Preissteigerungen: Indonesien schockt mit Palmöl-Exportverbot globale Nahrungsmittelmärkte
In Indonesien demonstrierten Bürger in den vergangenen Tagen gegen hohe Lebensmittelpreise.
Foto: dpaBangkok. Indonesien bedroht mit einem Exportverbot für Palmöl die Lieferketten der globalen Lebensmittelindustrie. Der weltgrößte Produzent des wichtigen Agrarrohstoffs, der unter anderem in Tiefkühlpizzen, Speiseeis und Schokolade steckt, stellt ab Donnerstag sämtliche Ausfuhren vorerst ein. Das kündigte der Präsident des Landes, Joko Widodo, in einer Videoansprache an. Die Entscheidung setzt den Markt für Speiseöle unter zusätzlichen massiven Druck: Bereits der Ukrainekrieg hatte die Preise stark steigen lassen – das Land ist ein wichtiger Lieferant von Sonnenblumenöl.
Mit dem Exportstopp will Indonesien, das bislang mehr als die Hälfte der globalen Palmöllieferungen und mehr als ein Drittel des gesamten Speiseölbedarfs abdeckte, die Preissteigerungen im eigenen Land abfedern: Er werde die Umsetzung des Ausfuhrverbots persönlich überwachen, „damit Speiseöl auf dem heimischen Markt wieder reichlich und erschwinglich wird“, sagte Widodo.
Die Kosten für Palmöl, das in Indonesien und anderen asiatischen Ländern bei der Zubereitung vieler Speisen zum Einsatz kommt, sind in dem 275-Millionen-Einwohner-Land laut Marktforschern seit Jahresbeginn um durchschnittlich 40 Prozent gestiegen – in einigen Landesteilen haben sie sich sogar verdoppelt.