Putin-Freunde in Athen Experten warnen vor Russland-Nähe Griechenlands

Athens neuer Regierungschef ist auf Werbetour in Europa für seinen Kurswechsel. Findet Tsipras kein Gehör bei den EU-Partnern, könnte Russland ins Spiel kommen. Experten warnen schon vor den Folgen.
18 Kommentare
Putins Freunde in Athen: Alexis Tsipras umringt von seiner Regierungsmannschaft. Quelle: dpa
Neues griechisches Kabinett

Putins Freunde in Athen: Alexis Tsipras umringt von seiner Regierungsmannschaft.

(Foto: dpa)

BerlinNach Einschätzung von Außenpolitik-Experten kann die Russland-Nähe der neuen griechischen Regierung unter Syriza-Chef Alexis Tsipras zu einem ernsten Problem für die EU werden. „Griechenland könnte sein Veto im Europäischen Rat dazu benutzen, die Russland-Politik der EU zu obstruieren“, sagte Carlo Masala, Professor für Internationale Politik an der Universität der Bundeswehr München, dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). Zudem könne Russland seinerseits über wirtschaftliche Hilfen an Athen eine Alternative zur Troika darstellen. „Und eine zunehmende ökonomische Abhängigkeit Griechenlands von Russland kann Athen zu einem trojanischen Pferd Moskaus in der EU werden lassen.“

Der EU wären in einem solchen Fall die Hände gebunden, betonte Masala, da Staaten zwar aus der Union austreten, aus dieser jedoch nicht „rausgeschmissen“ werden könnten. Überdies wäre im schlechtesten Fall die über Monate verhandelte Einigkeit der EU hinsichtlich ihrer Haltung gegenüber dem russischen Verhalten in der Ukraine „Makulatur“. Um ein solches Verhalten verhindern zu können, wären die EU-Staaten wohl gezwungen, den Forderungen der neuen griechischen Regierung nach einem Schuldenschnitt und einem Aussetzen der seitens der Geldgeber-Troika diktierten Reformen entgegenzukommen.

Der Historiker Michael Wolffsohn fürchtet, dass infolge eines Schulterschlusses zwischen Athen und Moskau nicht nur die EU, sondern auch die Nato und damit das sicherheitspolitische Fundament des Westens geschwächt würden. „Russlands Marinebasis in Syrien ist durch den Bürgerkrieg praktisch lahmgelegt. Ein Ersatz in Griechenland wäre ideal für Putin“, sagte Wolffsohn dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Durch einen etwaigen Nato-Austritt oder Rausschmiss Griechenlands wäre das möglich.“ Käme es so weit, würde die Nato aus Sicht Wolffsohns als „ewiger Schlichter“ zwischen Griechenland und der Türkei ausscheiden. „Die Folgen – bis zu einem Krieg, wie 1974 um Zypern - wären nicht auszudenken.“

Warum sich Tsipras an Merkel die Zähne ausbeißen wird

Aus Wolffsohns Sicht könnte die Russen-Taktik der Griechen sogar weitere Nachahmer finden. „In Spanien, Portugal und Italien - ebenfalls EU- und Nato-Mitglieder - stehen die Möchtegern-Tsipras in den Startlöchern“, sagte er. Das Schrumpfen der Nato könne daher Schule machen. „Wohl auch deshalb ermutigt die deutsche Links-Partei die neue griechische Regierung“, ist Wolffsohn überzeugt.

Hinter der Warnung der Experten steht der Umstand, dass ein klarer Kurs gegenüber dem Kreml-Chef Wladimir Putin eigentlich der große Stolz der EU im Ukrainekonflikt ist. Bis jetzt jedenfalls. Mit lautstarker Kritik der neuen griechischen Regierung an einer EU-Erklärung zu einer möglichen Ausweitung der Sanktionen gegen Russland scheint das aber nun nicht mehr sicher zu sein.

Mit Entsetzen habe man gesehen, dass Griechenland die gemeinsame Position der EU gegenüber Russland aufgegeben habe, kommentierten führende Europapolitiker wie EU-Parlamentspräsident Martin Schulz Äußerungen aus Athen. In manchen Kommentaren wurde Putin sogar schon als der eigentliche Gewinner der Griechenland-Wahl bezeichnet. Der Kreml-Chef werde seine Unterstützung für die Separatisten in der Ost-Ukraine nun noch unbesorgter fortsetzen können, hieß es.

Startseite

Mehr zu: Putin-Freunde in Athen - Experten warnen vor Russland-Nähe Griechenlands

18 Kommentare zu "Putin-Freunde in Athen: Experten warnen vor Russland-Nähe Griechenlands"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Links-radikal, rechts-radikal, ganz großzügig wird hier wieder das Schubladendenken gepflegt und gepflegt ausgegrenzt. Freier Handel - unbedingt -, aber nur mit wem ICH will und schon gar nicht mit Russen. Dazu ein Experte, der aus der Verfolgung seiner eigenen Familie nichts gelernt hat, er gehört ja jetzt zu den Privilegierten. Herr Wolffsohn fordert öffentlich die Einführung der Folter, klagt über Ostdeutsche in der Bundeswehr, will das Eiserne Kreuz zurück und zieht eifrig mit schrägen historischen Vergleichen über Nazis und Inquisitoren durch das Land.
    Mit verbaler Aufrüstung und Festungsmentalität, Ausgrenzung und Verteufelung werden wir Frieden und Wohlstand bestimmt dienlich sein. Doch was soll`s, an Krisen und Kriegen lässt sich doch prima verdienen. Soll jemand anderes halt die Schäden beseitigen.

  • GRIECHENLANDs Neue Regierung muss sich jetzt im Eiltempo...

    sich darum kümmern im Land NEUE ARBEITSPLÄTZE ZU BESCHAFFEN.

    Hierbei ist unbedingt nennenswert daran zu Erinnern....

    dass die Absichten der FIRMA NAMCO mit der neue Aufnahme von einem

    Griechischen PKW sehr schnell umgesetzt werden sollten.

    Dadurch könnte man sich auf die Herstellung von Fahrzeugen für den Afrikanischen Kontinent konzentrieren und entsprechend konzipieren.

    Europas Autohersteller sind zu satt und kümmern sich zu wenig darum was auch andere Kontinente benötigen würden...

    hierdurch hätte Griechenland mit einem eigenen PKW Gute Export-Möglichkeiten...und sogar durch CKW einen Aufbau in Afrika in eigene Regie neu entstehen zu lassen.

    Es gibt genügende Fachkräfte in Griechenland und in Europa die eine solche Neue Griechische Initiative unterstützen könnten.

    UND DIE AKTIENMÄRKTE DIESER WELT...

    WARTEN AUF NEUE ANLAGE-PROJEKTE...

    die Hand und verstand nachweislich beweisen.

    Griechenland leg los !!!



  • Alexis Tsipras - das trojanischen Pferd Moskaus
    -------------
    Er ist ein "Putin-Versteher"! Er reiste schon mehrfach nach Moskau um ihn seine Solidarität zuzusichern.
    Jetzt ist die linksradikale Syriza eine Koalition mit der rechtsradikalen Anel eingegangen, und Europas Linke feiert das als großen Sieg über Merkel.
    Auch der rechtsradikale FN (Front National) in Frankreich und UKIP in Groß-Britannien.
    Tsipras hat sein Veto eingelegt, als es um eine Verschärfung der Sanktionen gegen Russland ging.
    Warlord Putin ist ihm dafür dankbar! Er hat auch angekündigt, Griechenland finanziell zu unterstützen.
    Manus manum lavat!

  • Experten warnen vor Russland-Nähe Griechenlands

    -------------------------------------------------------------------

    Viele haben auch Ängste vor Wölfe weil in der Vergangenheit der Wolf verteufelt wurde. :-)))

    Lasst doch Griechenland mit seinem Handelspartner Russland freie Marktwirtschaft betreiben ...

    auch irgendwann wird sich die politische Weltlage um die Ukraine entspannen

    und auch andere EU-Staaten können wieder Neue Handelsbeziehungen zu Russland erneut Aufbauen wenn es jetzt auch sehr angekratzt ist.

    Eine Abwendung von Europa und eine damit verbundene Zuwendung von Griechenland zu Russland...

    WÄRE FATAL FÜR DIE GRIECHISCHE UNABHÄNGIGKEIT IN SACHE " DEMOKRATIE " !!!

    Will Griechenland dann unter versteckter und indirekter Diktat aus Russland regieren ?

    Was würden dann die enttäuschte Wähler dazu sagen und entsprechend reagieren ?

    Dazu würde es bestimmt auch an CHINA enormen Wirtschaftliche Schäden einbringen...da durch CHINAS nähe zur Eurasische Union es zum absoluten Boykott kommen würde von Chinesische Handelswaren nach Europa.

    Einen solchen Wirtschaftlich Feindliche Atmosphäre ist nirgends auf der Welt eine Regierung mit entsprechende andere Abnehmer gewappnet.

    Da müsste sich Russland gut überlegen welche Ausmaßen eine solche Handlung hätte für die Gesamte eurasischen Wirtschaftsraum...

    und wo CHINA ein drittel mehr nach Europa exportiert als dass die EU von CHINA importiert.

    Also lassen wir die Kirche im Dorf...

    und sorgen wir uns in dieser Welt eher darum...

    EINEN VERTRAG DER GEGENSEITIGE VERSTÄNDIGUNG ZWISCHEN RUSSLAND UND DER UKRAINE...sowie mit dem USA und der NATO.

    SÄMTLICHES MILITÄR MÜSSTE DAFÜR AUS DER KRIM UND DER UKRAINE ABGEZOGEN WERDEN !

    Die UKRAINE und die KRIM als eine DREHSCHEIBE zwischen Ost und West...

    OHNE WAFFEN !

    Dafür scheint aber diese unsere heutige Welt keine Politiker mit entsprechende

    Kompetenz zu haben...

    alle werden Politiker...haben aber die entsprechende erforderliche Human ische Größe dazu nicht.





  • @ Herr C. Falk

    >> Die Trumpfkartein von Tsipas ist allerdings Russland. >>

    Russland ist eines der Trümpfe der Griechen. Durch die Bindung der Griechisch-Orthodoxen Kirche.

    Der Haupttrumpf der Griechen liegt aber bei der Kenntnis, dass im Falle des Astrittes von Griechenland die EU ein Fass aufgemacht bekommt, bei dem die Rechnung ca. 1,2 Bio. € betragen wird ! ( Systemrelevanz der Banken und Versicherungen ).

    Und deshalb wird die EUtopia ALLES, aber auch ALLES tun, um die Griechen am Fuß zu halten.

    Das weiss auch dieser Tsipras und klopft deswegen seine lockeren Sprüche !

    Dieser Halbstarke ist ein richtiger POPULIST !

    Würde er für die Griechen ernsthaft etwas tun wollen, würde er den Austritt aus der EU vorbereiten. Dem ist aber nicht so.

  • Was für eine kindische Panikmache.
    1) Wenn Griechenland sich an Russland hängen will, so what?
    2) Wenn die EU nicht in der Lage ist, einen Mitgliedstaat, der sich offensichtlich von der Bündnisidee verabschiedet hat - mit welchen Mitteln auch immer - loszuwerden, dann lache ich mich wirklich kaputt.
    3) Wenn das ganze dann dazu führt, dass sich Türkei und Griechenland wieder bekriegen wollen, dann können ja die Russen vermitteln, mit denen sympathisiert der andere Schwachkopf aus Ankara ja auch.
    4) Staaten sind souverän, es verbietet sich, diese gegen ihren Willen in irgendwelche Bündnisse und Vereinigungen zu pressen. Das gilt auch für das Vereinigte Königreich.
    5) Die Angst des Autors, dass der gesamte Mittelmeerraum unter den Einfluss Moskaus gerät, finde ich geradezu abstrus. Das wird ja noch lustig heute beim Handelsblatt.

  • Selten war die Entwicklung so spannend. Selten war es so schwierig, den Ausgang vorherzusagen.

    Es ist offenkundig, daß Griechenland die Annäherung an Rußland als As im Ärmel hält. Tsipras hat ja bei seinem Antrittbesuch in Zypern offen auf die große Bedeutung von Griechenland und Zypern für die gesamte Stabilität im Südosten Europas hingewiesen. Das war ganz ohne Frage ein Wink mit dem Zaunpfahl.

    Es ist ebenfalls offenkund und sicher, daß die USA, also die Kommandomacht der NATO, alles daran setzen werden, damit diese Karte nicht wirklich auf den Tisch kommt. Sie werden also versuchen, ihren europäischen Vasallenstaaten, insbesondere also Deutschland, ein Angebot zu mache, das sie nicht ablehnen können. Sie werden dadurch erreichen wollen, daß die EU auf Dauer Griechenland alimentiert. Natürlich werden sie verlangen, daß die Europäer die Kosten übernehmen und nicht die USA.

    Die Frage ist nun, ob die Vasallenregierungen in Europa gehorchen werden. Oder werden sie vielleicht doch aus Angst vor neuen Parteien (FN, AfD ...) und aus Angst davor, daß das Beispiel Schule macht, die Taschen geschlossen halten?

    Sie haben nur die Wahl zwischen Skylla und Charybdis: Wenn sie zahlen, und zwar nicht nur in Sachen Griechenland, sondern auch für Spanien, Italien, Portugal, Irland, Frankreich, besteht die Gefahr, daß die Zahler selbst insolvent werden und der Euro ihnen um die Ohren fliegt. Wenn sie aber nicht zahlen, dürfte Griechenland eine größere Nähe zu Rußland suchen, und die antirussische Hetze und Kriegstreiberei der EU mit Frau Merkel an der Spitze wird am Ende sein.

    Was geschehen wird, wissen nur die, die über eine funktionierende Kristallkugel verfügen, ich nicht.

  • Und deshalb müssen wir leider zahlen, es geht um mehr als nur den EUR, es geht um die freie Welt. Alternativlos zahlen, weil Soros & Consorten es so wollen!

  • War wohl wieder ein Pflichbeitrag von (Ukraine Crisis Media Center" (UCMC) fällig.
    In russischen Medien kursieren Fotos von Granatsplittern, mit denen ukrainische Zivilisten beschossen wurden und die gem. Aufdruck aus deutscher Produktiion sind. So viel zu unserer Fieidfertigkeit.

  • Die EU und die deutsche Regierung hatten einmal eine moralische Autorität als friedenswahrende und einigende Institution. Diese Position haben sie nun der Unterstützung einer rechtswidrigebn Junta in Kiew und dem Mord an Zivilisten in der Ukraine geopfert. Gegenüber Griechenland bleibt also lediglich reines Erpressungspotenzial übrig. Wir erleben wohl den Anfang vom ende der EU oder einer Brüsseler Technokraten-Diktatur.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%