Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Proteste in Schweden Brennende Autos in den Stockholmer Vorstädten

Seite 3 von 3:
Scharfe Einwanderungspolitik verkleinert soziale Kluft nicht
U-Bahn-Station in Husby: In Stockholms Vorstädten ist es inzwischen mehrfach zu Protesten gekommen. Quelle: AFP

U-Bahn-Station in Husby: In Stockholms Vorstädten ist es inzwischen mehrfach zu Protesten gekommen.

(Foto: AFP)

Es ist nicht das erste Mal, dass es in schwedischen Vorstädten zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen mit Migrationshintergrund und den Ordnungskräften kommt. Auch in Göteborg und Malmö kommt es seit Ende der Neunziger Jahre immer wieder zu Protesten in den zumeist von Migranten bewohnten Vorstädten. Obwohl die jetzige bürgerliche Regierung in den vergangenen Jahren bereits die Einwanderungspolitik verschärft hat, konnte sie die soziale Kluft nicht verringern. Nach Angaben der Organisation für Wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) gibt es in keinem anderen Mitgliedsland ein so starkes soziales Gefälle wie in Schweden. Allein im vergangenen Jahr kamen etwa 44.000 Asylbewerber nach Schweden. Jetzt denken erste Politiker bereits über eine neuerliche Verschärfung der Einwanderungsgesetze und Asylregelungen nach.

Ob restriktive Gesetze das Problem lösen, ist zu bezweifeln. Denn nach Aussagen von Stadtplanern ist es weniger die Anzahl der Migranten, sondern die missglückte Integrationspolitik, die zu den sozialen Unruhen geführt hat. In den Stockholmer Vororten, in denen jetzt seit mehreren Nächten Autos brennen und Polizisten mit Steinen attackiert werden, sind mehr als 80 Prozent der Bewohner Menschen mit Migrationshintergrund. „Wir müssen diese Ghetto-Bildung bekämpfen“, sagt ein Stockholmer Kommunalpolitiker. Der Großteil der Migranten kommt aus Irak, Iran, der Türkei und einigen afrikanischen Ländern. Auch Lateinamerikaner wandern nach wie vor nach Schweden zu.

Der erzürnte Feuerwehrmann übrigens hofft, dass sich die Lage in den kommenden Nächten entspannt – so, wie es in der Vergangenheit auch passiert ist. Auch die älteren Bewohner von Husby wollen sich ihren Stadtteil nicht zerstören lassen und haben seit der Nacht auf Donnerstag eigene Patrouillengänge organisiert. „Wir sprechen mit den Jugendlichen und versuchen sie davon zu überzeugen, dass sie sich selbst und uns allen sehr schaden“, sagt Julia, eine Chilenin, die hier seit mehr als 20 Jahren zusammen mit ihrem Mann und den drei Kindern lebt.

Auch Ahmed Guneri wird die Nacht zu Donnerstag so schnell nicht vergessen. Der 42-jährige betreibt in Husby seit zwölf Jahren ein kleines Restaurant, das vor allem bei den Anwohnern des zumeist mit grau-tristen Wohnsilos bebauten Stadtteils im Südwesten Stockholms beliebt ist. Aber in der Nacht glich die Straße vor Guneris Restaurant einem Kriegsschauplatz. Dicke Rauchschwaden von brennenden Reifen machten die Luft schwer, beißender Rauch von verbranntem Gummi das Atmen fast unmöglich. Durch das Fenster seines Restaurants beobachtete Guneri, wie mehrere Jugendliche Feuerwehrleute mit Steinen bewarfen und beim Löschen behinderten. „Ich habe so etwas noch nie hier erlebt“, sagt Guneri am Morgen danach. Er klingt niedergeschlagen und fassungslos.

Brexit 2019
Startseite
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

42 Kommentare zu "Proteste in Schweden: Brennende Autos in den Stockholmer Vorstädten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Multikultitraum ist ausgeträumt.
    Dieses kleine Land nahm in den letzten Jahren hunderttausende Migranten aus muslimischen und afrikanischen Ländern auf, lässt sie das umfangreiche schwedische Sozialsystem, welches mit die höchsten Transferleistungen und Sozialstandards weltweit bietet, investiert zusätzlich hunderte Millionen für eine ehrgeizige Integrations- und Schulungsmaßnahmen- eine regelrechte Migrationsindustrie, und quasi als Dank, stehen vieler dieser Migranten den einheimischen Schweden und ihrer Kultur ablehnend gegenüber, klagen über fehlenden "Respekt", während sie der sie der der Mehrheitsgesellschaft- von der sie leben -nichts als Verachtung und Hass entgegenbringen, machen jetzt auch noch Randale, Terror und stecken schwedische Häuser, Schulen und Kindergärten in Brand.

    Und die schwedischen und weite Teile der linken deutschen haben nichts besseres im Sinn, als diese Randale einer von Staat Gesellschaft etablierten Parteien durch und durch bevorzugte, alimentierte, geförderte Gruppe, routinemäßig auf soziale Ursachen und eine angeblichen "Rassismus" durch die schwedische Mehrheitsgesellschaft abzuschieben. Siehe:
    http://ef-magazin.de/2013/05/24/4233-stockholm-brennt-der-aufstand-gegen-die-armut-ist-ein-wohlstandsphaenomen
    Das ist Berichterstattung gemäß multikulturalistischer Ideologie fernab der Realität.
    -------------

    Multikulti-Traum ist ausgeräumt -- Er hat sich überall als Albtraum herausgestellt, aber linke Medien und linke Politiker träumen trotzdem unbeirrt weiter.

  • ...und Volmar Weiss: "Die Intelligenz und ihre Feinde", - ist noch wesentlich besser als Sarazzin.

  • Schweden hat trotz allem offenbar noch Defizite in der Willkommens Kultur und zahlt zu wenig
    Sozialhilfe um den wütenden Mob ruhig zu stellen.Das mit Sozialhelfern bekämpfen wird nicht klappen.

  • Es macht wirklich Angst wenn man die Geschehnisse in Schweden und London betrachtet und fragt sich wann der Pöbel sich hier und anderen Staaten in Europa in Bewegung setzt.
    Wenn man dann noch so primitive "Argumente" hört wie in London und das Handeln und Bemerkungen der Politiker verfolgt dann läuft es nur noch kalt über den Rücken.

  • Genau so ist es, denn dort greift das "Streichorchester" immer kräftig in die "Tasten". aber das unterstreicht wohl in erster Linie deren Verständnis für die Meinungsfreiheit.

  • Richtig, ich als Einwanderer sehe das genau so und deswegen habe ich mich angepasst, sonst wäre ich wieder ausgewandert.

  • Der Student
    wir können die Ausgaben für Bildung noch so hoch treiben, wenn diese Klienel die Bildung nicht wahrnimmt, ändert mehr Geld gar nichts.

  • Neue Zeit
    Genau so ist es
    Inzwischen schleichen die Moslems sich in unsere Parteien, gaukeln uns vor, sie seien alle voll integriert.
    Ich nenne sie immer Pseudointegrierte
    Besuchen dann aber fleißig die Veranstaltungen der grauen Wölfe, ein hochst krimineller türkischen Verein, wie wir alle wissen, der eigentlich hier verboten ist
    Und usnre Politik schaut zu

  • Sowie auch bei der "Welt" und "Spiegel". Zensur-Zensur-Zensur..

  • das schwedische Bildungssystem ist so ziemlich das egalitärste in der Welt.. wer da bildung möchte, der bekommt sie auch. Viele wollen ihre Chance aber nicht nutzen. Worüber beklagen die sich?? Glauben die, es würde ihnen in Somalia oder sonstwo besser gehen??

    Das Bildungssystem in Schweden ist viel egalitärer und offener als anderswo. Wer daran Interesse hat, bekommt sie dort auch.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote