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Protest gegen Polizeigewalt Rollstuhlfahrer zündet Sprengsatz auf Pekinger Flughafen

Ein Rollstuhlfahrer hat auf dem Flughafen von Peking eine selbstgebastelte Bombe gezündet. Dabei wurden der Mann selbst und ein Polizist verletzt. Angeblich ist der Anschlag als Protest gegen Polizeigewalt zu verstehen.
21.07.2013 - 18:42 Uhr Kommentieren
Nach Polizeiangaben zündete der Mann die Bombe unmittelbar nachdem er daran gehindert wurde, Flugblätter zu verteilen. Quelle: dpa

Nach Polizeiangaben zündete der Mann die Bombe unmittelbar nachdem er daran gehindert wurde, Flugblätter zu verteilen.

(Foto: dpa)

Peking Ein Mann im Rollstuhl hat einen selbstgebauten Sprengsatz im Ankunftsbereich des internationalen Flughafens von Peking gezündet. Durch die Explosion in Terminal drei am Samstagabend (Ortszeit) seien der Mann selbst und ein Polizist verletzt worden, meldete der staatliche Sender China Radio International. Berichten zufolge wollte der 34-jährige Ji Zhongxing auf seine mutmaßliche Misshandlung durch die Polizei aufmerksam machen.

In dem Terminal sei kurzzeitig Panik ausgebrochen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Zeugen schilderten eine laute Explosion, auf Fotos war weißer Rauch im Flughafengebäude zu sehen. Der Rollstuhlfahrer habe die Passanten gewarnt, bevor er den Sprengsatz zündete, berichtete die Zeitung „Beijing News“. Xinhua zufolge sind die Verletzungen des Mannes nicht lebensbedrohlich. Er wurde festgenommen und in ein Krankenhaus gebracht, wo laut dem Sender Phoenix TV seine Hand amputiert werden musste. Der Flugverkehr wurde durch den Vorfall offenbar nicht beeinträchtigt.

Nach Polizeiangaben zündete der Mann die Bombe unmittelbar nachdem er daran gehindert wurde, Flugblätter zu verteilen. Über deren Inhalt und mögliche Forderungen des Rollstuhlfahrers wurde zunächst nichts bekannt. Phoenix TV geht von einer Verzweiflungstat Jis aus. Er habe nach einem erfolglosen Rechtsstreit um Entschädigung für eine Polizeiattacke jegliche Hoffnung aufgegeben.

Im Internet kursierten Berichte über einen angeblich von Ji verfassten Blog. Darin berichtet der Autor, er habe früher als Fahrer eines Motorradtaxis im südchinesischen Dongguan gearbeitet. 2005 sei er von Polizisten brutal zusammengeschlagen worden. Seitdem sitze er im Rollstuhl. Die Echtheit des Blogs konnte zunächst nicht bestätigt werden. Im chinesischen Internet-Kurznachrichtendienst Sina Weibo äußerten zahlreiche Nutzer ihre Sympathie für Ji.

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    In China hatten Beschwerdeführer, deren Petitionen seit Jahren ignoriert wurden, bereits mehrfach Gewalttaten verübt, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Ein arbeitsloser Mann riss im Juni 47 Menschen mit in den Tod, als er einen Bus in die Luft sprengte.

    • afp
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