Premier Fredrik Reinfeldt Glücklicher Schwede

Premier Reinfeldt hat Schweden erfolgreich durch die Krise geführt. Der Wahlsieg für seine Konservativen ist absehbar – ausgerechnet in der früheren sozialdemokratischen Hochburg Schweden. Nach dem Sieg will Reinfeldts bürgerliche Regierung die Privatisierung forcieren.
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Schwedens Ministerpräsident Reinfeldt glaubt an den Sieg bei den Parlamentswahlen. Umfragen stützen seinen Optimismus; sie sagen der bürgerlichen Koalition einen klaren Sieg voraus. Quelle: Reuters

Schwedens Ministerpräsident Reinfeldt glaubt an den Sieg bei den Parlamentswahlen. Umfragen stützen seinen Optimismus; sie sagen der bürgerlichen Koalition einen klaren Sieg voraus.

(Foto: Reuters)

STOCKHOLM. Wenn die Schweden am Sonntag zur Wahl gehen, könnte erstmals in der Parlamentsgeschichte des Landes eine bürgerliche Regierung im Amt bestätigt werden. Dafür sprechen die Umfragen, noch mehr aber die ausgezeichneten Wirtschafts- und Etatzahlen.

Premier Fredrik Reinfeldt und die Koalition aus seinen Konservativen, den Liberalen, der Zentrumspartei und den Christdemokraten liegen mit 50,4 Prozent so weit vor dem Bündnis aus Sozialdemokraten, Linkspartei und Grünen, dass ihr Sieg bereits als sicher gilt.

Dass es ausgerechnet im sozialdemokratisch geprägten Schweden nach einer Bestätigung der bürgerlichen Regierung aussieht, hat vor allem einen Grund: Reinfeldt ist es in den vergangenen Jahren gelungen, das Bild der Konservativen als kalte, unsoziale Partei zu verändern. Seit langem bezeichnet er sie als „neue Arbeiterpartei“.

Mit Konjunkturpaketen und Steuersenkungen steuerte er das Land geschickt durch die Finanzkrise. Durch eine aktive Arbeitsmarktpolitik fanden mehr Menschen Jobs. Die rekordhohe Jugendarbeitslosigkeit von 25 Prozent (Gesamtarbeitslosenrate acht Prozent) kreiden ihm viele Wähler nicht an und sehen sie eher als Folge der Finanzkrise.

Zudem punktet Reinfeldt mit hervorragenden Wirtschaftsdaten: Das Statistische Zentralamt sagt für 2010 ein Rekordwachstum von 4,6 Prozent voraus. Damit steht das vom Export abhängige Schweden besser da als die meisten EU-Länder. Das Etatdefizit beträgt nur 0,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), ab 2012 rechnet Finanzminister Anders Borg wieder mit einem Plus.

Angesichts dieser Lage könnte für Reinfeldt allein der Einzug der ausländerfeindlichen Partei Sverigedemokraterna zum Problem werden. Sie liegt in den Umfrage nahe der Vier-Prozent-Hürde und könnte Zünglein an der Waage werden.

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