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Auto-Export

Fahrzeuge des Volkswagen Konzerns stehen im Hafen von Emden zur Verschiffung bereit.

(Foto: dpa)

Presseschau Autozölle werden zur „neuen Front im Handelskrieg mit der EU“

Die US-Regierung sieht europäische Autoimporte als nationale Bedrohung an – Strafzölle werden wahrscheinlicher. Viele Medien warnen vor den Konsequenzen.
2 Kommentare

New YorkDie Gefahr von US-Strafzöllen auf europäische Autos wächst. Kanzlerin Angela Merkel kritisierte am Samstag scharf, dass die US-Regierung offensichtlich europäische Fahrzeuge als Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA einstufen will. Das gäbe US-Präsident Donald Trump die Möglichkeit, neue Sonderzölle einzuführen.

Offiziell endete am Sonntag die Frist für den Prüfbericht des US-Handelsministeriums. Trump muss nun innerhalb von 90 Tagen entscheiden, ob er die Sonderzölle – in Höhe von bis zu 25 Prozent – erhebt. Das Ministerium hat den Bericht am Sonntagabend (Ortszeit) dem Weißen Haus übergeben. Der Inhalt war der Bundesregierung schon vorab bekannt. Entsprechend reagierte Merkel in München.

Der Handelskonflikt zwischen den USA und Europa erreicht damit eine neue Dimension. In den Medien wächst die Kritik.

„Times of London“ – Trumps Zölle sind eine Bedrohung für die europäische Autoindustrie

„Die unter Beschuss stehende europäische Automobilindustrie steht vor einem neuen Schlag,“ schreibt die britische „Times of London“.

Die Untersuchung des US-Handelsministeriums dürfte ergeben, dass Kfz-Importe eine Bedrohung für die nationale Sicherheit darstellen, und empfiehlt Zölle und Kontingente, um diese zu begrenzen. Eine Einführung von Zöllen auf Fahrzeugimporte würde eine „neue Front im Handelskrieg des Weißen Hauses eröffnen, insbesondere mit der EU“, warnt die Tageszeitung.

„Rheinische Post“ – Mit der Brechstange

„Wieder agiert der US-Präsident wie ein Pubertierender“, schreibt die „Rheinische Post“. Nur konzentriert auf seine Ziele, breche er mit allen Regeln. Seine Methoden, nämlich europäische Fahrzeug-Importe als Gefahr für die Sicherheit der USA einzustufen, um Zölle gegen Europas Autobauer durchzusetzen, seien „absurd“, aber, „wie oft bei Trump, auch ein Weg, um verquere Wahlversprechen mit der Brechstange“ durchzusetzen.

„Dass nun selbst der Kanzlerin der diplomatische Geduldsfaden reißt und sie Trumps Pläne offen kritisiert, zeigt das Maß der Zerrüttung im transatlantischen Verhältnis,“ warnt die deutsche Regionalzeitung.

Neue Zölle würden Amerika nicht „great again“ machen. Auch US-Unternehmen und Amerikaner wären von seinen Maßnahmen betroffen. „Zölle auf europäische Autoteile würden auch US-Herstellern schaden, die diese Teile verbauen, und US-Verbrauchern, für die europäische wie amerikanische Autos teurer werden.“

„Mannheimer Morgen“ – US-Strafzölle wären für deutsche Autobauer verkraftbar

Die deutschen Autobauer würden nach Einschätzung des Experten Ferdinand Dudenhöffer durch US-Strafzölle nicht vor gravierende Hindernisse gestellt. Sollten die Zölle kommen und länger Bestand haben, würden Daimler & Co ihre Strategien etwa durch den Bau von mehr Modellen in den USA und Mexiko anpassen, sagte Dudenhöffer dem „Mannheimer Morgen“.

Auch sei China das inzwischen wichtigste Land für deutsche Hersteller. Darüber hinaus handele es sich bei den in den USA gefragtesten deutschen Wagen um Spitzenmodelle, bei denen durch Strafzölle verteuerte Preise nicht entscheidend seien.

„Neue Osnabrücker Zeitung“ – Kurzfristig gäbe es eventuell Gewinner unter den US-Firmen

Trump gehe es bei den Strafzöllen nicht um die nationale Sicherheit, schreibt die „Neue Osnabrücker Zeitung“ und stellt die Frage, warum deutsche Autos plötzlich ein Sicherheitsrisiko für die USA sein sollten. Dem US-Präsidenten gehe es allein um den Schutz der amerikanischen Autobauer vor der „überlegenen deutschen Konkurrenz“.

Kurzfristig möge es eventuell Gewinner unter den US-Firmen geben, langfristig würde der Weltwirtschaft und allen Nationen aber Schaden zugefügt. „Am meisten natürlich, das sei zugegeben, dem Exportweltmeister Deutschland.“

„Südwest Presse“ – Ein Handelskrieg wäre Irrsinn

Trump agiere nicht wie ein Staatschef, sondern wie ein Autoverkäufer, schreibt die „Südwest Presse“. Ein Handelskrieg wäre Irrsinn. Allerdings lasse sich mit „einem so unberechenbaren und egoistischen Gegenüber“ schwer verhandeln. Die Zeitung sieht die Vorbereitung eigener Zölle als den einzig möglichen Weg für die EU an.

„Die deutschen Autobauer werden noch mehr in den USA produzieren und damit dem Präsidenten Recht geben. Das nennt man Erpressung“, schreibt das Blatt. Während normale Menschen dafür ins Gefängnis wandern würden, könnte es für Trump die Wiederwahl ermöglichen.

Mit Agenturmaterial

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2 Kommentare zu "Presseschau: Autozölle werden zur „neuen Front im Handelskrieg mit der EU“"

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  • Die nationale Bedrohung fuer die USA und nicht nur fuer die USA, ist Donald Trump. Lt
    einer kuerzlichen Studie sehen die Deutschen, die offenbar doch nicht so bloed sind, wie
    manche hoffen und wie ich befuerchtet hatte, die USA als das hauptsaechliche Risiko fuer
    den Weltfrieden.

  • Die nationale Bedrohung fuer die USA und nicht nur fuer die USA, ist Donald Trump. Lt
    einer kuerzlichen Studie sehen die Deutschen, die offenbar doch nicht so bloed sind, wie
    manche hoffen und wie ich befuerchtet hatte, die USA als das hauptsaechliche Risiko fuer
    den Weltfrieden.