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Premiere für das Spitzenduo der Demokraten Rekord-Spendeneinnahmen: Biden und Harris starten stark in den Kampf ums Weiße Haus

„Trump kann nur Jammern“: 80 Tage vor der US-Wahl gibt das Spitzenduo der Demokraten einen Vorgeschmack auf die Taktik im Kampf das Präsidentenamt.
13.08.2020 Update: 13.08.2020 - 06:36 Uhr Kommentieren
Designierte Kandidaten der Demokraten: Joe Biden und Kamala Harris erschienen mit Gesichtsmasken. Quelle: AP
Erster öffentlicher Auftritt des Spitzenduos

Designierte Kandidaten der Demokraten: Joe Biden und Kamala Harris erschienen mit Gesichtsmasken.

(Foto: AP)

Wilmington Im Kampf ums Weiße Haus gehen die demokratischen Anwärter Joe Biden und Kamala Harris in die Offensive. Bei ihrem ersten Auftritt als Team warfen sie Amtsinhaber Donald Trump Versagen in der Corona-Krise und allgemeine Führungsschwäche vor. „Jammern ist, was Donald Trump am besten kann“, sagte der designierte Präsidentschaftskandidat Biden am Mittwoch (Ortszeit). Die schwarze Senatorin Harris, die erst am Vortag als Kandidatin für den Vizepräsidentenposten ausgewählt wurde, machte Trump für die hohen Corona-Opferzahlen in Amerika verantwortlich.

Trump habe inmitten der Pandemie einen Mangel an Führung gezeigt, rügte Harris. Und das habe für Amerika reale Konsequenzen: „Alles, was uns wichtig ist - unsere Wirtschaft, unsere Gesundheit, unsere Kinder, die Art von Land, in dem wir leben - alles steht auf dem Spiel.“

Mit seiner Entscheidung für Harris schrieb der ehemalige Vize von Barack Obama schon jetzt Geschichte: Harris ist die erste schwarze Frau, die als Vizekandidatin einer der großen US-Parteien vorgeschlagen wurde. Sollten sie und Biden im November das Weiße Haus für ihre Partei zurückerobern, wäre Harris die erste Frau auf dem Stellvertreterposten überhaupt.

Das scheint sich auch finanziell sofort aufzuzahlen: Innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Ernennung von Harris hat Bidens Wahlkampagne 26 Millionen US-Dollar (22 Millionen Euro) an Spenden eingesammelt. Der bisherige Rekord an Spendeneinnahmen im US-Wahlkampf innerhalb eines Tages wurde dadurch verdoppelt. „Sie ist wirklich spürbar, die Begeisterung“, sagte Biden dazu am Mittwoch.

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    Joe Biden ging bei der Vorstellung von Harris in einer High School nahe seines Wohnhauses in Wilmington dann auch auf die historische Dimension seiner Entscheidung ein. Die Senatorin von Kalifornien sei die Tochter von Migranten aus Indien und Jamaika, sagte er. „An diesem Morgen wachten kleine Mädchen in der ganzen Nation auf - vor allem kleine schwarze und braune Mädchen, die so oft übersehen und in ihren Gemeinden unterschätzt werden. Aber heute, sehen sie sich selbst vielleicht zum ersten Mal auf eine neue Weise“, erklärte Biden.

    In seiner Ansprache betonte der designierte Präsidentschaftskandidat vor allem die Qualitäten seines „Running Mate“, wie in den USA der oder die Vize an der Seite des Spitzenkandidaten genannt wird. Harris sei klug, zäh, erfahren und eine bewährte Kämpferin. Sie sei die richtige Frau, um ihm dabei zu helfen, Trump zu bezwingen und das Land durch eine Dreifachkrise aus Pandemie, Wirtschaftsmalaise und anhaltendem systemischen Rassismus zu führen.

    Demonstrative Geschlossenheit

    Harris fand ebenfalls warme Worte für Biden. Mit Blick auf dessen frühere Vizepräsidentschaft sagte sie, dass er „seinen Platz in der fortlaufenden Geschichte des amerikanischen Marschs hin zu Gleichheit und Gerechtigkeit einnimmt“. Denn Biden sei die einzige Person, die an der Seite des ersten schwarzen Präsidenten diente und die erste schwarze Frau als seinen Running Mate ausgewählt hat.“

    Auf die Bühne in der High School traten Biden und Harris jeweils mit Gesichtsmasken. Wegen der Einschränkungen durch die Pandemie fiel das bei solchen Anlässen sonst übliche Bad in der Menge aus, die Halle war fast leer. Es waren sogar mehr Reporter vor Ort als Angehörige der beiden Kandidaten und Kampagnenmitarbeiter.

    Biden und Harris demonstrierten bei ihrem Auftritt Geschlossenheit und Verbundenheit. Dabei waren sie vor nicht allzu langer Zeit innerparteiliche Rivalen, als Harris selbst nach der Nominierung für die Präsidentschaftskandidatur strebte. In Erinnerung blieb vielen Beobachtern eine TV-Debatte im Vorwahlkampf, in der Harris hart gegen Biden austeilte: Er sei gegen die vorgeschriebene Praxis des „busing“ gewesen, warf sie ihm vor. Mit der Regelung wurden vor allem schwarze Kinder per Bus in Schulbezirke gefahren, um die gängige Trennung nach Hautfarben zu überwinden und Integration zu fördern. Sie habe als Mädchen selbst in diesen Bussen gesessen, sagte Harris damals. Biden wirkte damals sichtlich verärgert und persönlich getroffen.

    Trump spielte auf diese Dynamik an. Die Entscheidung für Harris habe ihn „ein bisschen überrascht“, sagte er in einer ersten Reaktion. Schließlich habe sie sich gegenüber Biden „sehr respektlos“ verhalten. Der Präsident bezeichnete Harris zudem als „Phony Kamala“ (heuchlerische Kamala). Ihre Berufung sei nur ein weiterer Beleg, dass Biden dem linken Flügel der Demokraten willenlos ausgeliefert sei. Trumps Beraterin Kellyanne Conway ergänzte, dass Harris „sehr wohl Teil der radikalen Linken“ sei. Zudem werde die designierte Vizekandidatin der Demokraten Mühe haben, den 77-jährigen Biden nicht zu übertrumpfen. „Er wird von praktisch fast allen in den Schatten gestellt, mit denen er in Kontakt kommt“, sagte Conway.

    Mehr: Wie Kamala Harris bei der Wall Street ankommt

    • ap
    • dpa
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