Protektionismus Europa fürchtet Technikklau aus China

Der Unmut über die Technologie-Versessenheit der Chinesen wächst nun auch in Europa. EU-Industriekommissar Antonio Tajani warnt vor dem Abfluss von Schlüsseltechnologien. Er fordert eine Genehmigungsbehörde für sensible Firmenkäufe nach US-Vorbild.
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Volvo C30 auf der Guangzhou Motor Show: China greift nach westlichen Schlüsseltechnologien. Quelle: DAPD

Volvo C30 auf der Guangzhou Motor Show: China greift nach westlichen Schlüsseltechnologien.

BRÜSSEL/PEKING. Pathos ist den Chinesen fremd. Doch als Ministerpräsident Wen Jiabao am 3. Oktober - die Euro-Krise hatte gerade einen neuen Höhepunkt erreicht - in Athen auftrat, konnte er den Überschwang seiner Gefühle kaum verbergen. "Freunde sind da, um zu helfen", rief Wen den Griechen zu. China werde große Anstrengungen unternehmen, um die Länder der Euro-Zone zu unterstützen.

Der Premier ließ seinen Worten Taten folgen. Spanische Anleihen hat die Volksrepublik bereits gekauft. Volumen: 400 Millionen Euro. Portugiesische und griechische sollen in Kürze folgen. Allein für Portugal sind fünf Milliarden Euro im Gespräch.

In den betroffenen Ländern ist die Freude über die Hilfe aus Peking groß. Doch das zunehmende Engagement der neuen Wirtschaftsgroßmacht wird nicht überall begrüßt. Im Gegenteil. Die warnenden Stimmen häufen sich - vor allem dann, wenn die staatlich gelenkten Firmen aus dem Reich der Mitte Technologiefirmen in Europa aufkaufen.

"Wir müssen unser Wissen schützen", warnt EU-Industriekommissar Antonio Tajani im Gespräch mit dem Handelsblatt. Besonders groß ist das Misstrauen bei Versuchen, Technologiefirmen zu übernehmen. Tajani sieht hinter der gezielten Übernahme von High-Tech-Firmen durch China oder arabische Staatsfonds "eine politische Strategie, auf die Europa auch politisch antworten muss". Deshalb fordert der Industriekommissar die Schaffung einer neuen EU-Behörde nach dem Vorbild des Committee of Foreign Investments (CFIUS) in den USA. "Ich denke, es ist sinnvoll, die Einrichtung einer solchen Stelle zur Prüfung ausländischer Investitionen für die EU zu erwägen", sagt Tajani.

China verfügt über Devisenreserven von 2,6 Billionen Dollar. Das ist fast so viel wie das gesamte deutsche Bruttoinlandsprodukt des vergangenen Jahres. Dass China nicht zögert, die Mittel einzusetzen, hat es bereits häufig unter Beweis gestellt. Die ausländischen Direktinvestitionen der Chinesen sind in diesem Jahr um zwölf Prozent auf über 50 Milliarden Dollar gestiegen. Für das kommende Jahr erwarten Experten Investments von 98 Milliarden Dollar.

Ein Großteil dieser Gelder wendet die Volksrepublik auf, um sich den exklusiven Zugang zu wichtigen Rohstoffen etwa in Lateinamerika oder Afrika zu sichern. Doch auch westliche Unternehmen rücken zunehmend ins Visier der Chinesen. Ob beim Verkauf der Dresdner Bank 2008 oder beim letztlich geplatzten Opel-Deal - stets waren chinesische Bieter dabei. Auch beim geplanten Verkauf der WestLB soll es chinesische Interessenten geben.

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8 Kommentare zu "Protektionismus: Europa fürchtet Technikklau aus China"

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  • internationale Volkswirtschaft für Dummies. Die beste Lösung und lange schon überfällig ist die völlige Aufgabe der ausbremsenden, ungerechten und spekulationswütigen Patent- und Markenrechte. Entnehmen wir den Grund für Gezänke geht die Entwicklung überall weiter, egal wo und daurm geht es doch oder etwa nicht, falsche Menschenfreunde?

  • [4] Einanderer
    -------------

    nein Einwanderer, wir zeigen natürlich nicht mit dem Finger auf die Chinsesen, sondern wir üben uns dann wieder in Schuldkult.
    Das alles mußte so sein, weil wir ja mal vor 65 Jahren..
    Alles klar?

  • Ach nee, werden die endlich mal wach. ich fass es ja nicht.
    in Deutschland wurde doch in den letzen Jahren das ganze Landesvermögen und Landesbesitz nur an Ausländer verscherbelt. Uns gehört doch im eigenen Land fast nichts mehr.
    Das ging so weit, dass sogar kommunale Wohnungen an Ausländer, an Hedge Fonds verscherbelt wurden, mit all den negativen Folgen für die Mieter.
    Städt. Kanalsysteme sind an solche Leute verkauft werden, Cross-boarder-leasing und wir leasen es teuer zurück. Aber die Reparaturen dürfen wir auch machen. Tolle Geschäfte haben wir da getätigt.
    Hauptsache an Ausländer, deutsche investoren waren gar nicht geplant.
    Rot-Grün hat es doch ganz toll getrieben mit diesem Privatisierungswahn
    Und deutsche Firmen? Die sollen doch heute nicht jammern wegen Technik-Klau.
    Die sind doch in Scharen nach China geeilt, haben dort Firmen aufgebaut. Schließlich war doch China so billig.Die duetscher Arbeiter hat man dem Arbeitsamt vor die Tür geworfen.
    Waren die zu blöde zu merken was abläuft?
    Diese Firmen in China können nämlich nur in einem Joint-venture geführt werden,d.h. ein Chinse sitzt immer mit in der Leitung. Die Arbeiter sind sowieso Chinesen und werden natürlich dem chin. Chef folgen.
    Haben sie alles schön abgekupfert, geht man und baut ein paar Meter weiter ein eigenes, rein chinesisches Unternehmen und stellt die Plagiate her.
    Aber in vorauseilendem Gehorsam umschmeichelt die sozialistische Merkel die Chinsen ja auch noch kräftig.
    Zum Dank erhalten sie sogar Entwicklungshilfe
    Diese ganze künstliche Globalisierungs-Hysterie wird uns Deuschen in den nächsten Jahren derart auf die Füßte fallen, dass einige lange brauchen werden um wieder aufzuwachen

  • Wenn hier in Deutschland erst die Gehaltsgrenze für Zuwanderer auf 40000 Euro gesenkt wird, dann wird ein jetzt nicht für möglich gehaltener Wissenstransfer nach China einsetzen!

    Dann kann man nur hoffen, dass der chinesische Markt schneller wächst, als ihn die (neuen) chinesischen Konkurrenzunternehmen bedienen können.

  • Ja aber das ist ja unfair was die da tun! Das machen wir nicht! Nein, wir sind besser, wir handeln fair! Und wenn uns die Chinesen alles weggenommen haben, können wir immer noch mit dem Finger auf sie zeigen, denn wer zuletzt lacht, lacht am besten!

  • Politiker, die keine Ahnung von Technologie haben, fordern Ministerien als Lösungsgebilde, um sich Ahnung zu verschaffen. "Wissen" ist ein flüchtiges Gut;innovationen haben keine Grenzen. Meint man dann, dass hochbezahlte EU-beamten hinter brüsseler Schreibtischen - fern von den Zentren, wo innovationen geschaffen werden, etwas bewirken können ?
    Man .... dann gebt ihnen doch besser bananen, um sich Gedanken über die optimale Krümmung machen zu können ... .

    "Deshalb fordert der industriekommissar die Schaffung einer neuen EU-behörde nach dem Vorbild des Committee of Foreign investments (CFiUS) in den USA. "ich denke, es ist sinnvoll, die Einrichtung einer solchen Stelle zur Prüfung ausländischer investitionen für die EU zu erwägen", sagt Tajani."

  • Der Technologietransfer findet bereits mit Lichtgeschwindigkeit statt. Selbst Werke, die hier erst noch im Hochlaufen begriffen sind, werden als Exportprodukt bereits angekündigt:
    http://www.wattgehtab.com/unternehmen-und-markt/bmw-plant-produktion-des-megacity-vehicle-in-china-2863
    Nur sicher ein beispiel von vielen anderen. Die Transferzyklen schrumpfen in immer schnellerem Tempo. Gleichzeitig erhöht sich der Druck möglichst ungehindert auch die neuen Produktwelten in die EU wieder zu exportieren. Geht die Quartalsdenkweise so weiter, werden irgendwann importzölle erzwungen werden müssen, damit sich der Aufbau von industrien wieder lohnt. Es muss billiger dann in den Märkten sein, als zu importieren.
    Hätte Griechenland sich nur etwas so entschieden ... stände Griechenland heute anders dar ... als ein degenerierter Konsumjunkie wahrgenommen zu werden.

    Herr Tajani hat eingentlich nur den Knall noch nicht gehört. Die EU deindustrialisiert sich; einzelne EU-Staaten wie Ungarn schafft "Ermächtigungsgesetze, die die Pressefreiheit einschränken". Aber Herr Tajani fürchtet den Technikklau ? Herr Tajani bemerkte nocht nicht, dass Technik verschenkt wird. "Klauen" ist nicht mehr nötig. Die Unternehmen biedern sich nahezu an, um in China wachsen zu können.

    China wird nur an einer EU-Technologie in der Zukunft interessiert sein, wenn sie Vorteile verspricht. Das zählt. Das muss man täglich immer wieder herausarbeiten. Kann man es nicht mehr, importiert auch China nichts mehr. Die Fabriken in der EU werden veröden... und die Marken werden importiert ... u.a. aus China.

  • Etwas spät um zu dieser Erkenntnis zu gelangen. Der Zug ist abgefahren.
    bisher hat die Gier nach dem schnellen Geld den blick vernebelt.
    China hat eine Planwirtschaft, und da wird alles geplant. Wenn da eben in einem Jahr eine branche des Maschinenbaus gefördert wird, fließen Gelder, von denen wir nur träumen können.

    Was die Käufe von Rohstoffquellen betrifft: Auch das ist doch bekannt, es wird Ländern wie Deutschland noch große Probleme machen.

    Hier hilft nur eines: Gleiches mit Gleichem vergelten. Wenn z.b. die Chinesen die Aufwertung ihrer Währung verzögern, müssen eben importzölle verhängt werden. Auch wenn das kurzfristig die Rendite schmälert.

    DA wir das aber nicht können, wird China uns überrollen.

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