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Raketenabwehrsystem USA und Südkorea wollen über Verlegung reden

Der Westen ist in Alarmbereitschaft. Nach Nordkoreas Raketenstart wollen die USA und ihr Verbündeter Südkorea den Druck auf Pjöngjang erhöhen. Beide Länder streben schärfere Sanktionen an.
10.02.2016 - 14:08 Uhr
Nordkoreas Machthaber spricht von einer Weltraum-Mission – doch die Regierungen in Südkorea verdächtigen das Regime, verbotenerweise Langstreckenraketen zu testen. Quelle: dpa
Kim Jong Un

Nordkoreas Machthaber spricht von einer Weltraum-Mission – doch die Regierungen in Südkorea verdächtigen das Regime, verbotenerweise Langstreckenraketen zu testen.

(Foto: dpa)

Seoul/Washington Nach Nordkoreas umstrittenem neuen Raketenstart wollen die USA die Möglichkeit einer frühen Verlegung eines Raketenabwehrsystem nach Südkorea ausloten. Pentagon-Sprecher Peter Cook kündigte am Montag (Ortszeit) in Washington entsprechende Verhandlungen zwischen den beiden Bündnispartnern an. Es handelt sich um ein mobiles landgestütztes Abwehrsystem. Die Diskussionen dürften vor allem China und Russland beunruhigen, die solche US-Abfangraketen nicht in ihrer Nachbarschaft haben wollen.

Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye und US-Präsident Barack Obama vereinbarten unterdessen am Dienstag in einem Telefonat, sich gemeinsam für härtere internationale Sanktionen gegen das kommunistische Regime in Pjöngjang einzusetzen.

Südkoreas Verteidigungsministerium bestätigte, dass Nordkorea tatsächlich einen Satelliten auf eine Erdumlaufbahn geschossen habe – doch seien bisher keine Signale aufgefangen worden. Der US-Sender CBS berichtete unter Berufung auf Regierungskreise, der Satellit befinde „auf einem Schlingerkurs im Orbit“. Das sei das zweite Mal, dass Nordkorea vergeblich versucht habe, einen Satelliten auf eine stabile Umlaufbahn zu bringen.

Nordkoreas Start der Weltraumrakete am Sonntag hatte weltweit Empörung ausgelöst. Während Pjöngjang von einem „legitimen Recht auf Weltraumforschung“ sprach, sieht die internationale Gemeinschaft darin den verdeckten Test einer Langstreckenrakete, die atomar bestückt werden kann. Der Start erfolgte nur einen Monat nach dem ebenfalls kritisierten vierten nordkoreanischen Atomtest.

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    So inszeniert sich der Diktator
    Kim Jong Un
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    Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hat seine Armee in volle Gefechtsbereitschaft versetzt. So heizt er den ständigen Konflikt mit Südkorea an. Doch er kann sich gut selbst Inszenieren.

    (Foto: dpa)
    Kim Jong Un
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    Hier zeigt er sich mit der Fußball-Frauen-Nationalmannschaft.

    (Foto: dpa)
    Am Flughafen
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    Die Frauen nahmen an einem Spiel in China teil.

    (Foto: dpa)
    Gut lachen
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    Der Diktator zeigt sich gerne umgeben von seinen Militärs und Beratern.

    (Foto: dpa)
    Applaus
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    ...und lässt sich applaudieren.

    (Foto: dpa)
    Kim Jong Un
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    Immer stich der Machthaber Nordkoreas auf den Fotos hervor.

    (Foto: dpa)
    „Quasi-Kriegszustand“
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    Nun berät der Diktator mit seinem Staab darüber, ob er Südkorea angreifen soll: Sollte die Lautsprecher-Beschallung nicht bis Samstagnachmittag (10.00 Uhr MESZ) beendet sein, werde Nordkorea mit Militäraktionen beginnen, heißt es in einem an das südkoreanische Verteidigungsministerium per Brief übermittelten Ultimatum, in dem ein „Quasi-Kriegszustand“ erklärt wird.

    (Foto: dpa)

    Südkorea hatte bereits kurz nach dem Raketenstart des Nachbarlandes angekündigt, mit den USA offizielle Diskussionen über eine Stationierung von THAAD-Raketen (Terminal High Altitude Area Defense) zu starten. Ziel der „formalen Konsultationen ist es, gemeinsam zu überprüfen, ob sich THAAD so früh wie möglich auf die koreanische Halbinsel verlegen lässt und einsetzbar ist“, sagte Cook.

    • dpa
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