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Presse-Affäre Washingtons Geheim-Quellen machen dicht

Der Chefredakteur des US-Magazins „Time“, Norman Pearlstine, hat derzeit einen schweren Stand. Beim Besuch seines Washingtoner Korrespondenten-Büros am Montag vergangener Woche bekam Pearlstine den geballten Unmut seiner Mitarbeiter zu spüren.

HB WASHINGTON „Es war eine Mischung aus eisigem Schweigen, Misstrauen und Zorn“, sagt ein Journalist, der bei dem Treffen anwesend war. „Viele nahmen ihm übel, dass er die Recherche-Unterlagen seines Reporters Matthew Cooper den Behörden zur Verfügung gestellt hat.“

Cooper hatte im Juli 2003 einen Artikel über die enttarnte CIA-Agentin Valerie Plame geschrieben. Der Sonderermittler, der auf der Suche nach einem Nachrichten-Leck in der Regierung ist, forderte daraufhin die Preisgabe der Informanten – und Pearlstine beugte sich.

Doch jetzt, so klagen die „Time“-Redakteure, machen die Quellen dicht. „Wir sind zornig, weil wir unseren Gesprächspartnern nicht mehr volle Vertraulichkeit zusichern können“, beschwert sich ein Korrespondent. „Einige reden nicht mehr mit uns.“

Der Reporter Mark Thompson habe Pearlstine die E-Mail einer Kontakt-Person vorgelegt, die es abgelehnt habe, weiter für „Time“ zu recherchieren. US-Medien schalten oft Mittelsmänner ein, um über Zuträger in Verwaltung oder Unternehmen an brisante Informationen zu kommen. „Unser Job ist durch Ihre Entscheidung verdammt hart geworden“, habe Thompson seinem Chef vorgehalten. Auch bei anderen Blättern gibt es bereits Konsequenzen der „Leak“-Affäre. So hält der „Plain Dealer“, eine große Regionalzeitung im Bundesstaat Ohio, zwei Geschichten zurück, die auf vertraulichen Dokumenten beruhen. Begründung: Man wolle einen gerichtlichen Showdown wie die „New York Times“ vermeiden.

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