Putin und Minsk So denkt Russland über das Friedensabkommen

Tag eins nach dem Minsker Friedensabkommen: Russland ist gespalten. Die einen hoffen auf ein Ende des Kriegs. Andere fordern, dass die USA endlich die Unabhängigkeit der Ostukraine anerkennen sollen. Ein Meinungsbild.
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Putin überall: In den russischen Medien ist das Friedensabkommen von Minsk das wichtigste Thema – doch die Meinungen sind gespalten.
Voll von Putin

Putin überall: In den russischen Medien ist das Friedensabkommen von Minsk das wichtigste Thema – doch die Meinungen sind gespalten.

MoskauPutin, Putin, überall Putin. Da drüben winkt er, hier schaut er ernst und staatsmännisch, dort witzelt er mit Weißrusslands Diktator Alexander Lukaschenko. Die russischen Zeitungen in den Moskauer Kiosken sind an diesem Donnerstag voll mit Bildern von Präsident Wladimir Putin. Am Tag eins nach dem Minsker Friedensabkommen berichten alle über die Einigung des sogenannten „Normandiequartetts“, bestehend aus Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Frankreichs Präsident François Hollande, dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko und Kremlchef Wladimir Putin.

Die vier Regierungschefs haben sich am Mittwoch auf einen Waffenstillstand in der Ostukraine verständigt. Außerdem sollen schwere Waffen abgezogen werden, damit eine Pufferzone zwischen dem westlichen Teil der Ukraine und den umkämpften Regionen um die Städte Donezk und Lugansk entsteht. Die Meinung in den russischen Medien über das Abkommen ist so verschieden wie die Interpretationen darüber, wer Schuld an dem Ukrainekonflikt hat.

Anders als in Deutschland gibt es in Russland eine Zeitung, die als Amtsblatt der russischen Regierung gilt. Sie heißt „Rossijskaja Gazeta“, auf deutsch: Russische Zeitung. Unter der Schlagzeile „Guter Morgen“ steht eine Interpretation des gestrigen Treffens, die man so in Deutschland kaum liest: „Das ,Normandiequartett’ gibt der Ukraine die Chance, den Bürgerkrieg zu beenden.“ Der Kommentar, den ein Professor der renommierten Moskauer Higher School of Economics geschrieben hat, beginnt mit der Suche nach der Ursache für den Ukrainekonflikt:

„In der Ukraine begann der Krieg, weil sich der Westen mehr als 20 Jahre lang geweigert hat, die legitimen Sicherheitsinteressen Russlands anzuerkennen und sein Einflussgebiet und sein Kontrollbereich auszuweiten. Mittlerweile ist Russland dessen müde und hat eingesehen, dass Überzeugungsversuche nichts bringen. Das ist die Wurzel des Konflikts.

An der Oberfläche sehen wir eine Destabilisierung der Ukraine durch den Machtputsch auf dem Maidan, bei dem externe Mächte versuchen, die Ukraine und Russland gegeneinander auszuspielen. Aber der wahre Grund für den Konflikt ist, dass der Kalte Krieg nicht beendet ist und eine offene Wunde bleibt. Der Westen hat sich geweigert, die neuen Spielregeln zu akzeptieren und glaubte immer, dass er seine Einflusszone militärisch, wirtschaftlich und politisch ausweiten konnte.“

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13 Kommentare zu "Putin und Minsk: So denkt Russland über das Friedensabkommen"

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  • ist aber wohl,
    zu den Weltpolitischen Schlagzeilen (der Weltpolitik) die diesem Schussel
    von der "Polit/Medien-Mafia" in den Mund gelegt werden,
    kaum erwähnenswert?

  • wenn SIE unfrisierte Aussagen der Russischen Politik bevorzugen,
    also keine MassenMedial (oftmals als LÜGEN-Presse tituliert) bearbeiteten/hingebogenen Ansprachen, Dokumente, Vorlesungen (die aus Russland an die -- freie Welt -- gerichtet sind) ....
    dann hier, auf der Seite des Russischen Außenministeriums

    -- "Außenministerium der Russischen Föderation" --
    hier:
    http://www.mid.ru/brp_4.nsf/deutsch

    .

  • «Aber der wahre Grund für den Konflikt ist, dass der Kalte Krieg nicht beendet ist und eine offene Wunde bleibt.»

    Das denken nicht nur die Russen:
    http://www.nytimes.com/1998/05/02/opinion/foreign-affairs-now-a-word-from-x.html

    http://www.foreignaffairs.com/articles/141769/john-j-mearsheimer/why-the-ukraine-crisis-is-the-wests-fault

  • Wie soll man einen solchen HB-Aufmacher bewerten?

    Der Autor: Maximilian Nowroth, Jahrgang 1987, ist Volontär an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten bei der Verlagsgruppe Handelsblatt. Er ist Kaufmann für Speditions- und Logistikdienstleistungen und hat BWL in Mannheim und Sankt Petersburg studiert. [Quelle WiWo].

    Dieser junge Mann bedient sich des Massenmediums HB und "plärrt" dort seine Sicht der Dinge in die Volksmenge. Es ist nicht gerade ein unkompliziertes Thema, aber was heißt das schon, wenn lebenserfahrene Politikergrößen diesbezüglich "mit dem Rücken an der Wand stehen"!

    Der junge Mann darf seine Spekulationen verbreiten und halt eine neue Sau durchs Dorf treiben. Da waren ja noch ein paar Spalten....!

    Ist es ein Wunder, dass durch diese Ansammlung von Halbwahrheiten und wilden Spekulationen die Qualität des Nachrichtenwesens in der Gesamtheit Schaden nimmt, denn woanders ist es ja nicht besser?
    Ist es nicht gerechtfertigt, dass durch diese unsensible Handhabung von Fakten und unseriösen Kommentaren und Rückschlüssen, die ja nicht wirklich dem Anspruch einer objektiven Verifizierbarkeit unterliegen und die in der Konsequenz den Missbrauch der Pressefreiheit darstellen, der Begriff "Lügenpresse" durchaus berechtigt ist?

  • >> Der ukrainische Präsident hat gesagt, dass er mit seiner Regierung die Ostukraine wieder sozial unterstützen wird, etwa mit Pensionen. >>

    Dieser Spruch des kriminellen Oligarchen passt zur Faschingszeit.

    Helau !

  • Es gibt eine Vereinbahrung. Die Ukraine wird es nicht mitmachen! So lange das Geld einfach ins Land fließen wird ohne jegliche Abstriche und ohne Bedingungen wird kein Frieden geben. Die Schutzpatronen haben keine Interesse ans Kriegsende!

  • Fortsetzung

    Stattdessen werden die Menschen voll gedröhnt mit Werten und einer angeblich vorhandenen Wertegemeinschaft bestehend aus Demokratie, unveräußerlichen Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit, die mit der tatsächlichen und auf uns zu kommenden Realität immer weniger zu tun haben.

    Mit welchem Recht darf so ein übler Welthegemon und Verbrecherstaat unsere Bündnisbereitschaft, Gefolgschaft und Loyalität einfordern?! Ja richtig, nur mit dem Recht des Stärkeren und des Siegers über den Vorgängerstaat der Bundesrepublik Deutschland und weil sich die deutsche und auch die europäische Politik, also alle etablierten Parteien, der angloamerikanisch-feudalen Weltmacht verschrieben haben. Ändern könnten das nur sehr machtvolle Volksaufstände in Europa oder unsere sklavische Abhängigkeit wird dauerhaft festgeschrieben!

    Im Gesamtzusammenhang und Kontext gesehen beruhen viele innerdeutschen, fast alle größeren innereuropäischen, also auch die russisch-ukrainischen Probleme auf genau diesem schwerwiegendem US-Imperialismus, sie werden mindestens davon provoziert und befördert. Die USA und Großbritannien bzw. die Machthabenden Eliten in diesen beiden Ländern sind nicht nur das eigentliche Problem und ursächlich für fast alle Probleme in Europa, sondern das Problem der ganzen Welt. Diese Feudalmischpoken mit ihrem alliiertem Anhang und ihren despotischen Vasallen sind schlechthin das Hauptübel der Welt, die Todfeinden der Menschheit und tödlicher Hass wäre die einzige angemessene und nachvollziehbare menschliche Reaktion die alternativlos ist!!!

  • Wir haben richtige Probleme und sie hören einfach nicht auf!

    "Washington gleicht einem Zimmer, in dem Leichen liegen. Und fast alle Anwesenden versuchen, sie nicht zu bemerken. Diese Leichen sind die ungeheuren internationalen Verbrechen des US-Imperialismus. Die USA schotten sich gegen jegliche Aufklärung ihrer Verbrechen ab, an rechtsstaatliche Verfolgung der Verbrechen ist überhaupt nicht zu denken, wie in einer Vakuumverpackung, und im Land bleibt immer weniger freie Luft zum Atmen." Die als Whistleblower “negativ“ auffallen werden gnadenlos verfolgt, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte existieren gegenüber erklärten Feinden nicht. Paranoisch wird alles und jeder überwacht. Der klar formulierte Hegemonialanspruch der USA - die Politik der Welt ausschließlich nach ihren eigenen Interessen zu gestalten – wird kompromisslos durchgesetzt. Zum Dreh-und Angelpunkt der amerikanischen Staats-und Sicherheitsdoktrin wurden „hegemony“ und „preemption“, militärische Prävention. Angesichts seiner militärischen Stärke nahmen und nehmen die Vereinigten Staaten keine Rücksicht mehr auf das Völkerrecht und auf bestehende Verträge, weder auf Einwände seiner Alliierten noch auf die anderer Großmächte oder gar auf die UNO, die einzig legitime Konfliktregelungsinstanz. Die Supermacht USA duldet seither keine Autorität über sich, auch nicht die Autorität des Rechts. Sich „lege absolutus“ fühlend, über dem Gesetz stehend, wiederholt der Welthegemon und -polizist damit die Definition des Staatsrechtlers Carl Schmitt: „Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand entscheidet.“ Im Zweifelsfalle geht Macht vor Recht und demokratische Ideale. Das wird noch nicht einmal durchgehend heimlich gemacht, im jeweiligen Einzelfall natürlich schon, die Ton angebenden US Politiker stehen aber freimütig zu dieser Realpolitik, nur die westlichen Mainstream-Medien ihrer Alliierten, verschweigen verschämt diese Tatsachen.

    Fortsetzung

  • WIE UNABHÄNGIG, also sag nicht das die anderen Zeitungen in Russland abhängig sind, aber mit diesen Finanziers mit dem Wort unabhängig in einem Satz (ich schmeiß mich weg): Das Wirtschaftsblatt Vedomosti ist eine der wenigen unabhängigen Zeitungen in Russland und wird von westlichen Unternehmen finanziert: Die Zeitung mit dem lachsroten Papier ist eine Kooperation von Wall Street Journal, Financial Times und der russischen Tochtergesellschaft eines finnischen Verlags.

  • Also der Artikel taugt echt was, aber das HB schafft es sogar hier noch ein Kopf-->Tischplatte zu fabrizieren.

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