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Pre-Event zur Handelsblatt-Tagung Deutsche-Bank-Vorständin Matherat warnt vor chaotischem Brexit

London wird seine dominante Position als Finanzzentrum mit hoher Wahrscheinlichkeit verlieren. Doch ein Ausstieg ohne Übergangsregeln wäre gefährlich, warnt Sylvie Matherat.
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Sylvie Matherat ist als Vorstandsmitglied Chief Regulatory Officer bei der Deutschen Bank. Quelle: Bernd Roselieb
Sylvie Matherat

Sylvie Matherat ist als Vorstandsmitglied Chief Regulatory Officer bei der Deutschen Bank.

LondonOhne Übergangsregeln könnte der Ausstieg Großbritanniens aus der EU die Finanzstabilität gefährden, warnt die Regulierungsvorständin der Deutschen Bank. Man dürfe das Risiko eines ungeordneten Brexits nicht zu locker sehen, sagt Sylvie Matherat auf dem Pre-Event zur Handelsblatt-Tagung „Banken im Umbruch“ an diesem Dienstag.

Es sei nötig, dass es im März 2019 nicht zu einem abrupten Bruch komme, sondern Klarheit darüber gebe, ob bereits geschlossene Verträge weiterhin Gültigkeit behalten, wie man Kunden transferiere oder wie es um die Gleichwertigkeit der britischen Abwicklungshäuser bestellt sei.

Außerdem müssten die Aufsichtsbehörden kooperieren. „Wenn wir das alles nicht haben, ist das ein Risiko für die Finanzstabilität. Das muss unbedingt vermieden werden“, sagt Matherat.

Insgesamt sei sie aber nicht besonders beunruhigt, dass dieses Szenario eintritt. Sie gehe davon aus, dass es am Ende irgendwelche Übergangsregeln geben werde. Dennoch seien diese Themen wichtig.

Aktuell sei die Europäische Union von London als Finanzplatz noch sehr abhängig. Etwa 46 Prozent des in der EU eingesammelten Aktienkapitals würden am britischen Kapitalmarkt eingesammelt. Auch 45 Prozent des globalen Währungshandels im Euro fänden in London statt. Auch nach dem Brexit werde ein Zugang zum Finanzplatz London für Europa vorteilhaft sein – aber in etwa so, wie auch ein Zugang zu Finanzmärkten wie New York, Singapur oder Hongkong vorteilhaft sei.

Die britische Hauptstadt, davon ist Matherat überzeugt, werde auch nach dem Brexit eine führende Rolle als Finanzplatz spielen. „London wird aber seinen Status als dominanter Finanzplatz verlieren“, so die Französin. Bis es so weit ist, braucht es aber Zeit. „Das geschieht nicht über Nacht“, sagte Matherat. „Der Brexit sollte als Beginn einer Übergangsphase gesehen werden, als graduelle Entwicklung eines europäischen Marktes“, betont sie. Die EU-Regulierer, also der Gesetzgeber und die Aufsichtsbehörden, sollten weiterhin eine „konstruktive Rolle“ spielen.

Matherat geht nicht davon aus, dass ein einzelner Finanzplatz in der verbleibenden EU London vollständig ersetzen wird. „Es ist unwahrscheinlich, dass wir ein einziges Finanzzentrum in Europa haben werden. Ich gehe davon aus, dass es viele oder zumindest zwei starke Standorte geben wird“, so Matherat. Das gelte für Frankfurt und Paris.

Die europäischen Regierungen ruft sie dazu auf, die EU-Finanzmärkte nicht abzuschotten. „Ein Bekenntnis zu offenen Märkten und zu einem wettbewerbsfähigen Bankensektor sind wichtig. Das können wir von erfolgreichen Finanzzentren lernen“, sagt sie.

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