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Pressefreiheit Deutscher Journalistenverband wirft Türkei willkürliche Schikane vor

Die Türkei will einige deutsche Medienvertreter nicht weiter akkreditieren. Beim Deutschen Journalistenverband stößt das auf scharfe Kritik.
Update: 03.03.2019 - 12:06 Uhr Kommentieren
Mehrere deutsche Medienvertreter sollen keine Akkreditierungen mehr erhalten. Quelle: dpa
Protest für Pressefreiheit in der Türkei

Mehrere deutsche Medienvertreter sollen keine Akkreditierungen mehr erhalten.

(Foto: dpa)

Berlin, AnkaraDie verweigerten Arbeitsgenehmigungen für deutsche Medienvertreter in der Türkei stoßen beim Deutschen Journalistenverband (DJV) auf scharfe Kritik. „Die willkürliche Verweigerung von Akkreditierungen für Korrespondenten in der Türkei ist pure Schikane“, sagte DJV-Sprecher Hendrik Zörner dem „Tagesspiegel“.

Offenbar wolle die islamisch-konservative Regierungspartei AKP kritische Berichterstattung verhindern, denn eine nachvollziehbare Begründung für die Verweigerungen gebe es nicht. „Wir fordern, dass die Journalisten unverzüglich ihre Presseausweise erhalten und die Pressefreiheit nicht weiter eingeschränkt wird“, sagte Zörner der Zeitung.

Am Freitag war dem langjährigen „Tagesspiegel“-Korrespondenten Thomas Seibert und dem ZDF-Journalisten Jörg Brase mitgeteilt worden, dass sie in der Türkei für dieses Jahr nicht akkreditiert werden. Das hieße, dass sie binnen zehn Tagen das Land verlassen müssten. Ihre Arbeitgeber reagierten mit Protest.

Der Berliner „Tagesspiegel“ hat die türkischen Behörden aufgerufen, dem Korrespondenten des Blattes und denen anderer deutscher Medienhäuser verweigerte Arbeitsgenehmigungen doch noch zu erteilen. „Das ist ein schwerer Eingriff in die Pressefreiheit. Solche Methoden kennen wir sonst nur aus Staaten wie Venezuela und Libyen“, erklärte „Tagesspiegel“-Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron am Samstag.

„Gerade für die vielen türkischen Mitbürger in Berlin ist unsere Berichterstattung aus ihrer Heimat von großer Bedeutung. Wir appellieren an den die türkischen Behörden, ihre Entscheidung zu überdenken.“

Neben zwei deutschen Korrespondenten verweigern die türkischen Behörden nun auch einem freien NDR-Mitarbeiter die Arbeitsgenehmigung. Das berichtete am Samstag die ARD-„Tagesschau“. Halil Gülbeyaz sei in der Türkei zwölf Jahre ununterbrochen für den NDR akkreditiert gewesen. „Ich habe nur meinen Beruf als Journalist ausgeübt, und mit der Abweisung werde ich meinem Beruf in der Türkei nicht mehr nachgehen können. Das schränkt die Informationsfreiheit ein“, sagte Gülbeyaz, der in Berlin lebt.

Gründe für die Ablehnungen nannten die türkischen Behörden zunächst nicht. Ein Berater des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan äußerte sein Unverständnis über die Verweigerung der Pressekarten. Dies sei „nicht im Interesse der Türkei“, schrieb Mustafa Yeneroglu in einer Erklärung.

Er gehe davon aus, dass die Entscheidung entweder äußerst überzeugend erklärt oder, wenn stichhaltige Argumente fehlten, in Kürze berichtigt werde, erklärte der deutsch-türkische Abgeordnete, der im Vorstand der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP sitzt.

Yeneroglu schrieb in einer Mail an die betroffenen Journalisten: „Wir können nicht auf der anderen Seite so intensiv für den Wirtschaftsstandort Türkei mit ihren wirklich äußerst reizvollen Perspektiven werben, wenn auf der anderen Seite solche unverständlichen Entscheidungen mit großer Tragweite von einer Behörde getroffen werden. Zudem können ausländische Journalisten in der Türkei frei arbeiten. Solche Entscheidungen konterkarieren das Bild unseres weltoffenen Landes.“

Die Pressekarten ausländischer Korrespondenten in der Türkei laufen jedes Jahr Ende Dezember ab und müssen dann neu beantragt werden. Einige deutsche Journalisten haben ihre Akkreditierung bereits erhalten, andere warten immer noch.

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  • dpa
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