Pussy Riot frei Chodorkowski warnt Punk-Band vor Hassgefühlen

Friedensbotschaft kurz vor Weihnachten: Kreml-Kritiker Chodorkowski rät den ebenfalls frei gelassenen Mitgliedern der russischen Punk-Band Pussy Riot "Hass und Groll" nicht zuzulassen. Er gratulierte den jungen Frauen.
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Der russische Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski gratulierte den jungen Frauen der Punk-Band Pussy Riot zur Freilassung. Quelle: dpa

Der russische Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski gratulierte den jungen Frauen der Punk-Band Pussy Riot zur Freilassung.

(Foto: dpa)

BerlinDer russische Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski hat die ebenfalls freigelassenen Aktivistinnen der Punk-Band Pussy Riot vor Gefühlen wie "Hass und Groll" gewarnt. "Das wichtigste ist nun zweifellos, Kraft zu finden, damit nach dieser schweren Prüfung der Gefängnisstrafe Hass und Groll keinen Platz im Herzen haben", erklärte Chodorkowski am Dienstag auf seiner Webseite in einem Kommentar zur Haftentlassung der beiden Frauen.

Der 50-Jährige gratulierte Maria Alechina und Nadeschda Tolokonnikowa zu deren Freilassung. "Ich bin froh zu hören, dass die Folter, die einem europäischen Staat im 21. Jahrhundert unwürdig ist, nun zuende ist", schrieb er.

"Die Freilassung politischer Gefangener macht die Regierung zumindest ein kleines bisschen menschlicher", schrieb Chodorkowski, der selbst erst am Freitag nach mehr als zehn Jahren Lagerhaft begnadigt und freigelassen wurde. Der Kreml-Kritiker hatte am Sonntag gesagt, er wolle sich nicht beim russischen Präsidenten Wladimir Putin für die Inhaftierung rächen. Er wolle nicht in die Politik gehen, aber politischen Gefangenen in Russland helfen.

Alechina und Tolokonnikowa waren am Montag vorzeitig aus ihren Gefängnissen entlassen worden. Beide Punk-Musikerinnen nutzen ihre Freilassung infolge einer Amnestie-Regelung zur Kampfansage an Putin und den "totalitären" Strafvollzug in Russland. Tolokonnikowa kritisierte, das ganze Land sei ein "einziges Straflager". Alechina warf dem Kreml-Chef einen "PR-Trick" vor den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi vor.

Während Chodorkowski nach seiner Freilassung nach Berlin reiste und am Dienstag ein Visum für die Schweiz beantragte, kündigten die beiden Musikerinnen an, in Russland bleiben zu wollen. Beide waren im Februar 2012 nach einem Putin-kritischen "Punkgebet" in einer Moskauer Kirche wegen "Rowdytums" zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Ihre Mitstreiterin Jekaterina Samuzewitsch kam später auf Bewährung frei. Die Urteile hatten eine weltweite Protestwelle losgetreten.

  • afp
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