Armee-Hauptmann hat der Korruption in Lateinamerikas größter Volkswirtschaft den Kampf angesagt und will staatliche Unternehmen privatisieren, damit sich Politiker dort nicht länger bedienen können. Gegenüber der Militärdiktatur in Brasilien von 1964 bis 1985 zeigte er wiederholt Sympathien. Die Umfragewerte des 63-jährigen legten nach einer lebensgefährlichen Messerattacke auf ihn bei einer Wahlkampfveranstaltung vor einem Monat deutlich zu.

Haddad macht dagegen das schlechte Image seiner linken Arbeiterpartei zu schaffen, die in zahlreiche Korruptionsskandale verwickelt ist. Er tritt anstelle des früheren Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva an, der nach einer Verurteilung wegen der Annahme von Schmiergeldern in Haft ist und kein Kandidat sein darf.

Der Ruck nach rechts überrascht viele Basilianer und politische Analysten. Die normalerweise eher moderate politische Mitte des Landes hatte in der Vergangenheit meist einen kühlen Kopf behalten - zuletzt als Dilma Rousseff 2014 wiedergewählt wurde.

Aber auch Ex-Fußballstar Rivaldo hat seine Unterstützung für den ultrarechten Präsidentschaftskandidaten Jair Bolsonaro bekundet. Das Land habe mehr Jobs nötig statt eine Fokussierung auf Themen wie Sexismus und Rassismus, teilte der ehemalige Nationalspieler am Sonntag über soziale Medien mit. „Wir brauchen ihn (Bolsonaro), um die Probleme unseres Landes zu lösen, nicht um uns Werte beizubringen.“ Vor dem 46-jährigen WM-Sieger von 2002 und Ex-Mittelfeldstar beim FC Barcelona hatte sich auch dessen früherer Teamkollege Ronaldinho für Bolsonaro ausgesprochen.

Die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas mit 210 Millionen Menschen steckt in einer tiefen Krise. Zahlreiche Politiker sind in Korruptionsskandale verwickelt, die Wirtschaft läuft nur schleppend, die Arbeitslosenquote liegt bei zwölf Prozent. Die Gewalt nimmt immer weiter zu, bereits im vergangenen Jahr gab es laut einem Bericht des "Wall Street Journal" rund 63.000 Morde. Die brasilianische Polizei hat über 5000 Menschen erschossen. Der Staatshaushalt weist große Lückem auf, Schulen, Krankenhäuser und Straßen sind in marodem Zustand. Der Wahlkampf war von einem schweren Konflikt zwischen Rechts und Links geprägt.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • dpa
  • rtr
  • ap
  • gut
Startseite

Mehr zu: Präsidentschaftswahl - Rechtspopulist Bolsonaro gewinnt erste Runde der Wahl in Brasilien

0 Kommentare zu "Präsidentschaftswahl: Rechtspopulist Bolsonaro gewinnt erste Runde der Wahl in Brasilien"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.