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Premiere in Zentralasien Frau ist Präsidentin von Kirgistan

Erstmals steht eine Frau an der Spitze eines zentralasiatischen Staates. Die 59-jährige Rosa Otunbajewa ist am Samstag als Präsidentin Kirgistans vereidigt worden. Sie wird das Land allerdings nur übergangsweise führen.
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Rosa Otunbajewa soll bis Ende 2011 im Amt bleiben. Quelle: dpa

Rosa Otunbajewa soll bis Ende 2011 im Amt bleiben.

(Foto: dpa)

HB BISCHKEK. Rosa Otunbajewa soll für eine Übergangszeit bis Ende 2011 im Amt bleiben und wird bis zu den für Herbst geplanten Parlamentswahlen zugleich die Regierung führen. Etwa drei Monate nach dem Sturz des autoritären Präsidenten Kurmanbek Bakijew und wenige Wochen nach blutigen ethnischen Ausschreitungen im Süden des Landes mit etwa 2000 Toten versprach Otunbajewa in ihrer Antrittsrede eine "Politik ohne Illusionen". Sie wolle eine neue politische Kultur in der früheren Sowjetrepublik schaffen, die sich vollkommen auf die Gesetze stützt.

"Wir wissen, dass solche Wunden nicht schnell heilen", sagte Otunbajewa mit Blick auf die brutalen Kämpfe zwischen Kirgisen und der Minderheit der Usbeken im Süden des Landes. Die "einzige Medizin" sei Würde und der Wille zu Akzeptanz und Einigkeit.

Am vergangenen Wochenende hatten die Kirgisen mit überwältigender Mehrheit für eine neue Verfassung nach deutschem Vorbild gestimmt.

Damit sollen nach dem Sturz Bakijews Anfang April demokratische Strukturen in dem Hochgebirgsland an der Grenze zu China eingeführt werden. Kirgistan ist nun die einzige parlamentarische Demokratie in Zentralasien. In den übrigen Ländern der Region regieren autoritäre Präsidenten seit dem Zerfall der Sowjetunion mit harter Hand.

Otunbajewa war eine der führenden Persönlichkeiten bei dem Sturz ihres früheren Weggefährten Bakijew. Danach übernahm die Mutter zweier Kinder zunächst die Führung der Übergangsregierung und nun nach dem Referendum offiziell die Amtsgeschäfte

Otunbajewa gab "dunklen Mächten" die Schuld für die schweren Ausschreitungen. Zuvor hatte sie stets Anhänger des ins weißrussische Exil geflüchteten Bakijew verantwortlich gemacht. "Der Staat wird alles tun, um die Konsequenzen der Tragödie zu überwinden", sagte Otunbajewa. Sie versprach allen, die bei den Unruhen ihre Häuser verloren hatten, bis zum Winter ein Dach über dem Kopf. Die südliche Großstadt Osch, Otunbajewas Geburtsort, ist Schätzungen zufolge zu 70 Prozent zerstört.

Noch immer harren Zehntausende unter meist schlimmen Umständen in Flüchtlingslagern im Grenzgebiet zu Usbekistan aus.

Otunbajewa hat wiederholt um Friedenstruppen gebeten. Dies lehnten aber sowohl der Kreml als auch ein von Russland dominiertes Militärbündnis früherer Sowjetstaaten ab.

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