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Raketen-Explosion Radioaktive Strahlung in Russland höher als zunächst angenommen

Der russische Wetterdienst misst erhöhte Werte von rund 2,0 Mikrosievert pro Stunde. Greenpeace hält diese Strahlung für ungefährlich.
Update: 13.08.2019 - 23:01 Uhr Kommentieren
Laut US-Spezialisten entwickelt Russland derzeit neue atomar betriebene Raketen. Quelle: dpa
Russische Atomrakete

Laut US-Spezialisten entwickelt Russland derzeit neue atomar betriebene Raketen.

(Foto: dpa)

Sewerodwinsk, London Bei der Explosion eines Raketenmotors mit sieben Toten im Norden Russlands ist über einen längeren Zeitraum mehr radioaktive Strahlung freigesetzt worden als bislang bekannt. Das in der Natur vorkommende Niveau sei in der Spitze um das 16-Fache überschritten worden, teilte der russische Wetterdienst Rosgidromet am Dienstag mit. Erhöhte Werte seien innerhalb von zwei Stunden gemessen worden.

Die Verwaltung der nordrussischen Stadt Sewerodwinsk am Weißen Meer hatte zuvor lediglich von einem kurzzeitigen Anstieg von bis zu einer Stunde gesprochen. Viele Menschen deckten sich danach mit Jodtabletten ein. Es gab auch im Ausland die Befürchtung, dass die russischen Behörden – wie in der Vergangenheit – nicht über das wahre Ausmaß informiert hätten.

Der Wetterdienst gab den Höchstwert der atomaren Verstrahlung mit 1,78 Mikrosievert pro Stunde an. Der natürliche Wert im Raum von Sewerodwinsk liege bei 0,11 Mikrosievert. Die Umweltorganisation Greenpeace sprach unter Berufung auf die Stadt von 2,0 Mikrosievert pro Stunde. Deren Experten hielten den Wert „an sich für nicht dramatisch“. Es komme vielmehr darauf an, welche strahlenden Stoffe freigesetzt worden sein. Dazu gebe es aber keine offiziellen Angaben.

Der Kreml versicherte, dass alle Behörden die vollständige Sicherheit der Bevölkerung gewährleistet hätten. „Daran sollte kein Zweifel bestehen“, sagte Sprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge.

Zu dem Vorfall kam es am vergangenen Donnerstag in der Nähe der Hafenstadt Sewerodwinsk nahe Archangelsk während eines Raketentests auf einer Plattform im Meer. Die tödliche Explosion auf einem russischen Militärgelände hat nach Einschätzung der USA mit dem russischen Programm zur Entwicklung von Hyperschall-Marschflugkörpern zu tun. Die Regierung in Washington sei zu diesem Zeitpunkt nicht bereit zu sagen, ob es sich um eine Atomexplosion gehandelt habe, hieß es am Dienstag in US-Regierungskreisen. Es seien aber wohl radioaktive Elemente beteiligt gewesen. Die Explosion bedeute womöglich einen bedeutenden Rückschlag für das Raketenprogramm. Es sei unklar, ob die Detonation durch ein Problem beim Start ausgelöst wurde.

Mehr: Raketensysteme mit einer Reichweite von mehr als 500 Kilometern – der INF-Vertrag hatte das verboten. Mit seiner Auflösung beginnt Russland, neue Waffen zu entwickeln.

  • dpa
  • rtr
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