Premier Orbán Ungarn will die Ukraine als Puffer zu Russland

Ungarns rechtsnationaler Premier Orbán plädiert für einen mittelfristigen Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union. Sein Verhältnis zu dem von ihm bewunderten Putin ist mittlerweile zwiespältig.
11 Kommentare
Ungarns Premier Viktor Orbán: „Wir haben ein Interesse daran, dass es etwas gibt zwischen Ungarn und Russland – und das ist die souveräne Ukraine“ Quelle: dpa

Ungarns Premier Viktor Orbán: „Wir haben ein Interesse daran, dass es etwas gibt zwischen Ungarn und Russland – und das ist die souveräne Ukraine“

(Foto: dpa)

Düsseldorf/WienDer ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán gilt in der EU als einer der wenigen Verbündeten von Russlands Präsident Putin. Er hat sich mit am deutlichsten über die EU-Sanktionen gegen Russland beschwert. Europa schieße sich damit „selbst in den Fuß.“ Im Handelsblatt-Interview vollzieht der rechtsnationale Politiker eine Kehrtwende. Orbán plädiert nun für einen mittelfristigen EU-Beitritt der Ukraine. (Das vollständige Interview finden Digitalpass-Kunden hier zum Download).

„Aus unserer Sicht ist die Mitgliedschaft der Ukraine wünschenswert, dafür muss das Land aber politisch und wirtschaftlich stabil sein und seine Grenzen kontrollieren können“, sagte Orbán dem Handelsblatt. Vor einem solchen Schritt müssten aber die wirtschaftlichen Probleme der Ukraine gelöst werden. Noch könne das Land nicht auf eigenen Beinen stehen, so der Chef der rechtsnationalen Fidesz-Partei. „Wir müssen klären, wer die jährlich 25 Milliarden Euro zahlt, die nötig wären, die Ukraine aufrecht zu erhalten. Das sind die Kosten für das Nicht-EU-Mitglied Ukraine.“

Die  Regierung in Budapest wünscht sich, die Ukraine als Puffer zu Russland zu etablieren. „Wir haben ein Interesse daran, dass es etwas gibt zwischen Ungarn und Russland – und das ist die souveräne Ukraine“, sagte Orbán. „Wir haben eine gemeinsame Grenze mit der Sowjetunion gehabt, und es hat lange gedauert, bis wir die losgeworden sind. Wir wollen das Ding nicht wieder haben.“

Der Chef  der rechtspopulistischen Fidesz-Partei selbst habe den Kalten Krieg 26 Jahre miterlebt und wisse, was das bedeute. „Meine Generation in Ungarn will das Leben nicht zu Ende bringen, wie wir es begonnen haben“, sagte Orbán. Die Mitteleuropäer seien Russland am nächsten. Deshalb müssten jetzt ihre strategischen Interessen im Mittelpunkt stehen.Wir haben in den Kriegen in Afghanistan und im Irak unseren Bündnispartnern beigestanden. Jetzt sollten die Anderen auch solidarisch mit uns sein.

Zu seinem persönlichen Verhältnis zum russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin sagte der ungarische Premier: „Ich habe mit ihm schwere Verhandlungen geführt. Dabei hatten wir erfolgreiche - und auch äußerst peinliche Momente.“

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Premier Orbán - Ungarn will die Ukraine als Puffer zu Russland

11 Kommentare zu "Premier Orbán: Ungarn will die Ukraine als Puffer zu Russland"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Leider sind hier wieder die russischen Trolle a schreiben. Auch AfD Leue versuchen sich hier mit Unterstützung des Putin-Systems zu profilieren. das sind schon vaterlandslose Gesellen!

  • Das weiß Orban auch.
    Deshalb ist es ja auch leicht, einen EU-Beitritt für den Sankt-Nimmerleinstag vorzuschlagen. Er zeigt sich dadurch EU-freundlich (genauso wollen es die Brüsseler Autokraten ja) und weiß doch gleichzeitig, dass der EU-Beitritt der Ukraine bei DIESEN, von ihm genannten Bedingungen nie käme - weil z.B. die Korruption viel zu hoch ist.
    Wird der Beitritt trotzdem von Brüssel forciert, hat er saubere Hände und kann sagen "sehr her, hab' ich's nicht gesagt!"

  • Wo wir gerade beim Thema Ukraine sind: Was machen die Scheinermittlungen zu MH17? Alle "Ermittler" schon im Tiefschlaf oder malen die mit Powell-Point wieder mal Satellitenfotos für den millionenschweren Pioccio-Obama?

  • Das passt schon, Herr Schmidt. Ein korruptes System braucht korrupte Partner. Daher ist Brüssel auch so sehr an der Ukraine interessiert.

    Warum nennen alle die Regierung n Ungarn rechts-populistisch: weil sie für das Volk regiert. Für manche hier in Ungarn muss man auch das Denken übernehmen (Linke z.B.) - die Meinungsfreiheit ist davon unberührt. Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit waren auch hier zu lesen. Also auch dabei gibt es keine Einschränkungen. Jeder darf hier sagen, was er will - nur nicht zeigen was er will: rote Sterne und Pfeilkreuze wie Hakenkreuze sind hier verboten.

  • Im Artikel wird durchgehend "rechtsnational" und auch "rechtspopulistisch" als Attribut für Herrn Orbán und seiner Partei verwendet. Diese Ausrichtung ist nicht korrekt, es sollte heißen: nationalkonservativ, konservativ, christdemokratisch. Keine Partei nennt sich offiziell "populistisch" auch in Ungarn nicht, soviel ist klar, und wenn in einem Artikel diese Bezeichnung trotzdem verwendet wird, dann ist das m.E. eine unterschwellige Beeinflussung der Meinung des Lesers. Es würde mich mal wirklich interessieren, wie Sie "populistisch" genau definieren, wenn schon dieser Begriff unbedingt und so häufig benutzt werden muss.

  • Kein Land welches auf dem russ. Kontinent liegt, hat was in der EU zu suchen.
    Die EU muß generell aufhören, alle Länder der Welt aufzunehmen. Mit einer Europ. Union, wie sie mal angedacht war, hat dieses kriminelle Konstrukt Brüssel schon lange nichts mehr zu tun.

  • Die Ukraine kostet also 25 Mrd außerhalb der EU. Ich hoffe sehr, sie bleibt auch außerhalb der EU. Zahlen sollten wir für so einen Korrupten Staat mit seinen kriminellen Oligarchen gar nichts. Die Ukraine gehört nicht in die EU und nicht in die Nato. Das sind Hirngespinste realitätsferner Spinner

  • Dagegen späche z.B. die Konstruktion EU an sich.

    Die Aufnahme der Ukraine bedeutet für die Großen Länder einen relativen Machtverlust im Parlament (Ukaine 40-50 Mio Einw.,10% der EU).
    Neben der Frage ob die großen Nationalstaaten (DE,FR,GB,IT,ES) dies zulassen würden, steht die Frage, ob die EU im jetzigen Zustand die Aufnahme der Ukraine verkraften würde.

  • "Die Ukraine ist hochgradig korrupt und weit weg von demokartischen Mindeststandards. Die Ukraine gehört nie und nimmer in die EU."

    In dem Zustand natürlich nicht, aber wenn die Ukraine die entsprechenden Bedingungen erfüllt, was spräche dann dagegen?

  • Eben deshalb passt sie doch hervorragend in die EU! Hier sind die Regierungen nicht halb so korrupt wie die EU selbst.

    Auch möchte ich daran erinnern, dass es in D nicht mal ein wirksames Gesetz gegen Abgeordneten-Bestechung gibt. Es gibt nur ein Pseudo-Gesetz.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%