Protest gegen Sparpläne Gewerkschaften wollen Griechenland lahmlegen

Die EU zwingt Griechenland zum Sparen, und die Griechen wehren sich - wieder einmal. Heute kommt es erneut zu einem Generalstreik. Die Regierung steht mit dem Rücken zur Wand.
Update: 07.02.2012 - 08:41 Uhr 20 Kommentare
Bei starkem Regen sammeln sich Demonstranten in Athen bereits in der Nacht. Quelle: dpa

Bei starkem Regen sammeln sich Demonstranten in Athen bereits in der Nacht.

(Foto: dpa)

AthenDie griechische Regierung steht massiv unter Druck und muss an diesem Dienstag wohl weitere unpopuläre Sparmaßnahmen beschließen. Dagegen machen die Gewerkschaften mobil - sie haben zu mehrstündigen Streiks aufgerufen. Ministerien und staatliche Unternehmen sowie die öffentlichen Verkehrsmittel sollen bestreikt werden.

Hinter den Aktionen stehen die beiden größten Gewerkschaftsverbände GSEE für den Privatsektor und ADEDY für die Beamten. Am Nachmittag soll es auch Demonstrationen geben. Geplant sind unter anderem kräftige Lohnkürzungen im Privatsektor.

Die Regierung in Athen will zudem noch in diesem Jahr 15 000 Staatsbedienstete entlassen. Dies sagte der griechische Minister für Reformen, Dimitris Reppas, am Montagabend griechischen Journalisten. Den Angaben zufolge verlangen dies die Kontrolleure der sogenannten „Troika“ der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB). Reppas fügte hinzu, dass Athen bis 2015 insgesamt 150 000 Staatsbedienstete entlassen werde.

Am Dienstagnachmittag wollen die griechischen Spitzenpolitiker unter Vorsitz des Ministerpräsidenten Lucas Papademos entscheiden, ob sie dem harten Sparprogramm zustimmen, damit das Land das neue Hilfspaket in Höhe von 130 Milliarden Euro bekommt. Anderenfalls ist Griechenland bis Ende März pleite.

Knackpunkt in den Gesprächen von Papademos mit den Chefs der Sozialisten, Konservativen und der kleinen rechtsgerichteten Partei (LAOS) dürften die von der „Troika“ verlangten Lohnkürzungen auch im privaten Sektor sein. Papademos braucht innenpolitische Unterstützung für eine Einigung.

Die griechische Regierung muss sich nicht nur mit den Finanzkontrolleuren der sogenannten Troika auf weitere Einsparungen einigen. Auch die Verhandlungen mit den privaten Gläubigern für den dringend benötigten Schuldenschnitt in Höhe von 100 Milliarden Euro müssen erfolgreich zu Ende gebracht werden. Die Einigung ist Voraussetzung für die Auszahlung der nächsten Tranche von Hilfskrediten an das klamme Land. Sollten die Verhandlungen scheitern, droht dem Land die Staatspleite.

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20 Kommentare zu "Protest gegen Sparpläne: Gewerkschaften wollen Griechenland lahmlegen"

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  • @ Mini-Me

    Ob es dem dem Volk nun passt oder nicht - es ist einfach kein Geld da für finanzielle Wohltaten.

    Und ob die Gewerkschaften es nun verstehen oder nicht - nicht streiken, sondern arbeiten schafft Geld.

    Wieso erwarten Menschen Unterstützung, wenn sie selbst das Gegenteil von dem Notwendigen tun? Halten sie die anderen für dämlich?

  • @ Delinix1
    Volle Zustimmung.

    Fast alle Häuser in Griechenland sehen aus als wären sie im Robau - noch 15 Jahre nach dem Erstbezug. Vor 10 Jahren beim Besuch wunderte mich darüber. Heute wissen wir, für unfertige Häuser zahlt man in Griechenland keine Steuern; drin wohnen kann man trotzdem.

    Fast alle haben gemauschelt und Mauschler gewählt. Am Gesamtergebnis haben also alle mitgemauschelt.

  • Leider haben sich die Gewerkschaften überall auf der Welt in den letzten 20 Jahren nicht mit Ruhm bekleckert. Der Arbeitsmarkt ist kein Markt mehr; sondern Spielball von Politik und Industrie.

    Griechische Gewerkschaften liefern ein Paradebeispiel sich selbst ins Abseits zu stellen. Wo waren die Gewerkschaften als es galt Schlendrian und Mißwirtschaft anzuprangern und zu bekämpfen? Gewerkschaften sind wichtig. Sie müssen mit gestalten und Verantwortung übernehmen. Die reine Verhinderungshaltung, die Gewerkschaften oft einnehmen, ist keinen erfolgreiche Position - nirgends und besonders nicht zur Zeit in Griechenland.

  • Das stört nur die Griechen !

  • @HH_Köln
    @Rene
    @debrasseur
    Sie unterliegen einem Irrtum. Der Irrtum heißt: „das griech. Volk kann nichts dafür.“
    Das ist nicht richtig. Das Volk hat genau diese Politiker immer wieder, über Jahrzehnte hinweg, gewählt. Das Volk ist für jede kleine Lohnerhöhung auf die Strasse gegangen – aber ihr Schulsystem und ihr Gesundheitssystem war ihm egal. DAFÜR lohnte ein Gang auf die Strasse nicht. Wer krank wurde und genug Geld hatte, flog zur Behandlung einfach ins Ausland. Das Schicksal der anderen war egal. Wer die 5000,- oder 6000,- € für eine Herz-OP nicht zahlen konnte, der hatte eben Pech.

    Und einen guten Arbeitsplatz gab es sowieso nicht wegen des guten Zeugnisses an irgendeiner Schule. Nein, dafür brauchte man Beziehungen. Deshalb war auch das Schulsystem egal.
    Die Pflicht, Steuern zu zahlen, wurde einfach ignoriert – zumindest von allen, die dazu in der Lage waren.
    Fast alle haben vom System profitiert, auf die eine oder andere Weise. Sie haben es für ganz normal gehalten, dass es immer wieder Geld von der EU gibt.
    Das griech. Volk trägt keine Verantwortung?
    Das griech. Volk darf jetzt Solidarität einfordern, bevor es selbst etwas tut?

  • Das Volk in Griechenland läßt sich offensichtlich nicht alles gefallen. Profiteure, die ihre eigenen Manipulationen über Jahre hinweg fröhnten und offensichtlich noch tun, werden nicht belangt. Sie sind es doch, die am Verhandlungstisch sitzen und den zuarbeiten, die sie weiterhin füttern, wenn das Volk darben darf.

    Der letzte im Glied sollte geflissentlich wissen, was Notstandgesetze in Friedenszeiten auslösen können, wenn das Volk aufmuckt. Solche hat es in Griechenland nicht. Das sei einmal mehr dahingestellt, es sei erlaubt daraufhin zu weisen, woanders sind sie festgeschrieben. Fragt sich nur wo?

  • Das fasse ich jetzt mal zu Ihren Gunsten als Witz auf.

  • Ajax

    So lange wir hier sitzen und uns die Finger wund schreiben wird sich auf dieser politischen Ebene nichts bewegen. Holt die alten Zausel von den S.... und fangt an wieder vernünftige Deutsche Geschichte zu schreiben. Aber der deutsche ist bequem und noch dazu finanziel gut ausgestattet um sich zu bewegen. Die Zeit ist gekommen......

  • 1) Auch wenn der Otto-Normal-Griechen nichts dafür kann. Was dann? Etwa der Este, Slowake oder Zyprer?

    2) Hilft der Streik, dass Haushaltsdefizit zu reudzieren?

    Wie unsolidarisch sind die, europäische Gelder weiter zu verbrennen? Im Februar einfach mal keine Gehälter bezahlen.
    Nichts gegen Gewerkschaften, aber sie müssen am Problem arbeiten, nicht es zu Lasten Europas verschlimmern!

  • Aber die wehren sich wenigstens !!!!!!!!

    Was man vom saublöden Deutschen nicht erwarten kann.....

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