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Putins Geschäfte mit Indien Waffen, Diamanten – und bald auch Gas und Öl?

Für Wladimir Putin ist die Reise nach Neu Delhi ein Besuch bei Freunden – und bei einem guten Kunden. Auf dem Wachstumsmarkt Indien hofft der Kremlchef vor allem auf Geschäfte für Russlands kriselnde Wirtschaft.
2 Kommentare
Hofft in Indien auf neue Geschäftspartner: Russlands Präsident Wladimir Putin. Quelle: Reuters

Hofft in Indien auf neue Geschäftspartner: Russlands Präsident Wladimir Putin.

(Foto: Reuters)

Neu Delhi Kremlchef Wladimir Putin reist mit einem Bündel an Projekten zur wichtigen Regionalmacht Indien. Es geht um Atomkraftwerke, Satelliten, Diamanten. Eine „enge strategische Partnerschaft“ strebe Russland an, betont der Gast aus Moskau am Mittwoch vor der Abreise nach Neu Delhi.

Und in der indischen Hauptstadt übermittelt auch ein Außenamtssprecher Nettigkeiten: „Wir haben die gleichen oder ähnliche Sichtweisen wie Russland zu wichtigen globalen Fragen. Indien hat klar gesagt, dass es (in der Ukraine-Krise) bei den Sanktionen gegen Russland nicht mitmacht“, sagt Ajay Bisaria. Es klingt nach einem ruhigen Besuch – in unruhigen Zeiten.

„Jedes Kind in Indien weiß, dass Russland unser bester Freund ist“, soll Indiens Premierminister Narendra Modi zu Putin gesagt haben. Das war Mitte Juli in Brasilien – nur wenige Tage, bevor die USA und die EU die Strafmaßnahmen gegen Russland zum dritten Mal verschärften. Zu einer Zeit also, als Putin sich vielleicht nach neuen Freunden in der Welt umschaute. Oder alte Seilschaften stärken wollte – Indiens Medien sprechen gern von der einstigen „Allwetter-Freundschaft“ zwischen den beiden Ländern, die aber jüngst merklich abkühlte.

Indien, das sich unter der neuen Führung wieder dem Primat des Wirtschaftswachstums verschrieben hat, will den Handel mit Russland unbedingt ausbauen. Mit zehn Milliarden US-Dollar liegt er aus indischer Sicht weit unter dem Möglichen, angestrebt waren bis 2015 etwa 15 Milliarden US-Dollar. Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow spricht von einer Atom-Zusammenarbeit „für 15 Jahre“.

Auch bilaterale Verträge zur Kooperation bei Energie und Verteidigung sind unterschriftsreif. Russland könnte bald noch mehr Waffen nach Indien liefern – dem nach Angaben des renommierten Sipri-Instituts in Stockholm mit Abstand weltgrößten Importeur von Kriegsgerät.

Auch Russlands Rohstoffe sind gefragt

Über Jahrzehnte hinweg war Moskau der wichtigste Rüstungslieferant Neu Delhis: von MiG-21-Jets und T-55-Panzern in den 1960ern bis hin zu Sukhoi-30MKI-Jets, T-90S-Kampfpanzern und Atom-U-Booten heute. Doch in den vergangenen Jahren lief längst nicht alles rund. So konnte Indien erst fast zehn Jahre nach Vertragsabschluss und zahlreichen Pannen den in Russland umgebauten Flugzeugträger „Vikramaditya“ übernehmen. Indien blickte zuletzt verstärkt gen Westen – und im Sommer stiegen die USA zum größten Rüstungspartner Indiens auf.

Auch Russlands Rohstoffe könnten bald vermehrt in den Subkontinent fließen. „Momentan ist Westeuropa noch der größte Markt für russisches Öl und Gas, aber die Russen versuchen wegen der politischen Spannungen in der Ukraine und um die Krim, ihre Exportmärkte zu diversifizieren“, meint Amit Bhandari, Energieexperte der Denkfabrik Gateway House in Mumbai. Großes Hindernis für den Bau einer Pipeline war aber bislang die Geografie: sowohl der Himalaya als auch Indiens Erzfeind Pakistan stehen zwischen den Ländern.

Dem Kreml zufolge hat Indien auch Interesse am Ausbau des Diamanten-Handels mit Russland. Derzeit importiere Indien russische Rohdiamanten noch über Belgien und Dubai, nun könnte in Mumbai aber ein gesonderter Handelsplatz gegründet werden – mit Putins Unterstützung. Russland ist der größte Diamanten-Produzent der Welt.

M.K. Bhandrakumar, einst Indiens Botschafter in Usbekistan und der Türkei, schreibt in der Zeitung „Hindustan Times“, die Zeit sei günstig für neue Ideen. Indien könne nun die Spannungen zwischen Russland und dem Westen nutzen. Auch persönlich könnte es zwischen den „charismatischen Anführern“ Putin und Modi klappen. „Beide sind sich ihrer Herkunft äußerst bewusst und stellen sich eine große Zukunft für ihre Länder in der Welt von heute vor“, meint er.

  • dpa
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2 Kommentare zu "Putins Geschäfte mit Indien: Waffen, Diamanten – und bald auch Gas und Öl?"

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  • "Jedes Kind in Indien weiß, dass Russland unser bester Freund ist"

    Die Swoboda-Verteher werden aber jetzt toben.
    Mit welchen Sanktionen und False-Flag-Aktionen darf Indien jetzt rechnen?
    Zum Glück brauchen wir keine Rohstoffe. Und Waffen würden wir nur benötigen, wenn die Grünen die deutsche Regierung stellen würden. Die Grünen sind ja mittlerweile militanter, als alle anderen Parteien zusammen jemals gewesen sind.

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