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Proteste gegen Rassismus Anti-Rassismus-Aktivisten und rechte Gruppen demonstrieren in London

In London demonstrieren Menschen gegen Rassismus. Allerdings sind auch rechtsextreme Gruppe auf die Straße gegangen. In der Schweiz gab es ebenfalls neue Proteste.
13.06.2020 - 23:10 Uhr Kommentieren
Nach Angaben der Polizei verliefen die Demonstrationen zum größten Teil friedlich. Quelle: AP
Anti-Rassismus-Demonstranten in London

Nach Angaben der Polizei verliefen die Demonstrationen zum größten Teil friedlich.

(Foto: AP)

London, Zürich Ungeachtet der Warnungen von Regierung und Polizei haben sich in London Hunderte Menschen an Anti-Rassismus-Protesten sowie an Kundgebungen rechtsextremer Gruppen beteiligt. Auf dem Parliament Square und in der Umgebung sei es am Samstag zu Zusammenstößen rechter Demonstranten mit der Polizei gekommen, hieß es in britischen Medienberichten.

Innenministerin Priti Patel kritisierte die Gewalt als völlig inakzeptabel. Wer sich an gewalttätigen Ausschreitungen und Vandalismus beteilige, müsse mit der ganzen Härte des Gesetzes rechnen. „Gehen Sie nach Hause, um die Ausbreitung (des Coronavirus) zu stoppen und Leben zu retten“, schrieb sie auf Twitter. Auch Bürgermeister Sadiq Khan rief dazu auf, von Kundgebungen Abstand zu nehmen. Unterstützung erhielten die Demonstranten von der Bischöfin von Dover. „Ja, es gibt eine Pandemie, aber dieses Thema ist wirklich wichtig“, sagte Rose Hudson-Wilkin. Sie ist die erste schwarze weibliche Bischöfin Kirche von England.

Verschiedene Gruppen aus der Black-Lives-Matter-Bewegung („Schwarze Leben zählen“) hatten in Großbritannien zu Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt aufgerufen. Rechtsextreme Gruppen kündigten ihrerseits an, Denkmäler zu „schützen“. Aus Sorge vor Beschädigungen bei den Protesten war am Freitag die Statue von Premierminister Winston Churchill (1874-1965) vor dem britischen Parlament mit Brettern verkleidet worden.

Die Polizei hatte gewarnt, dass mit der Teilnahme an Demonstrationen die Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus verletzt würden. Demnach dürfen sich nicht mehr als sechs Menschen versammeln. Um Zusammenstöße beider Gruppen zu verhindern, hatte die Polizei diesen unterschiedliche Bereiche in London zugewiesen.

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    Nach Angaben der Polizei verliefen die Demonstrationen zum größten Teil friedlich, es sei aber auch zu Gewalt gegen Polizisten gekommen. Fünf Menschen seien zeitweise festgenommen worden. Weitere ähnliche Demos fanden in gut einem Dutzend britischer Städte statt.

    Mehr als 10.000 Demonstranten in Zürich

    Auch in mehreren Schweizer Städten haben zahlreiche Menschen gegen Rassismus demonstriert. Allein in Zürich gingen mehr als 10.000 Menschen auf die Straße, wie die Stadtpolizei der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Die vornehmlich jungen Demonstranten hielten dabei Schilder mit Aufschriften wie „White silence is violence“ (Weißes Schweigen ist Gewalt) oder „Black lives matter“ (Schwarze Leben zählen) hoch. Proteste gab es auch in Bern, Luzern und St. Gallen.

    In Zürich forderte die Polizei die Anwesenden mehrmals auf, auf die Veranstaltung zu verzichten, weil sie gemäß den Schweizer Anti-Corona-Maßnahmen verboten sei. Gleichzeitig drückten die Beamten ihr Verständnis für das Anliegen der Demonstrierenden aus.

    Seit dem Tod von George Floyd Ende Mai in Minneapolis in den USA kommt es in vielen Städten zu Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus. Ein weißer Polizeibeamter hatte sein Knie in den Nacken des am Boden liegenden Mannes gedrückt - trotz dessen wiederholter Bitten, ihn atmen zu lassen.

    Mehr: Donald Trump will demnächst Pläne für Polizeireform vorstellen.

    • dpa
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