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Provokante Nuklearversuche Nordkorea will Wasserstoffbombe getestet haben

Mit Propagandagetöse gibt Pjöngjang zum zweiten Mal den Test einer Wasserstoffbombe bekannt. Am ersten Versuch vor 18 Monaten gab es erhebliche Skepsis. Diesmal hat sich das Staatsfernsehen für Zweifler offenbar etwas einfallen lassen.
03.09.2017 Update: 03.09.2017 - 10:51 Uhr Kommentieren

Erdstöße bis Europa messbar – Nordkorea testet Atombombe

Seoul/Tokio Nordkoreas Propagandamaschine arbeitet am Sonntag perfekt. Am Morgen überrascht Diktator Kim Jong Un die Welt mit der Nachricht, dass er nun Wasserstoffbomben in seinem atomaren Arsenal habe, die auf Interkontinentalraketen passen würden. Und während die Fachwelt noch rätselt, ob das denn stimmen könnte, schiebt er kurz nach Mittag Ortszeit einen Beweis nach: einen Atomtest, dessen Gewalt die Behauptungen zu bestätigen scheint. 

 

Kurz nach dem Test zeigte das nordkoreanische Fernsehen dann erst den Führer, wie er den Befehl für den Atomtest signiert und dann den Befehl selbst. Nordkoreas Nachrichtenagentur KCNA triumphiert zeitgleich, dass der Test vollständig mit dem Designspezifikationen für eine zweistufige thermonukleare Bombe übereingestimmt habe. Das Staatsfernsehen meldet, der Test sei ein "absoluter Erfolg" gewesen.

Tatsächlich erschüttert der Test die bisherigen Annahmen der Fachwelt. Kurz zuvor hatte der amerikanische Sicherheitsexperte Harry Kazianis noch getweetet, dass Nordkorea nach Schätzungen der US-Geheimdienste für diesen Schritt noch sechs bis 18 Monate benötigen würde. Doch um 5.36 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit korrigierte Kim den Zeitpunkt nach vorne. 

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    Seismographen in aller Welt zeigen Ausschläge, deren Stärke zu Beginn von Südkoreas Meterologischem Amt auf 5,6 und von deren Kollegen in den USA sogar auf 6,3 der Richter-Skala geschätzt wird. Eine Stunde später folgte eine kleinere Erschütterung, wahrscheinlich von einstürzenden Tunneln bei Nordkoreas Atomtestzentrum in der nördlichen Hamgyeong-Provinz.


    Der erste Wert würde auf eine Sprengkraft von 100 Kilotonnen TNT hinweisen, der zweite von einer Megatonne, schätzte der Rüstungsexperte Jeffrey Lewis auf die Schnelle. Und beides wiederum deutet auf eine Wasserstoffbombe hin. Denn die Erschütterungen waren um ein vielfaches größer als den bisherigen fünf Atomtests Nordkoreas. Die hatten in etwa die Stärke einer konventionellen Atombombe, die die USA 1945 auf Hiroshima abgeworfen hatten. 

     

    Mit diesem waffentechnischen Fortschritt vergrößert das kleine Land sein Drohpotenzial um ein Vielfaches. Eine Bombe mit 20 Kilotonnen Sprengkraft über Lower Manhattan in New York gezündet würde laut dem Atombombensimulator Nukemap noch in 2,3 Kilometer Entfernung Verbrennungen dritten Grades auslösen und 324.000 Tote und mehr als 717.000 Verletzte fordern. 

     

    Bei 100 Kilotonnen wächst der Radius, in dem lebensgefährliche Verbrennungen drohen, auf 4,6 Kilometer. 740.000 Tote und 1,3 Millionen Verletzte wären die simulierte Folge. Eine Megatonne vergrößert den Radius auf 12,6 Kilometer, die Zahl der Toten auf fast 2,2 Millionen und die der Verletzten auf mehr als drei Millionen. 

    Anrainer reagieren harsch
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