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Protestmarsch abgesagt Kenianische Opposition knickt ein

Wegen gewaltsamer Ausschreitungen im Vorfeld der geplanten Großdemonstration hat die Opposition in Kenia ihren Protestmarsch gegen die Wiederwahl von Präsident Mwai Kibaki abgesagt. Zu den Protesten waren trotz eines Verbots der Regierung hunderttausende Menschen erwartet worden – und wurden von der Polizei hart angegangen.
Bei Unruhen nach der Präsidentenwahl sind bereits mehr als 300 Menschen getötet worden. Foto: ap

Bei Unruhen nach der Präsidentenwahl sind bereits mehr als 300 Menschen getötet worden. Foto: ap

HB NAIROBI. „Wir sind friedliche Menschen, die keine Gewalt wollen“, erklärte William Ruto, ein führendes Mitglied der Partei des unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Raila Odinga, am Donnerstag. Er rief die Menschen auf, nach Hause zu gehen. Für Dienstag sei nun eine weitere Kundgebung in der Hauptstadt Nairobi geplant.

Schwer bewaffnete Polizeieinheiten setzten noch am Morgen Wasserwerfer, Tränengas und Schlagstöcke gegen die Menge ein. Mehrere hundert Menschen versammelten sich in verschiedenen Stadtteilen von Nairobi. Einige setzten Reifen in Brand, Schüsse waren zu hören. Oppositionsführer Odinga hatte zuvor angekündigt, trotz des Verbots der Behörden und der anhaltenden Gewalt an der Demonstration festhalten zu wollen. Der „Marsch der Millionen“ solle friedlich verlaufen, erklärte Odinga zuvor.

Von außerhalb strömten am Donnerstagmorgen einige hundert Demonstranten aus verschiedenen Richtungen auf die Hauptstadt zu. Zahlreiche bewaffnete Polizisten patrouillierten in den Straßen Nairobis. Sicherheitskräfte mit Schusswaffen und Schlagstöcken umstellten den Uhuru-Park in der Innenstadt, wo sich die Demonstranten versammeln wollten.

Als Vermittler bot sich unterdessen der südafrikanische Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu an. Er flog nach Nairobi und wollte im Lauf des Donnerstags Odinga treffen, wie dessen Sprecher Salim Lone sagte. Regierungssprecher Alfred Mutua erklärte jedoch, Präsident Kibaki plane kein Treffen mit Tutu.

Bei den Unruhen nach der Präsidentenwahl am 27. Dezember kamen nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen mehr als 300 Menschen ums Leben. Schätzungsweise mehr als 100 000 sind auf der Flucht. Viele fürchten, dass der Protestmarsch gegen den Wahlsieg von Mwai Kibaki die Gewalt noch verschärft. Regierungssprecher Mutua betonte dagegegen, von den Zusammenstößen seien nur drei Prozent der 34 Mill. Einwohner des Landes betroffen. „Kenia brennt nicht“, sagte er.

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